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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.
1. Das Schuljahr begann am 19. April 1926 und wird am 2. April ſchließen. An den beiden erſten Tagen fand die Aufnahmeprüfung für die Klaſſe IIIb ſtatt. Der Anterricht wurde für die Klaſſe llla am Mittwoch, dem 21. 4., wieder aufgenommen, für die Klaſſe Illb am Donnerstag, dem 22. 4. An dieſem Tage fand eine Schulfeier zur Eröffnung des Schuljahres ſtatt, wobei der Direktor die Anſprache hielt.
2. Der Tehrkörper: Seminarlehrerlehrer i. R. Friedrich Gatzert, der für den ſchwer⸗ erkrankten Muſikdirektor Müller am 17. 8. 1925 die Vertretung übernommen hatte, wurde mit Wirkung vom 1. 4. 26 von dieſer Vertretung entbunden. Wir ſprechen auch an dieſer Stelle Herrn Gatzert den Dank der Anſtalt dafür aus, daß er ſich ſo bereitwillig uns zur Verfügung ſtellte.
An die Stelle von Seminarlehrer Gatzert trat als Yertreter von Muſikdirektor Müller
Stuèͤienaſſeſſor Karl Roller.
Karl Ludwig Roller, ev., wurde geboren am 1. 6. 1899 zu Darmſtadt. Von Oſtern 1906 bis Oſtern 1900 beſuchte er die Vorſchule des Ludwig Georg⸗Gymnaſiums im Darmſtadt; Oſtern 1909 trat er in die Sexta des Ludwig Georg⸗Gymnaſiums in Darmſtadt ein und erwarb ſich im Juni 1917 an dieſer Anſtalt das Reife⸗ zeugnis. Von Frühjahr 1920 an ſtudierte er in Gießen, München und Berlin Deutſch, Geſchichte und Kunſt⸗ geſchichte und beſtand im Herbſt 1923 an der Tandesuniverſität in Gießen die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere Lehramt. Von Oktober 1923 bis Oktober 1924 war er Mitglied des Pädagogiſchen Seminars an dem Gymnaſium in Gießen. Am 1I. 10. 1924 wurde er zum Studienaſſeſſor ernannt. Von Herbſt 1924 bis Oſtern 1925 beſchäftigte er ſich freiwillig an der Oberrealſchule in Gießen, und von Oſtern 1925 bis Herbſt 1925 an der Höheren Mädchenſchule in Gießen. Von da ab wurde ihm die Verwaltung einer Studienratsſtelle an der Ober⸗ realſchule in Alzey übertragen. Mit Beginn des Schuljahrs wurde er an unſere Anſtalt verſetzt.
Im Juni 1917 wurde er zum Heeresdienſt eingeſtellt. Am 20. 9. 1918 fiel er in den Rückzugskämpfen
in der Champagne in franzöͤſiſche Gefangenſchaft. Im Februar 1920 kam er in die Heimat zurück.
Durch Verfügung des Landesamts für das Bildungsweſen vom 1. April 1925 war Seminarlehrer Georg Thierolf zum Studienrat ernannt und an die Auguſtinerſchule in Friedberg verſetzt worden; er hatte jedoch ſeinen Dienſt an der Aufbauſchule weiter zu verſehen. Durch Verfügung des Landesamts für das Bildungsweſen vom 31. 3. 1926 wurde Stusienrat Chierolf mit Wirkung vom I. 4. 1926 an unſere Anſtalt zurückverſetzt.
Am 2. 6. 1926 konnte der Hausmeiſter Heinrich Emich ſein 30 jähriges Dienſtjubiläum an dem TLehrerſeminar und der Aufbauſchule feiern; der Direktor ſprach ihm vor verſammelten Lehrerrat den Dank für ſeine treuen Dienſte und die herzlichſten Glückwünſche aus.
Durch Verfügung des Candesamts für das Bildungsweſen vom 25.6. 1926 wurde Muſikdirektor Heinrich Müller auf ſein Uachſuchen in den einſtweiligen Ruheſtand verſetzt. Nur etwas über fünf Jahre hat er an unſerer Anſtalt gewirkt. Infolge eines Schlaganfalles, den er am 5. Juli 1925 in Worms erlitt, wurde er aus ſeiner ihm ſo lieben Tätigkeit herausgeriſſen. Wir danken ihm für ſeine treuen und erfolgreichen Dienſte und hoffen, daß er bald wieder in den VYollbeſitz ſeiner Kräfte gelangen möge.
Durch Verfügung des Landesamts für das Bildungsweſen vom 19. Juli 1926 wurde der Studienaſſeſſor Chriſtian Rauſch an die Oberrealſchule in Heppenheim a. d. B. ver etzt. Seit Anfang Januar 1925 war er an unſerer Anſtalt tätig. An ſeine Stelle trat zunächſt der Studienreferendar Friedrich Franke aus Gießen. Mit Wirkung vom 26. 9. 26 ab wurde er abberufen, und ſeine Stelle wurde vom 11. 10. 26 ab dem Studienaſſeſor Paul Mühlfels von der Auguſtinerſchule in Frieèdberg übertragen.
Paul Mühlfeld, kath., wurde geboren am 22. Juli 1898 zu Straßburg i. E. Von Oſtern 1904 bis
Oſtern 1907 beſuchte er die Volksſchule zu Groß⸗Umſtadt; von Oſtern 1907 bis Sommer 1909 die Ober ealſchule daſelbſt, von Sommer 1909 bis Oſtern 1913 die Höhere Bürgerſchule in Groß⸗Gerau, von Oſtern 1913 bis Oſtern 1916 die Ludwigs⸗Oberrealſchule zu Darmſtadt. Von Oſtern 1916 ab ſtudierte er Mathematik und Phyſik, zunächſt 3 Semeſter an der Cechniſchen Hochſchule in Darmſtadt, dann vom Frühjahr 1919 bis S. S. 1923 an der Tudwigsuniverſität in Gießen und beſtand im Sommer 1922 die wiſſenſchaftliche Prüfung für das höhere Lehramt.— Vom 1. 6. 1917 bis zum 22. 1. 1919 war er zum Heeresd enſt eingezogen.— Vom 1. 10. 1922 bis zum Herbſt 1923 war er Mitglied des Päd. Seminars bei der Oberrealſchule in Gießen und wurde am 1. 10. 1923 zum Studienaſſeſſor ernannt. Nach kurzer Verwendung an der Höheren Bürgerſchule in Hungen war er zwei Jahre an der„Schulgemeinde“ in Gandersheim a H. tätig. Im Januar 1926 kehrte er in den heſſ. Schul⸗ dienſt zurück und verwaltete von da ab bis zum Eintritt in den Tehrkörper unſerer Anſtalt eine Studienratsſtelle an der Auguſtinerſchule in Friedberg.


