Aufsatz 
Über die Gedichte Theodor Storms
Entstehung
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Etwa zwei Jahre vergiengen, dann erschien 1852 bei Schwers, in Kiel, die erste Ausgabe der Gedichte, schwerlich vor Weihnachten des an- gegebenen Jahres, da einige Strophen am 13. August 1852 autfgezeichnet wurden in einem Wortlaut, der sehr erheblich von dem veröffentlichten Text abweicht. Die(iedichte, deren Datum nicht feststeht, können also bis auf den Herbst des Jahres 1852 bezogen werden. Am Liederbuch, das im gleichen Verlag erschien, wird man die Ausgabe 1843, ähnlich auffassen müssen, was auch auf anderem Wege nachgewiesen wurde Im Vergleich zur ersten Sammlung um mehr als den doppelten Inhalt vermehrt, erscheinen unter den 87 Beiträgen 27 hier zum erstenmal. Die übrigen wurden von anderwärts herübergenommen, patriotische Gedichtes und andere aus den Volksbüchern, dazu 17 neue aus dem Liederbuch, da hier im ganzen mit 23 Stücken vertreten ist.

Von dem stattlichen Zuwachs 27 Gedichte(in zwei Jahren) gehörten erwiesenermaßen elf der Zeit zwischen der Herausgabe der-Sommer- geschichten und Lieder- und dem Erscheinen der ⸗Gedichte» an. Wie verhält es sich aber mit den übrigen? Vier, vielleicht gar sechs reichen viel weiter zurück. Soll man zehn, die übrig bleiben, jenem Manuskript zuweisen, das die Gedichte bis in das Jahr 1846 aufnahm und so eine neue Zeitgrenze gewinnen?

Die Anordnung in diesem Band ist so getroffen wie in allen folgen- den, denen sie als Muster galt: Zwei Bücher sind von einander geschieden. im ersten neuere Gedichte, in dem zweiten Verse des Liederbuches, darunter auch die Fidellieder, die erst später zu einer selbstständigen Partie sich auswuchsen, nur ohne die ihm angehõrenden Märchen(Taunkönig, Märchen) die eine Inkonsequenz zu Gunsten der beabsichtigten Harmonie mit den neuen(Schneewittchen⸗,«Bulemanns Hans⸗) am Ende der ersten Gruppe zu einem Ganzen waren vereinigt worden. Unter den zältern Gedichten überdies zwei, die nicht dem Liederbuch angehören, ein Duett. Tenor und Alt⸗, das wegfiel und ⸗die Stadt-(a. a. O. S. 9), das nachmals in das erste Buch herübergenommen wurde. Diese Gruppe überhaupt in einer später geänderten Folge, indes das erste Buch mit Ausnahme des Ständchens,(a. a. O. S. 34/35) das in der Folge die ältern Gedichte auf- nahmen, zZzum Entgelt für ⸗die Stadt-, die herüberkam, sich so darstellt wie in den folgenden Auflagen, wenn man aus diesen die nach- mals passenden Ortes eingefügten neuen Gedichte ausscheidet. Hier waren eben für den beabsichtigten Zusammenklang die Stimmen schon sorgfältig verteilt, so daß sie in der Folge nur noch verstärkt wurden. Als ein Epilog beschließt den Band das später-Im Zeichen des Todes⸗ benannte Gedicht hier unter dem TitelIn hoc signo vinces(zu dieser Titel- änderung s. Mörike-Storm-Briefwechsel S. 14).

Von diesen Gedichten sind mit der Zeit 8 ausgeschieden worden. Es fällt auft, daß 5 davon dem Liederbuch angehôren, so unerbittlich streng zeigte sich Storm gegen die Verse aus seiner Jugend. Ohne diese später übergegangenen Gedichte(das eine ist ein TeilgedichtHerbst 4, zählt also hier nicht mit) bleiben dieser ersten Ausgabe noch achtzig Stücke, dieser Zeit gar, dem Jahre 1852, 84 Stücke, weil vier Giedichte(Mond- licht, An die Freunde, Silberne Hochzeit, Letzte Einkehr) schon ge- schrieben waren. Die Ausgabe letzter Hand, die um 33 Jahre später er- schien, zählt 145 Beiträge. In zehn Jahren ungefähr ca. 1840 1850 sind