Am 9. November 1926 ſtarb in Friedberg nach langem, ſchwerem Teiden
Herr.W Geh. Schulrat Dr. Karl Karg, Oberſtudiendirektor i. R.
Der Nachruf, den wir ihm widmeten, hatte folgenden Wortlaut:„Von Auguſt 1887 bis Oſtern 1896 war er als Lehrer am Seminar tätig; von Oſtern 1914 ab leitete er in ſchwerer Zeit nahezu 10 Jahre die Anſtalt. In unermüdlicher Arbeit hat er ſein tiefgründiges Wiſſen und ſein ganzes großes Können dem LTehrerſeminar und der Lehrerbildung gewièmet. Seine letzte, noch ungebrochene Arbeitskraft galt der Aufbauſchule, deren Begründung ihm eine freudig erfüllte Pflicht war.
Seinen Schülern war er ein gerechter und gütiger Tehrer und Freund, der ſie für ihren hohen Beruf zu begeiſtern wußte; den Tehrern der Anſtalt war er ein weitblickender Führer und Berater, der ihnen in gewiſſenhafteſter Pflichterfüllung voranging, jedem das freundſchaftlichſte Vertrauen entgegen⸗ brachte und dafür das gleiche YVertrauen und die unbedingte Hochachtung aller erntete.
Ein Teben, reich an ſtiller Arbeit und ſelbſtloſem Wirken, aber auch reich an herrlicher Frucht und köſtlichem Segen iſt zu Ende. Wir und alle ſeine zahlreichen Schüler im Tande werden dem Entſchlafenen ſtets ein ehrendes Gedächtnis bewahren.“
Seinem Wunſche gemäß wurde er in aller Stille eingeäſchert. Prof. Keller hielt die Trauerrede. Der Direktor legte im Namen des Tehrkörpers einen Kranz am Sarge nieder.
Studienrat Hahn unternahm in den Sommerferien eine Studienreiſe nach Paris.— Der Direktor nahm an der Tagung des Geſamtvereins der Deutſchen Geſchichts⸗ uns Altertums⸗ vereine und an der Tagung des Verbandes Deutſcher Vereine für Volkskunde teil, die vom 15.— 19. Auguſt 1926 in Kiel ſtattfanden.— Studienrat Schab beteiligte ſich an dem bio⸗ logiſchen Lehrgang an der Tudwigsuniverſität in Gießen, der vom 11.—16. Oktober abgehalten wurde.— Der Direktor hatte von dem Deutſchen Kulturamt in Rumänien eine Einladung be⸗ kommen, bei dem im September 1926 in Hermannſtadt ſtattfindenden Hochſchulkurs über den Stand der Heimatforſchung in Deutſchland zu ſprechen, und den Vortrag zugeſagt. Leider war es ihm infolge von Krankheit nicht möglich, die Reiſe auszuführen.
Auf Vorſchlag des Herrn Staatspräſidenten wurde der Direktor vom Preußiſchen Herrn Miniſter für Wiſſenſchaft, Kunſt und VYolksbildung zum Yertreter des Volksſtaates Heſſen im Kulturbeirat bei der Südweſtdeutſchen Rundfunk⸗A.⸗G. in Frankfurt a. M. ernannt.
Studienaſſeſſor Karl Roller beſtand am 19. Februar 1927 die Doktorprüfung; er promo⸗ vierte mit einer Arbeit über: Die Kaiſergeſchichte in der Schrift„De mortibus persecutorum“.— Der Seſundheitszuſtand der Lehrer war im allgemeinen gut; im Januar erkrankte eine größere Anzahl an Grippe, ebenſo der Hausmeiſter und der Heizer. Studienaſſeſſor Dr. Fritz Krämer war vom 3.—23. Februar 1927 auf Grund eines ärztlichen Zeugniſſes zur Wieder⸗ herſtellung ſeiner Geſundheit beurlaubt. Die Vertretung erfolgte durch die Herren der Anſtalt. 3a. Der Abbau des Seminars. Die Seminarſchule wurde mit Wirkung vom 1. April 1926 aufgehoben. Die ſeitherigen Lehrer wurden im Volksſchuldienſt verwandt: Rektor


