Jahrgang 
1928
Einzelbild herunterladen

19

muß das Verhältnis von Schule und Elternhaus bezw. das Mithelfen der Eltern an den Schul- problemen bewundern, gerade so aber die opferfreudige Tätigkeit der Lehrerschaft der Dürerschule, die von einem ganz besonderen Kulturw illen durchwaltet wird. Auch wir müssen mit innigem Dank anerkennen, was die dortigen Kollegen für uns getan haben mit Rat und Tat und herzlichem Entgegenkommen. Es kann nur von gröſttem Gewinn für uns und unsere Schüler sein, wenn wir mit der Dürerschule und ihrem Kollegium in dauernder Ver- bindung durch Austausch bleiben. Daraus geht unsere Ansicht über das Ge- samtre sultat deutlich hervor. Ich Nalte es für ein durchaus erfreu- liches und wertvolles.

Es ist andererseits selbstverständlich, daß man nach dieser ersten Erfahrung manches an- ders machen würde, um den Verlauf reibungsloser, das Ergebnis reicher zu gestalten.

Es müßten unsere Klassen in die Tradlition des Autauschs hineinw Aensef. damit allmäh- lich eine größere Selbsttätigkeit erreicht wird. Nur Klassen, die an scharfe Beobachtung und rasche. prägnante Wiedergabe des Erlebten gewöhnt sind. haben den rechten Nutzen.

Der Führer der Dresdener Kinder, Herr Studienrat Martin Leistner. der in nie ermüden- der Fürsorge seine Schützlinge betreute und zum Schauen und Beobachten anhielt, sprach sich in Briefen wiederholt sehr anerkennend über den Aufenthalt in Bad-Nauheim aus.Die Augen meiner Schiiler strahlen bei dem Namen Bad-Nauheim. In seinem Bericht an das sachsische RMinisterium für Volksbildung vom Oktober 1927 heifit es:Bad-Nauheim ist durch seine geographische Lage und geschichtliche Umgebung ein geradezu glücklicher Boden für ein reiches gewinnbringendes Erfeben. und es ist zu w ünschen. daß die günstigen Dres- dener und Nauheimer Erfahrungen bei dem diesjährigen Austausch den Anfang einer Tradi- tion Dresden Bad-Nauheim darstellen.

Für die Führung der Dresdener in Nauheim und Umgebung stellten sich die Herrn Dr. Plank und Dr. Knteriem bereitwillig zur Verfügung. In Friedberg zeigte Herr Prof. Dr. Blecher der Austauschklasse die Schätze des Mussums. und Herr Prof. Prekher ließ bei dem Unterrichtsgang durch die Stadt das mittelalterliche Priedberg vor den Augen der jugend- lichen Zuhörer neu erstehen.

Das Gebiet. das wir mit unserem ersten Klassenaustausch betreten haben. ist noch Neu- land. Es ist deshalb nicht zu verwundern, wenn einzelne Unternehmungen nicht so ersprieß- lich waren, wie wir es gewünscht hätten. Im ganzen genommen ist aber der Ertrag der Stu- dienfahrt sehr zukriedenstellendl und soll uns ermuntern. auf dem eingeschlagenen Wege weiterzuschreiten. SolcheExpeditionen. wohlvorbereitet und von fachmännischen Führern geleitet, sind ein hervorragendes Mittel, die alte Forderung der lebendigen Konzentration in ganz neuen Formen zu erfüllen und die Ausdrucksfähigkeit der Schüſer durch die nachfol- gende auswertende Arbeit zu heben und zu kräftigen. Die hohe Schulbehörde hat durch Thro Zustimmung zu unserem Plan den Gedanken des Klassenaustauschs wirksam gefördert und sich den herzlichen Dank der Lehrer und Schüler gesichert. die auf ihren Fahrten blei- bende Eindrücke und reiche Arbeitsimpulse empfangen haben.

Elternversammlung und Elternbeirat.

Am 25. Juni 1927 waren fast alle Eltern der Unterprimaner zu einer Aus- sprache über den Plan eines Klassenaustauschs mit der Dürer-Schule erschienen. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen ist unterKlassenaustausch berichtet. Der Elternbeirat trat am 24. Oktober 1927 zu einer Sitzung zusammen. Den Gegenstand der Beratungen bil- dete die Errichtung einer Schulbühne. Per Vorsitzende legte in Slängeren Ausführungen dar, aus welchen Gründen eine Schulbühne dringend erwünscht ist. Herr Stuclienrat Waldt. der als Gast der Sitzung beiwohnte, forderte die Bälme als wertvolles Hilfsmittel der ästhetischen Er- ziehung und wies auf die Maſinahmen hin, die bereits seit längerer Zeit bei uns ergriffen wurden. um den Sinn für das Schöne bei unseren Schülern zu entwickeln: die Schulbühne sei nur ein weiteres Glied in der Kette unserer auf Kunstpflege gerichteten Bestrebungen. Die Elternvertreter waren nach lebhafter Aussprache der Meinung. daſt die Stadt für dié als not- wendig erkannten Bildungsmittel aufkommen miüsse. Doch w urde auch empfohlen. durch eine Geldsammlung bei den Eltern zunächst einen Grundstock für die Anlage der Bühne zu schaffen, und man gab der Hoffnung Raum. daß die Stadt zu gegebener Teit schon weiter-