Aufsatz 
Griechischer Unterricht auf homerischer Grundlage
Entstehung
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Rest mag man sich begnügen, wenn sie das Gebotene sich mechanisch mehr oder weniger genau einprägen; unter 30 Schülern sind ja nach meinen Beobachtungen gewöhnlich etwa 10 ihrer geistigen Verfassung gemäss so beschaffen, dass sie eigentlich sonstwohin gehören, aber nicht auf ein Gymnasium; aber da man doch nicht alle abstossen kann, so schleppt man sie, so lästig sie manchmal sind, eben mit.

Nach Beendigung des Vorkursus beginnt die Lektüre; anfangs in minimalen Portionen, dazwischen wird der äusserst geschickt von Fall zu Fall aufgeteilte grammatische Stoff eingeübt.

Die geschickte Aufteilung dieses Stoffes bedeutet geradezu eine Erleichterung, Ver- einfachung des Erlernens. So ist, um ein Beispiel anzuführen, der Abschnitt über die Bildung des Präsensstammes aus dem Verbalstamm mustergültig. Wie einfach, wenn der Schüler bei den Sigmastämmen lernt, dass relενᷣ vom Stamm rexeo- herkommt; diese Wurzel kennt er schon als schwachen Stamm des Substantivum réxvowz. Nun empfindet er rexlioeος: Sré«heoc neben rεᷣαιν: éree nicht mehr als Unregelmässigkeit, sondern gerade als regelrecht gebildet. Oder wie einfach und leicht verständlich ist die Bildung des Aor. I der Verba liquida, wenn von Formen wie eXeæνHi mund kxsœ ausgegangen wird und die Entstehung von éoreixds oder sohjpive zurückgeführt wird auf die früheren Entwicklungsstufen(èorxexoe))(dore? Ne)) éoretxe.

Ganz besonders vereinfachend ist aber die Konstatierung der verschiedenen Stufen der Verbalwurzeln.(Analogie aus dem Deutschen sing- sang- sung-). Z. B. Wurzel ar-, Tre-, leg-, sofort hat der Schüler den Zusammenhang zwischen reiee, esun?, roo, dpopnrts, Trενοαο Oder die Formen von â-νο, die sonst als so disparat empfunden werden, wenn sie nur nebeneinander eingedrillt werden, sind klar und leicht zu behalten mittelst der drei Stufen der Wurzel*νο- er-(x:*o, eoy, Eo-oy, oNoe, EEeo, o, OIO7S0,, 575, TartoNos, 5N205 alle diese Formen und Worte schliessen sich gewissermassen als eine Wortfamilie zusammen und haften gut im Gedächtnis.

lIch habe einmal das Wort kreçve, als es zum erstenmal vorkam, an die Tafel ge- schrieben, habe die Tiefstufe des Stammes unterstrichen und als solche bezeichnet und dann gefragt: Was muss das Wort heissen? Zuerst fanden die Schüler, dass es ein reduplizierter Aor II sein müsse; dann bildete sie die drei Stufen rᷣ-, gov-, die Hochstufe gov- rief die bekannten Worteovebc und evoc ins Gedächtnis und LSDüinenlans der zu übersetzenden Stelle bestätigte, dass éxsgve heissen musste: ver tötete«.

Es schien mir, als ob es den Schülern Interesse und Spass machte, derartige Zusammen- hänge zu entdecken und Wortfamilien zusammenaustellen.

Noch ein Beispiel mag zeigen, wie die sprachgeschichtliche Betrachtung als Erklärungs- grund scheinbar verschiedenartige Formen verknüpfen und so ihre Erlernung erleichtern kann. Wenn man den Schüler die Deklination von Zeuz nach der alten Methode lernen liess, so musste er die vielen Formen Zeuc, Aiνrᷣ Zn, Aul Znyl, Zipy Ziya Ala, Zeo einfach mechanisch dem Gedächtnis einprägen. Lässt man dagegen diese einzelnen Kasus aus der starken und schwachen Form des Stammes entstehn, aus An- und Ajc-(lateinisch div-us), indem aus Afne-s der nom. Zaöz lautgesetzlich abgeleitet wird, aus(Aε‿εος)) Albe und aus(A†Q)) Ail; aus(Afn.-m)) Ziy und aus dem reinen starken Stamm(A'-.)) Ze?; konstatiert man ferner, dass vom Akkusativ Zy aus eine Weiterentwicklung stattgefunden, indem man fälschlicher- weise Zhy als Stamm nahm und nun darauf los die Formen Znvòs, Znyi, Zhya bildete, so dass in letzterer Form zwei Akkusativendungen sich vorfinden; konstatiert man ferner das Eindringen des schwachen Stammes in den Akkusativ in der Form Aia, so hat man für die Fülle dieser Formen ein einigendes Band, das sie erklärt und das Behalten erleichtert und