Jahrgang 
1908
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stellung wurden von den Pflegern durchschnittlich ca. 85 o der zur Pflege abgegebenen Pflanzen eingeliefert. Die Preisrichter waren in der Lage, 16 Auszeichnungen zu erteilen. Die Preisver- teilung am Nachmittag des 8. September gestaltete sich zu einer schönen Festfeier, an welcher auf ergangene Einladungen die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, Lehrer, Kinder, sowie ein zahlreiches Publikum teilnahmen. Die Feier begann mit einer Ansprache des Unter zeichneten und dem Verlesen der preisgekrönten Kinder. Hoffen wir, daß die einmal verwirklichte glückliche Ildee, die Blumenpflege in den Dienst der Erziehung und der Schule zu stellen, zum Segen der Schule, des Hlauses und des Gemeinwesens volle Würdigung finden möge.

Mittwoch, den 11. September, fiel der Unterricht von 10 Uhr an aus. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog beehrte unsere Stadt gegen 1 Uhr nachmittags mit seinem Besuche und wurde durch Schüler und Schülerinnen, welche mit dem Lehrerkollegium in der Terrassenstraße Spalier standen, freudig begrüßt. 1b

Die Wiederimpfung der 12jährigen Kinder fand am 13. September, die Nachschau am 20. September statt.

Am 17. September, dem Geburtstag Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin, fiel der Unter- richt aus.

Durch Ministerialverfügung vom 1. Oktober 1907 wurde der Lehramtsreferendar Theodor Heuß zum Lehramtsassessor ernannt.

Herr Pfarrassistent Knott erhielt am 14. Oktober aus Gesundheitsrücksichten einen vier- wöchentlichen Urlaub; seine Stunden wurden von den hierrn Pfarrer Wissig und Lehrer Walther vikariert. Nach dem Urlaub wurden die während des Sommers in evang. Religion kombinierten Klassen VI und V getrennt unterrichtet. Lehrer Walther übernahnm den Unterricht in Klasse VI, Pfarrassistent Knott in Klasse V.

Am 22. November beehrte Herr Oberschulrat Block die Schule mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht mehrerer Klassen bei.

Großherzogs Geburtstag beging die Schule durch eine gemeinsame Feier in dem Singsaale der Stadtschule, wobei Herr Oberlehrer Dr. Stockhausen die Festrede hielt. Verlauf der Feier: 1) Chorgesang: 130. Psalm:Jauchzet, jauchzet dem Herrn. 2) Vorträge: a.Großherzogs Geburtstag von Ph. See, Fr. Mattke V; b.Zum Geburtstag des Landesherrn« von A. Börckel, M. Heß IIla. 3) Chorgesang: Vaterlandslied:Auf deinen Höhn. 4) Ansprache des Ober lehrers Dr. Stockhausen:Die innere Verwaltung Hessens in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Der Redner ging von der äußeren Zusammensetzung des hessischen Gebietes innerhalb der Jahre 1803 bis 1816 aus; er schilderte das Bestreben des Großherzogs und der Regierung auf Vereinheitlichung und allmähliche organische Verschmelzung der Gebiete, sprach von den Reformen für einzelne Stände unter dem absoluten Regiment Ludwigs und ging dann näher auf die Geschichte der hessischen Verfassung ein. Er gab weiter in einer Uebersicht von den verschiedenen Verbesserungen auf den einzelnen Verwaltungsgebieten, insbesondere vom Abschluß des preußisch-hessischen Zollvereins, und dem Erlaß einer Schulordnung Kunde. Mit dem Wunsche, daß unser Großherzog sich die gleiche Liebe seines Volkes zu erhalten wisse, wie es Ludwig I. verstanden, schloß die Rede mit einem Hoch auf den Landesvater. 5) Hymne.

Am 3. Dezember hielten die Herren Schulze und Pape aus Hamburg einen unterhaltenden und belehrenden Projektionsvortrag über die deutsche Nordsee und Südwestafrika.

Mit dem im Jahre 1906 beschlossenen Neubau einer höheren Bürgerschule ging es rüstig vorwärts. Nachdem die von Herrn Stadtbaumeister Schmidt entworfenen Pläne von den städtischen Behörden, dem Kreisamt und der Bauabteilung des Großh. Ministeriums unter der Leitung des Geh. Oberbaurats Hofmann genehmigt worden waren, erfolgte am 23. Juli 1907 der erste Spaten- stich und schon gegen Ende Dezember war der Rohbau in der Ffauptsache vollendet. Wir möchten jetzt nur noch den Wunsch hinzufügen, daß auch die Arbeiten im Innern des Hauses einen guten Fortgang nehmen, damit wir, wie projektiert, Ostern 1900 unser neues Heim beziehen können.

Wegen Reparatur des Kessels der Zentralheizung im Gebäude der höheren Bürgerschule mußte der Unterricht, soweit er in diesem Fause stattfindet, in der Zeit vom 7. bis. 10. Januar incl. ausfallen. 1 33.

Am 27. Januar wurde der Geburtstag des deutschen Kaisers in den einzelnen Klassen

durch Ansprachen seitens der Klassenlehrer in entsprechender Weise gefeiert.