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klang in den Wunsch aus, daß der Nachfolger in der gleichen Besinnung und Besonnenheit die Staatsgeschäfte führen möge.
Am Jugendfeiertag wurden nach Verabredung mit der Volksschule größere Wan- derungen unternommen, welche einzelne Klassen nach der Saalburg, nach Marburg, Kloster Arnsburg, Königstein usw. führten. Die Stadtverwaltung hatte zur Unterstützung bedürftiger Kinder in dankenswerter Weise für diesen Tag Mk. 75.— zur Verfügung gestellt. Die Fest- schriften der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung wurden kurz vor dem Landes- jugendfeiertag unter die Schüler verteilt.
Die Abschiedsfeier der Abiturienten fand am 7. März 1928, vormittags 11 ½ Uhr statt. Die Festrede hielt Herr Professor Fuldner, der Klassenführer der Ober-
rima. Er stellte in seinen Ausführungen iiber das Wesen der Bildung die Gesetzmäſßiig- Kelten des Naturgeschehens den sittlichen Werten gegenüber, die sich im menschlichen Han- deln, in Religion, Kunst und Geschichte ausprägen, und ermahnte zur Betonung der Geistig- keit, die allein eines wertvollen Menschen würdig sei. Der Sprecher der Abiturienten, Kurt Köster, stattete dann den Lehrern herzlichen Dank ab für die Mühe und Sorgfalt der Bil- dungsarbeit, die den ins Leben Hinaustretenden eine feste und gesicherte Grundlage zum weiteren Aufbauen gegeben habe. In den Schlußworten konnte der Direktor den Abiturien- ten die Anerkennung aussprechen, daß sie durch Empfänglichkeit und Aufgeschlossenheit für die hohen Aufgaben des Unterrichts den Lehrern viel Freude bereitet hätten., und manche von ihnen zu recht beachtlichen, selbständigen Leistungen vorgeschritten seien. Mit dem Glickwunsch der Ernst-Ludwig-Schule brachte der Unterzeichnete den scheidenden Schülern die besten Wünsche für ihr ferneres Leben dar, das von lauterem Dienste für Volk und Vaterland erfüllt sein solle. Mit dem Gesang des üblichen Liedes„Nun zu guter Letzt“ schloß die stimmungsvolle Feier.
Der Abiturient Hugo Wahl blieb der Feier fern. Ein unerbittliches Geschick hatte ihm in dem Augenblick, wo er mit frohem Mut in eine neue Lebensbahn eintreten konnte, am Abend des Prüfungstages den Vater durch einen Schlaganfall entrissen. Aus diesem Grunde sahen die Abiturienten auch von jeder geselligen Festlichkeit ab.
Künstlerkonzerte. Die geistigen Triebe und Kräfte entfalten sich nicht spontan aus eigener innerer Entwicklung, sondern meistens als Antwort und Widerhall auf die Pragen und Aufgaben, mit denen sie innerlich oder äußterlich in Berührung kommen. Recht viel- seitige Stoffe und Anregungen an die jungen Menschen heranzubringen, muß deshalb die Schule ernstlich bemüht sein, wenn sie alle Mittel zur Jugendbildung ausschöpfen will. Als besonders fruchtbringend für die spätere Lebensgestaltung betont die Schule in neuerer Zeit stärker als in dem zurückliegenden auf die Ausbildung und Schulung des Verstandes ge- richteten Zeitalter die kiinstlerischen und religiösen Bildungsgedanken. Damit setzt sich die Schule in Einklang mit der kulturellen Lage unserer Zeit, deren Spiegelbild ihr Lehrgut sein soll. wenn sie ihrer hohen Aufgabe als Kulturmittlerin und Kulturträgerin gerecht werden will. Neben die kiinstlerische Erziehung durch Zeichnen, Bildbetrachtung und Bildererläute- rung soll die Pflege der Musik treten. Wir wollen die Schüler einführen in das Reich der Töne, die Namen der groſten Musiker sollen in ihrer Vorstellung Wert und Inhalt gewinnen.
Von solchen Erwägungen ausgehend, haben wir die Künstler-Konzerte der Ernst-Ludwig- Schule ins Leben gerufen, die unter Leitung von Herrn Oberreallehrer Bechtolsheimer in zwangloser Folge vor unseren Schiilern in der Turnhalle veranstaltet werden. Im 1. Kon- zert, das am 15. Februar 1928 stattfand und dessen Einrichtung Frau Amtsgerichtsrat Kläre Schneider freundlicherweise übernommen hatte, spielte Frau Kramer-Büche(Violine), von ihrem Gatten am Klavier begleitet, 5 Sonatinen von Franz Schubert. Die Darbietungen des 2. Konzerts am 20. März wurden von den Herrn W. Bechtolsheimer(klavier), H. Greb(Violine) und unserem Abiturienten Armin Hanke(klavier) bestritten. Es wurden folgende Musikstücke zu Gehör gebracht: A dur Sonate von G. F. Händel, V. Sym- phonie von Beethoven, Es dur Sonate von Mozart.
Ferner wurden den Schülern einige Vorträge belehrender Art im Laufe des Schul- jahres geboten. Am 20. Juni sprach Oskar Fiedler über YVortragskunst und erläuterte den Schiilern durch Beispiele, wie durch eine bewuftte Atemtechnik die Ausdruckskraft zu steigern und das Tempo der Rede zu regeln ist.— Während der Religiösen Vortragswoche in der Dankeskirche sprach auf Anregung des Herrn Pfarrer Knodt der Hamburger Pastor


