Jahrgang 
1915
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Ausser den Wanderungen in die nähere Umgebung von Alzey gelegentlich der Monatsspaziergänge und des Tagesausfluges wurden von den einzelnen Klassen keine besonderen Ausflüge unternommen.

Am 27. Januar besuchten Schüler der Klassen IIb und lla unter Führung von Herrn Assessor Schorlemmer eine Tell-Vorstellung im Mainzer Stadttheater.

5. Unsere Schule nach Ausbruch des Weltkrieges 1914/15. Mitten in unsere Ferien fiel der Beginn des SADIe den gallische Rachsucht, russische Barbarei und englischer Krämerneid unserem Vaterlande aufgezwungen hatten. In geeinter Kraft voll freudigen Opfermutes erhob sich unser ganzes Volk zu dem Streite um unsere nationale Ehre, um unsere Unabhängigkeit und um unser Dasein. Auch die Jugend der höheren Schulen wollten in diesem schweren Ringen nicht fehlen und eilte begeistert zu den Waffen mit dem festen Willen, mit Gottes Hilfe die heiligsten Güter unseres Vaterlandes zu schützen und unserer gerechten Sache zum Siege zu verhelfen.

Zu den Fahnen wurden sofort eingerufen: 1. Der Direktor. Mit seiner Vertretung wurde Herr Professor Partenheimer beauftragt. 2. Herr Oberlehrer Lahr, 3. Herr Ober- lehrer Becker, 4. Herr AssessorDr. Kämmerer, 5. Herr Assessor Schlierbach, 6. Herr Assessor Schuckmann, 7. Herr Assessor Dr. Keym, 8. Herr Assessor Dr. Sandels.

Von diesen sind bis jetzt verwundet gewesen die Herren Becker und Lahr. Diese beiden und die Herren Dr. Kämmerer und Schuckmann wurden mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Herrn Schuckmann wurde ausserdem der bayerische Verdienstorden 4. Klasse mit Schwertern verliehen. Befördert wurden: Der Direktor zum

Hauptmann, die Herren Becker, Dr. Kämmerer, Schuckmann und Dr. Keym zu Leutnants.

Von unseren Schülern traten als Kriegsfreiwillige ein: Aus IIb: Emil Mann und Karl Schmitt; aus lla: Jakob Lawall und Ernst Hotmann, der verwundet wurde und wegen eines Herzleidens noch nicht wieder ins Feld gehen konnte.

Nach den Sommerferien, die um drei Tage verlängert werden mussten, konnte zunächst nur ein stark verkürzter Unterrichtsplan eingeführt werden. Da nur wenige Züge verkehrten, war es unseren meisten auswärtigen Schülern vorläufig nicht möglich am Unter- richte teilzunehmen. Zur Teilnahme wurden deshalb nur verpflichtet: 1. Älle Schüler aus Alzey, Schafhausen und Albig; 2. Alle Schüler, die aus der Richtung Kirchheimbolanden kamen; 3. Alle Schüler, die auch früher zu Rad oder zu Fuss gekommen waren. Nach Er Ben untl sich aber auch die anderen auswärtigen Schüler wieder zum Unter- richt einfinden.

! Wegen des Mangels an Lehrkräften und der schlechten Zugverbindungen wurden die täglichen Unterrichtsstunden auf 4 beschränkt und die beiden Sexten, Quinten und Quarten vereinigt. Anfang September erklärten sich die Herren Eckelhöfer und Schmitt aus Alzey, die gerade ihre Staatsprüfung bestanden hatten, und die Herren Kandidaten des höheren Lehrfachs Neidlinger und Mahrt bereit, einige mathematische, biologische und chemische Stunden zu übernehmen, wodurch ein fünfstündiger Vormittagsunterricht wieder eingeführt werden Konnte. Später traten die Herren Schmitt und Eckelhöfer ihren Vorbereitungsdienst in Mainz an, während Herr Neidlinger zum Abschluss seiner Studien nach Giessen zurückkehrte, und Herr Mahrt zum Militär eingezogen wurde. Da nun aber am Lehrerseminar einige Klassen geschlossen wurden, konnten die Herren: Prof. Dr. Männchen, Assessor Rüdinger, Assessor Dr. Seibert, Seminarlehrer Gassner und Seminarlehrer Benz verschiedene mathematische, biologische, physikalische, chemische und geographische Stunden übernehmen, wodurch die Teilung der Quarten wieder möglich wurde. Allen oben genannten Herren, welche uns so freundlich unter- stützten, danken wir herzlichst für ihre Hilfe. Als Vertreter von Herrn Oberlehrer Becker erschien nach den Herbstferien Herr Lehramtsassessor Dr. Escher. Dadurch konnten die vorher beschränkten Stunden des Progymnasiums wieder in ihrem vollen Umfange auf- genommen werden, was aber nur dadurch möglich war, dass einige von ilınen trotz der schlechten Zugverbindungen auf den Naclımittag gelegt wurden.

Am 19. Januar übernahm der Unterzeichnete, dessen Unabkömmlichkeit im Schul-