Jahrgang 
1928
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Hlugo Flemming vor den evangelischen Schülern der Klassen laIIlIa über Sittlich- keit und Selbstbeherrschung. Wir statten dem Redner auch an dieser Stelle un- seren verbindlichen Dank ab. Herr Dr. Rückle. der bekannte Mathematiker und Rechen- meister, erörterte am 15. September vor den Klassen la IIla zahlentheoretische Probleme von allgemeinem Interesse. Für die interessanten Ausführungen sei dem selbst- losen Redner bestens gedankt.

Vor den scheidenden Oberprimanern, denen sich einige Väter angeschlossen hatten, hielt am 24. Februar Herr Dr. Häberlin wie in den vergangenen Jahren einen aufklären- den Vortrag über die Wege zu einer begliickenden sittlichen Lebensführung. Der Redner ent- wickelte in wohl erwogenen Worten die Gefahren. die den Unbeherrschten bedrohen, und forderte von den jungen Menschen Mäſitigkeit und Enthaltsamkeit als Pflicht gegen sich selbst und ihr Volk. Für die trefflichen Darlegungen und die weisen Ratschläge sprechen wir Herrn Dr. Häberlin unseren verbindlichen Dank aus.

Die Kasseler Puppenspiele führten am 18. Oktober dasVolksstück von Dr. Faust auf: die Künstler hatte Herr Studienrat Bertram bei den Vorbereitungen zum Spiel in der Turnhalle der Stadtschule hilfreich unterstitzt. Am 21. Juni rollte der LehrfilmDas Volk der schwarzen Zelte in den Viktoria-Lichtspielen vor den Schülern ab. Eine Vorfüh- rung des Alaska-Films fand am 1. Dezember in den Terminus-Lichtspielen statt. Am 6. März 1928 folgte der Dschungel-Film Chang in den Terminus-Lichtspielen und am 15. März führten die Hessischen Lichtspiele für Schule und Volksbildung den Lehr- film Moana, der Sohn der Südsee, in unserer Turnhalle vor. Alle Filme waren vor ihrer Dar- bietung von Lehrern geprüft und für die Weiterbildung unserer Schiiler als geeignet und förderlich befunden worden.

In der Pfingstferien 1927 unternahm Ierr Studienrat Bertram mit einer größeren An- zahl von evangelischen Schülern aller Klassen eine Reise nach Marburg zum Besuch des Marburger Reformations-Festspiels.

Am 4. Juli besuchten die Klassen laIIb die AusstellungMusik im Leben der Völker in Frankfurt a. M. Die Oberprima und Untersekunda wurde von Ilerrn Ober- reallehrer Bechtolsheimer geführt, die Unterprima von Herrn Studienrat Bertram und die Obersekunda von Herrn Studienrat Jung. In der Ausstellung gab lerr Professor Schmidt Priedberg, der als Fachleiter für evangelische Kirchenmusik mit den Ausstel- lungsgegenständen eine genaue Vertrautheit besafi. den Primanern sachdienliche Erläuterun- gen. Am Nachmittag gingen die Klassen noch einmal in die Ausstellung oder besichtigten den Dom. denRömer und das Stadion.

Herr Studienrat Dr. Becker reiste am 15. Februar mit der Oberprima nach Lich, um die Brauerei Ihring-Melchior zu besichtigen. Dank dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Ihring jun. konnten die Schüler alle Einrichtungen eines modernen Brauereibetriebes genau kennen lernen.

Klassenaustausch der Ernst-Ludwig-Schule in Bad-Nauheim mit der Dürerschule in Dresden.

Um die Eltern über die Absichten zu verständigen, die uns bei dem Klassenaus- tausch mit der Dürerschule geleitet haben, lassen wir hier einen Artikel des Unterzeich- neten aus der Darmstädter Zeitung vom 21. September 1027 folgen. der sich grundsätzlich mit den im Austausch zu verwirklichenden Zielen und Möglichkeiten beschäftigt:

Jede Anlage ist wichtig, und sie mußt entwickelt werden. Wenn einer nur das Schöne, der andere nur das Nützliche befördert, so machen beide zusammen erst einen Menschen aus. Das Nützlichste befördert sich selbst, denn die Menge bringt es hervor, und alle können's nicht entbehren: das Schöne muß befördert werden, denn wenige stellen's dar, und viele be- dürfen's.(Goethe. Wilhelm Meisters Lehrjahre.)

Der Drang der Jugend, einmal dem Alltag der Heimat zu entrinnen, fremde Gegenden und Verhältnisse kennen zu lernen, ist stark und sitzt besonders bei den Deutschen tief im Blute. Diesem Wandertrieb tragen zahlreiche Jugendbünde Rechnung, die nach dem Kriege zu neuem., blühenden Leben erstarkt sind. Die Schule hat seither nur selten das Verlangen der Jugend. sich im eigenen Vaterlande näher umzusehen. befriedigen können. Die Monats-