Jahrgang 
1906
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wörter; der einfache und einfach erweiterte, zusammengezogene und zusammengesetzte Satz, die Periode), Geschichte, Geographie, Schönschreiben, Zeichnen, Musik(Klavier, Violine, Gesang, die ersten Anfänge in der Theorie der Musik). Da es auch neuerdings mehr- fach vorgekommen ist, dass junge Leute, die eine höhere Schule besucht und mit genügenden Zeugnissen verlassen. hatten, die Aufnahmeprüfung an einem Lehrerseminar um deswillen nicht zu bestehen vermochten, weil sie trotz der wesentlichen Verschiedenheit der in Betracht kommen- den Lehrpläne versäumt hatten, sich einer besonderen Vorbereitung für diese Prüfung zu unter- ziehen, so ist wiederholt durch Ministerial-Verfügungen und neuerdings durch Min.-Verf. v. 23. Mai 1905 angeordnet worden, dass diejenigen Schüler, die demnächst in ein Schullehrerseminar einzutreten gedenken, nachdrücklich darauf hinzuweisen sind, dass ein günstiger Erfolg der Seminaraufnahmeprüfung in der Regel nur dann erhofft werden kann, wenn eine gründliche Wiederholung, namentlich der sogen. Realien unter tunlichst genauer Berücksichtigung der be- sonderen Seminarforderungen vorausgegangen ist. Durch die gleiche Verfügung wird als geeig- neter Zeitpunkt für den Übertritt aus einer Realschule in ein Schullehrerseminar der Abschluss der Obersekunda(nicht der Untersekunda) bezeichnet und darauf hingewiesen, dass bei den mit dem Befähigungszeugnis zum einjährigenDienst aus Untersekunda austretenden Realschülern das erforderliche Mass von Kenntnissen in der Regel kaum vorauszusetzen sein wird.

5. Ferien. Die Ferien fallen im Schuljahr 1906/07 auf folgende Zeiten: Pfingstferien vom 3. bis 6. Jun, Sommerferien vom 1. bis 29. Juli, Herbstferien vom 23. September bis 7. Oktober 1906, Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1906 bis 6. Januar 1907, Oster- ferien vom 21. März bis 6. April 1907.

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F. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Das Schuljahr 1905/06 begann am 1. Mai 1905 und endigt am 4. April 1906.

2. Personalangelegenheiten. Durch Dekret vom 25. März 1905 wurde der Ober- lehrer an dem Realgymnasium zu Giessen Karl Völzing zum Öberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey ernannt.(Besetzung der einen neu errichteten Lehrerstelle.)

Karl Völzing, geboren am 11. November 1870 zu Hersfeld, bestand am 26. Februar 1892 die Reife- prüfung an dem Gymnasium zu Worms, widmete sich alsdann auf der Landesuniversität zu Giessen dem Studium der klassischen Sprachen, des Deutschen und der Geschichte und legte am 4. August 1896 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab. Nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes an dem pädagogischen Seminar des Neuen Gym- nasiums zu Darmstadt war er an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium daselbst und dann an dem Gymnasium zu Büdingen tätig. Am 1. Oktober 1898 erfolgte seine Ernennung zum Lehramts-Assessor. Am 1. April 1899 wurde er mit der Leitung der höheren Bürgerschule in Hungen beauftragt, durch Dekret Seiner Königl. Hoheit des Grossherzogs vom 17. April 1902 zum Rektor dieser Anstalt und durch Dekret vom 28. September 1904 zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Giessen ernannt. Diese Stelle bekleidete er bis zum 30. April 1905.

Mit Wirkung vom 1. Mai 1905 an wurden die Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey Gustav Nennstiel(Dekret v. 25. Ill. 05.) zum Oberlehrer und Leiter der höheren Bürgerschule zu Homberg a. d.©. mit dem AmtstitelRektor, Professor Dr. Karl Zimmer(Dekret v. 5. IV. 05.) zum Öberlehrer und Leiter der höheren Bürgerschule zu Bad- Nauheim mit dem AmtstitelRektor ernannt. Mit Wirkung von dem gleichen Tage wurde den Lehramts-Akzessisten Philipp Seitz zu Alzey(Min.-Verf. v. 15. IV. 05.) und Konrad Richter zu Giessen(Min.-Verf. v. 17. IV. 05.) die provisorische Verwaltung der beiden erledigten Lehrerstellen an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen. Mit Wirkung von dem gleichen Tage wurde dem Lehramts-Akzessisten Karl Riehl zu Mettenheim(Min.- Verf. v. 28. IV. 05.) die provisorische Verwaltung der zweiten neu errichteten Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen. An Stelle des seit 15. Oktober 1904 mit dem israelitischen Religionsunterricht betrauten Lehrers und Kantors Abraham Stern wurde die Erteilung des israelitischen Religionsunterrichts an der Realschule und dem Progym- 'nasium zu Alzey mit Wirkung vom 1. Mai 1905 ab dem Rabbiner Dr. Julius Lewit zu Alzey übertragen.(Min.-Verf. v. 26. IV. 05.) Mit Wirkung von dem gleichen Tage wurde die Er- teilung des katholischen Religionsunterrichts an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey