Aufsatz 
Griechischer Unterricht auf homerischer Grundlage
Entstehung
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ausserdem bestätigt dies dem Schüler noch die wertvolle Einsicht in das Wachsen der Sprache, dass nämlich die Sprachen nicht immer nach logisch richtigen Gesetzen sich fort- entwickeln, sondern oft fehlerhafte Neubilduangen, falsche Analogiebildungen die Ausgangs- punkte für später als richtig empfundene Weiterbildungen sind. Wenn man den Schülern zum erstenmal diese Tatsache vorführt, an einer Dativbildung wie Satvsch z. B. mit Endung-Soo statt-ot; ausgehend von Formen wie rεvsa, fehlerhaft in pewsct getrennt statt in Nsveo-at, als ob der Stamm Tsn wäre und-sooh die Endung, wodurch dann solche Monstrebildungen wie Tsvéeoot(aus Tsvso-sch mit fehlerhaft wiederholter letzter Stammsilbe) ermöglicht werden, so merkt man, wie den Schülern das anfangs gegen den Strich geht. Im Lateinunterricht nach der Ostermannmethode hat doch der Schüler den Eindruck erhalten, als ob die Grammatik etwas durchaus Gesetzmässiges, Eisernes, Ungewordenes sei, wobei die»Ausnahmen« nur erfunden zu sein scheinen, um die Regel zu bestätigen; da ja für die Möglichkeit der»Aus- nahme«, der»Unregelmässigkeit« niemals ein zureichender Grund gegeben wurde. Und doch, soll der Schüler überhaupt das Wesen der Entwicklung einer Sprache verstehen, so muss er auch diesen Hauptfaktor für alle Sprachentwicklung kennen.

Die angeführten Beispiele mögen genügen, um zu zeigen, wie das überaus geschickt angeordnete Agahdsche Lehrbuch in Verbindung mit sprachentwickelnder Formenerklärung sehr wohl geeignet ist, die Fülle der homerischen Formenwelt zu vereinfachen, ihre An- eignung zu erleichtern. Allerdings, der Lehrer darf nie müde werden, immer wieder zu wieder- holen, wo sich auch nur eine kleine Lücke bei den Schülern zeigt, ohne dem Schüler diese Lücke als ein besonderes Verbrechen anzurechnen.

Den sprachgeschichtlichen Stoff findet man ausgezeichnet zusammengestellt in Hornemann Griechische Grammatik, die als Ergänzung zum Agahdschen Lehrbuch für den Lehrer sehr wertvoll ist. Diese Grammatik den Schülern in die Hand zu geben, dürfte nicht rätlich sein, sie ist doch zu wissenschaftlich und schwer gehalten.

Hat dann der Schüler sich zwei Jahre lang intensiv mit Homer beschäftigt, ist er gut vorbereitet, im dritten Jahr den attischen Dialekt zu erlernen. Die attische Grammatik Agahds

ist so eingerichtet, dass sie fortwährend Bezug auf das Elementarbuch nimmt, und man braucht

nur das vom homerischen Dialekt Unterschiedliche einzuprägen. Dabei tritt wieder in den Vordergrund jenes grosse Prinzip der Sprachentwicklung, das in der angestrebten Verein- fachung der Form sich zeigt. In der Deklination herrscht die Tendenz, einen Stamm für alle Kasus zu verwenden; die ältern Formen verschwinden; die leichter auszusprechenden Vokal- und Konsonantengruppen verdrängen die schwereren. Lässt man die betreffenden Formen, z. B. die Deklination der/ Stämme in der homerischen und attischen Form nebeneinander an die Tafel schreiben, so wird das alles sinnfällig. Mit den n./*'Stämmen kann man die folgende Vergleichstabelle zusammenstellen lassen:

homerisch attisch vndc Baot«euc08002 B2ιε οε vad v« Baothjos 503000603 Baxσικηχνα véth vn Bani 70 80006: Baoαιμηε vni vh̃a Baoth̃a Od0ocεα Baolxνe v»aby Gagied0 800085 Baoνεινο

dazu kommen dann noch die Nebenformen, z. B. neben vnés auch veëz, neben ˙02004o« auch O8⁰10fos, welche den Ubergang von einer Formenstufe zur andern vermitteln und die daran zu knüpfenden Erörterungen ergänzen.