anstelle des nach Heldenbergen versetzten Pfarrers Lorenz Schreiber dem Piarrverwalter Friedrich Hoffmann zu Alzey übertragen.(Min.-Verf. v. 1. V. 05.)— Durch Ministerial- Verfügung vom 1. Oktober 1905 wurde Lehramtsakzessist Philipp Seitz zum Lehramtsassessor ernannt.— Lehramtsakzessist Karl Riehl wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1905 an zur Ableistung seines einjährig-freiwilligen Militärdienstes aus dem Schuldienste beurlaubt. An seiner Stelle wurde dem Lehramtsassessor Christoph Kobelt in Butzbach die provisorische Ver- waltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen.(Min.- Verf. v. 9. X..05.)— Mit Wirkung vom 16. Oktober 1905 wurde dem Lehramtsassessor Philipp Seitz die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Gau-Odern- heim sowie die Leitung dieser Anstalt übertragen und an seiner Stelle der Lehramtsassessor Dr. Ludwig Spilger zu Gau-Odernheim mit der provisorischen Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey betraut.(Min.-Verf. v. 11. X. 05.)— An- stelle des nach Guntersblum versetzten Pfarrverwalters Friedrich Hoffmann wurde die Er- teilung des katholischen Religionsunterrichts dem neu ernannten Pfarrer Johannes Metzger zu Alzey mit Wirkung vom 1. Oktober 1905 an übertragen.(Min.-Verf. v. 28. IX. 05.)— Durch Dekret vom 18. Oktober 1905 wurde dem Oberlehrer Joseph Geyer der Charakter als Professor verliehen.— Durch Dekret vom 17. Januar 1906 wurde der Lehramtsassessor Dr. Heinrich Massing zu Alzey zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey ernannt.
Heinrich Massing, geboren am 1. Januar 1877 zu Griesheim(Kr. Darmstadt), besuchte die Volks- schule seiner Heimatgemeinde und seit Ostern 1888 das Realgymnasium zu Darmstadt, das er Ostern 1897 mit dem Zeugnis der Reife verliess. Er widmete sich an den Universitäten Strassburg, Berlin und Giessen dem Studium der Neueren Sprachen und des Deutschen und bestand im August 1901 die Prüfung für das höhere Lehramt. Nach Ablauf des Militärjahres dem pädagogischen Seminar am Neuen Gymnasium zu Darmstadt zugewiesen, verliess er dieses Pfingsten 1903, um die Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey zu übernehmen, und ist seit dieser Zeit an dieser Anstalt tätig. Am 15. September 1904 erhielt er von der Landes-
Universität auf Grund einer schriftlichen Arbeit:„Die Geistlichkeit im altfranzösischen Volksepos“ und einer münd- lichen Prüfung die Doktorwürde. Am 1. Oktober 1904 wurde er zum Lehramtsassessor ernannt.
3. Durch Verordnung vom 9. Dezember 1905 wurde bestimmt, dass die Aspiranten des höheren Lehramts während des Vorbereitungsdienstes die Bezeichnung„Lehramtsreferendar“ zu führen haben.
4. Prüfung. Am 23. März 1906 fand die regelmässig im Frühjahr abzuhaltende Ab- schlussprüfung für Schüler der IIb unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Oberschulrats Nod- nagel statt.
5. Schulfeiern. Am 9. Mai 1905 wurde zur Feier des 100jährigen Todestages Schillers ein Schulaktus mit Vortrag Schillerscher Gedichte abgehalten. Die Festrede hielt der Direktor.— Der Sedantag wurde durch Ansprachen der Klassenführer und durch Schul- ausflüge gefeiert.— Die Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs und Seiner Majestät des Kaisers wurden in üblicher Weise durch Schulakte gefeiert. Am 25. November hielt Professor Geyer, am 27. Januar Oberlehrer Jung die Festrede.
6. Vorträge. Am 21. Februar 1906 hielt Oberlehrer Völzing im Physiksaal der Real- schule vor Lehrern und Freunden der Anstalt einen Vortrag über„Römische Niederlassungen in Deutschland“; am 21. März 1906 hielt Lehramtsassessor Dr. Spilger einen Vortrag über „Bakterien“; beide Vorträge waren mit der Vorführung von Lichtbildern verbunden
7. Gesundheitszustand. Während des Sommers war der Gesundheitszustand normal. Gegen Ende des Sommerhalbjahrs stellten sich vereinzelte Fälle von Masern, Röteln, Scharlach und Diphtheritis ein. Im ersten Quartal des Winterhalbjahres herrschte Masern unter den jüngeren Schülern in grösserer Ausdehnung. Auch Erkrankungen der Atmungsorgane ver- ursachten mancherlei Störung. Alle Krankheitsfälle verliefen gutartig.
8. Gesundheitspflege. Bewegungsspiele wurden von den in 4 Spielabteil- ungen eingeteilten Schülern der Klassen Ila—Vll in den beiden Realschulhöfen bei günstigem Wetter eifrig geübt. Auch die hiesigen Badeanstalten wurden von vielen Schülern benutzt. — Ein Tagesausflug(am 10. August 1905, Ziele: Hartenburg—Limburg, Donnersberg, Rhein- grafenstein— Ebernburg, Rheinfels, Niederwald-Denkmal, Kirchheim— Schillerhain), einige kleinere Schulspaziergänge wurden unternommen. Am 25. Januar 1906 wurde der Nachmittags-


