Jahrgang 
1928
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Montag. 20. August: Weimar: Besichtigung der Stadt. Schillerhaus, Goethehaus. Nach- mittag: Tiefurth.

Dienstag, 50. August: Fahrt nach Leipzig. Gemäldegalerie. Völkerschlachtdenkmal. Stadt. Fahrt nach Dresden.

Mittwoch, 51. August: Zusammenkunft in der Dürerschule. Beginn der schriftlichen Aus- arbeitungen der Reiseerinnerungen. Baden. Nachmittag: Moritzburg.

Donnerstag., 1. September: Königstein. Lilienstein. Bastei Wehlen. Bau des Elbsandstein- gebirges.

Freitag. 2. September: Morgens: Gemäldegalerie. Ausarbeitungen. Nachmittags: frei.

Samstag. 5. September: Morgens: Gemäldegalerie. Ausarbeitungen. Nachmittags: Pillnitz (Frl. Dr. Fröhlich als Führerin).

Sonntag, 4. September: Frei.

Montag, 5. September: Morgens: Loschwitz. Schillerhaus. Elbterrasse und ihr Bau. Nach- mittags: Führung durch die Stadt, besonders Frauenkirche.(Fihrung Herr Herold.)

Dienstag. 6. September: Meiſten.(Führung: Herr Dr. Trögel.) Besonders Burg und Porzellanmanufaktur.

Mittwoch, 7. September: Ausarbeitungen. Skulpturensammlung des Albertinums. Nach- mittags: Grünes Gewölbe.

Donnerstag. 8. September: Ausarbeitungen. Historisches Museum. Nachmittags: geologische Führung durch den Plauenschen Grund.(Führer: Herr Dr. Schuhmann.) Abends: Eltern- abend. Freitag. 9. September: Morgens: Papierausstellung.(Führer: Herr Herold). Nachmittags: rei.

Samstag. 10. September: Ausarbeitungen. Ein Teil der Klasse besucht noch einmal das Albertinum, der andere Teil die Gemäldegalerie. Nachmittags: Eimpfang der heimkehrenden Dresdener Klasse. Gelegenheit zum Besuch des Konzertes des Kreuzschülerchores. Abends 9 Uhr: Rückreise.

Sonntag. 11. September: Nachmittags 1 ½ Uhr: Ankunft in Bad-Nauheim.

jeder Schüler hat schon auf der Reise sein Tagebuch geführt, viele haben Skizzen ge- zeichnet oder Aufnahmen gemacht, jeder aber aus der Erinnerung auch den Eindruck von Gebäuden und Landschaften durch Wort und Bild festzuhalten versucht. Flüchtige Notizen, Skizzen und Erinnerungen wurden so zusammengefügt, und nun sind diese Tagebiccher in Bad-Nauheim ausgearbeitet worden als Reiscerinnerungshefte, in welchen Zeichnungen und Abbildungen mit eingefügt wurden. Ein Teil davon, den sich jeder Schiiler nach seinem Interesse wählen konnte, wurde als Aufsatz besonders ausführlich ausgearbeitet. So wurde das Beobachtungs- und Gestaltungsvermögen angeregt und geweckt. gerade so wie die Fähigkeit, ein abgeschlossenes Ganzes zu formen. Proben wurden in der Bad-Nauheimer Zei- tung abgedruckt.

Die Reise ist trotz der Schwierigkeiten der längeren Bahnfahrt und der Großistadt glück- lich verlaufen. Das Verhalten der Schüler wurde von den Pflegeeltern gelobt. Es ist klar, daß man den Schülern unterwegs mehr Freiheit zugestehen muß. Ob sie diese richtig benutzen, dafür ist schließlich der immer überwiegende Einfluß des Elternhauses maßgebend. So muß gesagt werden, daß die Ausnützung der gebotenen Gelegenheit sehr verschieden gewesen ist. Während die groſßte Mehrzahl mindestens gewissenhaft einige mit besonders großem Eifer und sorgfältiger Beobachtung arbeiteten, gab es auch einige, die nur als Mitläufer die Annehmlichkeiten der Auflockerung des Schulzwanges benützten. Solches wird besser vermieden werden können, wenn bei einer Klasse(25 Schüler und Schülerinnen) mehr als ein Lehrer mitgehen kann. Bei der Beurteilung ist auch zu bedenken, daß der Stoff Dresden für Bad-Nauheimer nicht so leicht zu bewältigen war. Dennoch haben sich die meisten rasch zurecht gefunden. Eine gewisse Vorarbeit war ja auch durch den Kunstunter- richt geleistet worden. Leichter war es wohl, den geologischen und geographischen Führungen zu folgen.

Was überraschend gut gelang. war das Einfügen in den Lebenskreis der Pflegeeltern, deren Urteil einstimmig nur Günstiges über Schüler und Schülerinnen aussagte. An dieser Stelle muf aber auch gesagt werden, daß die Elternschaft der Dürerschule uns in so herzlicher Weise empfangen, beherbergt und bewirtet und schließlich verabschiedet hat, wie es schöner gar nicht gedacht werden kann. Wer einen Einblick in das Wirken der Dürerschule gewinnt,