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Am 21. juni prüfte Herr Bischof Dr. Kirstein in der hiesigen Kirche die katholischen Schüler und Schülerinnen unserer Anstalt in Religion.—
Den Tagesausflug unternahmen sämtliche Klassen am 21. August. Ila und IIb machten von Gießen aus eine schöne Wanderung über Annerod, die„Hohe Warte“ u. s. w. nach dem Schiffenberg; auf dem Rückwege durch die Lindener Mark wurde das Bergwerk besichtigt. IIIa erstieg von Gießen aus den Gleiberg und den Dünsberg und fuhr am Nachmittag von Bieber aus über Gießen nach Bad-Nauheim zurück. IIIb benutzte die Bahn bis Eppstein i. T., besuchte zu Fuß den Rossert und ging durch das herrliche Fischbachtal nach Eppstein zurück. V wanderte über Winterstein, Ziegenberg, Forsthaus Hubertus, durch das Isseltal über den Hausberg nach Butzbach. V erreichte mit der Bahn Ober-Rosbach, marschierte über Restaurant Waldschlößchen nach der Kapersburg, von dort begab sie sich nach der Lochmühle, ging durch das schöne Köpperner Tal nach Bahnhof Köppern, von wo der Bahnzug 6.38 Uhr sie wieder heimwärts führte. VI wanderte nach Besichtigung der Stadt Gießen, des Philosophenwalds und des Exerzierplatzes auf dem nächsten Weg nach dem Schiffenberg. Der Tag war vom herrlichsten Wetter begünstigt.
Außer diesem Tagesausflug wurden am Vormittag von den einzelnen Klassen verschiedene, meist 2—3stündige Spaziergänge nach den schönsten Punkten der nächsten Umgebung unserer Stadt unternommen.—
Da unser Spielplatz bei dem am 30. Juni stattgefundenen Gauturnen als Festplatz diente, konnten die Jugend- und Turnspiele im verflossenen Sommer erst nach den juliferien beginnen. Die Beteiligung an diesen Bewegungsspielen war eine recht rege und erfreuliche, insofern sich durchschnittlich 50% der Gesamtschülerzahl einfanden. Es mag gleich an dieser Stelle erwähnt sein, daß die Jugend- und Turnspiele auch in dem neuen Schuljahr auf demselben von der Stadt- verwaltung uns zur Verfügung gestellten Platze stattfinden werden und zwar voraussichtlich in denselben Stunden wie im letzten Sommer. Um des vortrefflichen und segensreichen Zwecks willen sei diese Einrichtung, welche für die Kinder keinerlei Kosten verursacht, der tatkräftigen Unterstützung und Förderung der Eltern eindringlich empfohlen, damit der Prozentsatz der sich beteiligenden Schüler und Schülerinnen sich im kommenden Sommer womöglich noch günstiger stelle. Den Lehrern und Lehrerinnen sei für die freiwillig ausgeübte Beaufsichtigung und Ueber-— wachung der spielenden Kinder herzlich gedankt.—
Der Hitze halber mußte die 5te Vormittagsstunde, beziehungsweise der Nachmittags- unterricht dreimal ausgesetzt werden.“
Am Sedanstage wurde unter Aussetzung des Unterrichts eine der Bedeutung des Tages entsprechende Schulfeier veranstaltet. Nach der Feier machten die einzelnen Klassen Spaziergänge nach schön gelegenen Punkten der Umgebung Bad-Nauheims.—
Wie bereits in vielen anderen deutschen Städten hat sich auch in Bad-Nauheim auf An-— regung des Herrn Kreisrat Fey aus Friedberg eine Kommission gebildet, welche durch Veranstaltung praktischer Blumenpflege durch Schulkinder in Verbindung mit öffentlichen Ausstellungen der gepflegten Gewächse sowie Prämiierung der besten Leistungen bezwecken will, erziehend und veredelnd auf das kindliche Gemüt einzuwirken. Auf Anregung des Herrn Obergärtner Vogel dahier hatte sich die Firma Gebrüder Siesmayer in uneigennütziger, höchst dankenswerter Weise bereit erklärt, aus ihren hiesigen Beständen geeignete Pflanzen zur Verteilung an Schulkinder zur Verfügung zu stellen und die Veranstaltungen der Kommission nach Kräften zu fördern. So war es uns ermöglicht, gleich bei Beginn unserer ersten Tätigkeit die Verteilung von Pflanzen in jeder nur gewünschten Weise vorzunehmen und die einzelnen Klassen sogar mit verschiedenen Species zu versehen. Mittwoch, den 290. Mai kamen 63 Topfpflanzen an die Kinder der Klassen IV—lla zur Verteilung und zwar 24 Stück„Pelargonium peltatum“ an die Klasse IV, 20 Stück„Helio- tropium peruvianum“ an die Klasse IlIb und 19 Stück„Begonia hybrida“ an die Klassen IIla—lla. Die Anleitung zu einer erfolgreichen Pflege geschah im naturgeschichtlichen Unterricht; auch hing in allen in Betracht kommenden Klassensälen je ein gedrucktes Plakat:„Allgemeine Regeln für erfolgreiche Pflege der Zimmerpflanzen“. Diese Regeln wurden den Belehrungen der Cleich- mäßigkeit halber zu Grunde gelegt.
Unsere Wünsche, daß die lieblichen Kinder Floras unter den schützenden und pflegenden Händen der Kinder fröhlich gedeihen möchten, hatten sich erfüllt, denn die Veranstaltung wurde einstimmig als eine wohlgelungene und in den angestrebten Zielen als eine äußerst segensreiche bezeichnet. Zu der am 8. September 1907 in der Turnhalle der Stadtschule stattgehabten Aus-


