Aufsatz 
Unser Landheim zu Niedernhausen i. O. : Warum strebte die Eleonorenschule nach einem Landheim? / Dr.Heldmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Unſer Kindergarten

Unſer Kindergarten erfreut ſich einer ſtets zunehmenden Kinderzahl. Es iſt leider aus Raummangel nicht möglich, die zahlreich vorgemerkten Kinder ohne lange Wartezeit aufzunehmen. Aus dem gleichen Grunde iſt die Anleitung und Beſchäftigung der vielen Frauenſchülerinnen es iſt jetzt die doppelte Anzahl von Schülerinnen im Vergleiche mit den früheren Jahren da im Kindergarten oft ſehr ſchwierig. Unſer Wunſch geht deshalb dahin, möglichſt bald einmal aus dieſer Enge hinauszukommen, wenn irgend möglich heraus aus der Schule, die ebenfalls dringend Platz braucht. Wir wünſchen uns ein Haus für unſere Kinder und vielen Schülerinnen, das ähnlich eingerichtet wie die vielen vorbildlichen gleichen ſtädtiſchen Anſtalten der Stadt Frankfurt, oder wie Offenbach und Mannheim es haben, uns erſt eine wirklich nutzbringende Arbeit ermöglicht! Eine äußerſt wertvolle Bereicherung erhielt unſer Betrieb ja im vergangenen Jahre; die Stadt überließ uns den prachtvollen Garten gegenüber der Schule. Er wird für unſere Kinder in der nun kommenden Sommerzeit nicht nur in geſundheitlicher Hinſicht von wohltätigſtem Einfluſſe ſein, er iſt in ſeiner Ausgedehntheit und mit ſeinen vielen Schlupfwinkeln eine Stätte, die echtes Kinderſpiel und wahre Kinderfreude hervorruft, wie kaum ein anderer Platz oder Raum es vermag. Wie beeinflußt dieſer Garten unſere Kinder! Neben dem ganz freien ungezwungenen Spiele, das ſich da viel beſſer entfaltet, laſſen ſich gemeinſame Spiele, Gruppenarbeit, Gymnaſtik ganz anders durchführen wie in den überfüllten RKäumen. So war bereits im letzten Sommer unſer Garten der von Kindern und von allen Helferinnen(Frauenſchülerinnen, Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen) am liebſten aufgeſuchte Ort. Herbſt und Winterzeit halten uns in den Räumen feſt. Letztere wirken durch den friſchen Anſtrich der Wände und durch die neue Einrichtung, die im Laufe des letzten Jahres angeſchafft werden konnte, recht freundlich und wohnlich. Die neue Art der Kindertiſche und⸗Stühle und die Anordnung der kleinen Möbel im Raume geben jedem Zimmer ein beſonderes Ausſehen, die Möbel ſind für eine Gruppen einteilung im großen Raume auch ſehr praktiſch. Hätten wir einige Räume mehr, ließe ſich durch die leichte Verſtellbarkeit dieſer handlichen Tiſche und Bänke eine gute Gruppenarbeit für die Frauenſchülerinnen ermöglichen. Arbeits- und Spielmaterial iſt auch ergänzt worden und nun ausreichend vorhanden. Blumen und Vögel, ja auch Fiſche gibts in allen Zimmern zur Tier und Pflanzenpflege; ſie beleben die Räume ſehr. Das kleine Büro konnte im Laufe des letzten Jahres ebenfalls beſſer ausgeſtattet werden, Schreibtiſch und Schreibmaſchine hielten da Einzug, ein regelrechter Bürodienſt, der von den Schülerinnen vormittags abwechſelnd geleiſtet wird, entwickelt ſich in dieſem kleinſten Schulraume. Es kann hier für den Kinder garten oder für die ärztliche Unterſuchung der Schul- und Kindergartenkinder ſtets Vor- und Nebenarbeit geleiſtet werden. Vorbereitungsarbeiten für den Betrieb, Buchführung und ſonſtige Schriftlichkeiten ſind in reichem Maße vorhanden. Das Büro dient, wie ſchon erwähnt, als Raum für die ärztliche Unterſuchung unſerer Kinder; ganz beſonders gerne übernehmen unſere Schülerinnen das Richten für die ärztliche Unterſuchung und den Helferinnendienſt während der Unterſuchung. Letzten Endes iſt das kleine, ſo freundlich ausſehende Zimmer das Ausſprechſtübchen mit den Müttern unſerer Kinder geworden. Wie manche Mutter kommt mit Fragen und Sorgen um ihr Kleines zu uns, wir kommen gemeinſam beratend auf gangbare Wege und lernen uns beſſer kennen! Fühlungnahme mit dem Elternhaus der Kinder, wie wichtig iſt ſie für unſere Arbeit an den Kindern im großen Anſtaltsleben.

Gemeinſames Erleben bei Feſten und Feiern, auch Hoſpitieren der Eltern im Kinder garten ſchufen im vergangenen Jahre ebenfalls Verbindung mit dem Elternhaus unſerer

16