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Rohde, Psyche; Preller, Griechische Mythologie; Nägelsbach, Homerische Theologie; Wolkf, Religion der Griechen(Gymnasialbibliothek Heft Nr. 41).
Im zweiten Semester wurde in den Samstagstunden ein kurzer Abriss der griechischen
Literaturgeschichte gegeben: Homer und die Homerfrage; Hesiod(mit Vorlesung der schönsten Stellen aus einer UÜbersetzung); griechische Lyrik(mit Vorlesung einzelner Gedichte); die Ent- stehung des Drama; die drei grossen Tragiker. Leider reichte die Zeit nicht, um auch die Komödie, die Historiker und Redner zu behandeln. Ausserdem wurden mit verteilten Rollen folgende Dramen in der Schule gelesen: Aeschylos, Agamemnon und Choephoren in der Übersetzung von Wilamowitz; Sophokles: Elektra, Oedipus Rex, Antigone in der Übersetzung von Donner; Euripides: Troerinnen übersetzt von Wilamowitz; ferner das Satyrspiel des Sophokles: Der Kyklop in der Übersetzung von Wilamowitz.
Zum Vergleich für die Behandlung des Elektrastoffes wurde noch die Elektra von Hofmannsthal ebenfalls in der Schule gelesen.
Einzelne Schüler behandelten und lasen vor folgende Themen: 1. Vergleich der Choephoren des Aeschylus und der Elektra des Sophokles; 2. Vergleich der Behandlung des Elektrastoffes durch die griechischen Klassiker und Hugo v. Hofmannsthal; 3. Aufbau und ästhetische Würdigung von Aloοοα οela(Ilias V); 4. Zusammenstellung der schmückenden Beiwörter bei Homer.
IV. In der achten Kiasso(viertes griechisches Schuljahr) erstes Semester. Lehrbuch: Wilamowitz Griechisches Lesebuch II. Bewältigte Lektüre: aus der Schrift ept ν⁴ααμαα cap. 2 und 5; aus den Elementen des Euklid:*„O90½, Atrtbeata, Koinal Ewoa, ferner zwei geometrische Aufgaben; Hippokrates, Von der heiligen Krankheit cap. 1, 2, 11— 13, 16; Diokles III. 22; Plato Menon 13— 21; Aristoteles Ethik I. 2, X. 6, 7.
Daneben wurde im ersten gemester in systematischer Weise in den Samstagstunden die Entwicklung der griechischen Skulptur und Architektur behandelt. Als Anschauungsmittel dienten für die Geschichte der Skulptur: Heinrich Bulle, Der schöne Mensch im Altertum, Geschichte des Körperideals bei Agyptern, Orientalen und Griechen. 300 Tafeln mit erläuterndem Text. Benützte Literatur: Lübke-Semrau, Die Kunst des Altertums; Woermann, Kunstgeschichte I, Loewy, Griechische Plastik.
Für die Entwicklung der Architektur dienten als Anschauungsmittel auf der Schulreise in Athen gekaufte Photographien und die Hölzlschen Anschauungsbilder aus unserer Schulsammlung.
Zweites Semester: Lektüre von zirka 470 Hexametern ausgewählter Partien aus der Ilias.
In den Samstagstunden wurde die Entwicklung der griechischen Philosophie bis inklusive Plato in zusammenhängender Weise vom Lehrer geboten. Leider reichte die Zeit für Aristoteles, die Stoa und Epiker sowie die Kyniker nicht mehr. Literaturbehelfe für den Lehrer: Nestle, Die Vorsokratiker; Zeller, Grundriss der Geschichte der griechischen Philosophie; Th. Gomperz, Griechische Denker, namentlich Band I; Lange, Geschichte des Materialismus I. Band, erster Abschnitt: Der Materialismus im Altertum; Schwartz, Charakterköpfe etc.
An deutschen Übersetzungen wurden in der Schule gelesen: Plato, Apologie und Kriton übersetzt von Otto Kiefer. Schülervorträge wurden heuer nur einer gehalten: Die Baugeschichte der Akropolis, von einem Schüler, der die Schulreise im Sommer 1912 nach Athen mitgemacht hatte.
Mehr einem Herzensbedürfnis folgend, als weil es eigentlich zum griechischen Unterricht gehört, gab der Lehrer am Ende des ersten Semesters eine ausführliche Darstellung des Ver- hältnisses Goethes zur Antike.


