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um das Gelingen des Festes verdient gemacht hatten, wurde durch Herrn Bürgermeister Dr. Kayser in einem Hoch der Dank der Gäste gesagt. Viele Briefe und Depeschen bewiesen die Teilnanme an dem für die Schule so überaus wichtigen Feste.
Für alle Beweise treuer Anhänglichkeit den herzlichsten Dank auszusprechen ist dem Unterzeichneten eine große Freude; in ihm lebt die Gewißheit, daß der denkwürdige Tag der Einweihung allen Festteilnehmern wie uns selbst in freundlichster Erinnerung bleiben wird.—
2. Zur Geschichte der Anstalt.
Die Ostern 1905 begonnene Umwandlung der höheren Bürgerschule für Mädchen in eine Realschule mit gemeinsamem Unterricht für Knaben und Mädchen und mit der Berechtigung zur Ausstellung gültiger Zeugnisse über die wissenschaftliche Qualifikation zum einjährig-frei- willigen Militärdienst wird diese Ostern fortgesetzt durch Einrichtung der Real-Obertertia. Die noch übrigen reinen Mädchenklassen Unter- und Obersekunda bestehen in der Weise weiter, daß Ostern 1910 die Untersekunda, Ostern 1911 die Obersekunda verschwindet und die ent- sprechende Realschulklasse mit Knaben und Mädchen an ihre Stelle tritt. Wir veröffentlichen auf Seite 13 den auf Grund eingehender Beratungen des Lehrerkollegiums für Sexta(VI), Quinta(V), Quarta(IV), Untertertia(IIIb) und Obertertia(IIla) ausgearbeiteten und vom Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, genehmigten Unterrichtsplan, der die Eltern unserer Schüler und Schülerinnen über die von diesen Klassen zu lösenden Aufgaben orientiert und ein Ver- zeichnis der eingeführten Lehrbücher enthält.—
Die Verteilung der Lehrpensen auf die Mädchenklassen Unter- und Obersekunda ist in unserem jahresberichte Ostern 1906 veröffentlicht, der jedem Interessenten kostenfrei zur Ver- fügung steht.—
In der Organisation unserer Ernst Ludwig-Schule steht eine Aenderung bevor. Die Lateinkurse in VI und V werden in Zukunft wegfallen. Wir werden zwar den in Sexta be- gonnenen Lateinunterricht noch ein Jahr in Quinta fortführen, mit dem Schuljahr 1900/10 aber Lateinunterricht in Sexta nicht mehr beginnen. Maßgebend für diese Aenderung ist lediglich die geringe Frequenz. Außerdem werden durch Wegfall der Lateinkurse zuerst 7, später 14 Unterrichtsstunden gewonnen, wodurch die Verteilung der übrigen Unterrichtsstunden, deren wöchentliche Zahl durch Einführung des Realschullehrplans mit jedem Jahr erheblich wächst, unter die Lehrenden sich leichter bewerkstelligen läßt.— Auf Wunsch der Eltern sind wir je— doch gerne bereit, ihre Kinder, die nach absolvierter Quinta das Gymnasium besuchen sollen, in Privatkursen im Lateinischen unterrichten zu lassen.—
Den Eltern, die ihre Kinder unserer Anstalt anvertrauen wollen, wird dringend empfohlen, sie möglichst früh aufnehmen zu lassen, da der Eintritt in eine höhere Klasse als die Sexta für solche Schüler, die nicht von einer Realschule kommen, mit großen Schwierigkeiten verbunden ist und nur auf Grund einer eingehenden Prüfung erfolgen kann.
Durch Errichtung der Realuntertertia und Vornahme anderer Klassenkombinationen waren 7 Stunden mehr erforderlich als im vorausgegangenen Schuljahr. Erfreulicherweise konnten diese Stunden vom Kollegium gehalten werden.—
Mittwoch, den 10. Juni, nanm der unterzeichnete Rektor an der Jahresversammlung des Deutschen Vereins für Schulgesundheitspflege in Darmstadt teil.—
Herr Lehrer Walther war vom 16. juli bis 12. August zu einem Zeichenkursus nach Alzey einberufen. Seine Vertretung übernahmen die Mitglieder des Kollegiums.—
Am 21. August und 21. November beehrte Herr Oberschulrat Block die Schule mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.—
Am 31. August führte das Wissenschaftliche Theater„Urania“(E. Gobbers, Düsseldorf) unseren Schülern und Schülerinnen die Studienreise Dernburgs nach Ostafrika in klaren und schönen Lichtbildern mit begleitendem Vortrage vor. Die ganze Veranstaltung gab uns ein lebendiges zusammenhängendes Bild von unseren Kolonien und deren Erzeugnissen und war für Lehrer und Schüler in hohem Grade belehrend, anregend und unterhaltend zugleich.—
Am Sedanstag wurde unter Aussetzung des Unterrichts eine der Bedeutung des Tages entsprechende Schulfeier veranlaßt. Die üblichen Klassengänge mußten wegen der unbeständigen Witterung an diesem Tage unterbleiben..


