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schlichter Darstellung. aber lebhaft getönten Farben, das Bild der Stadt unter diesen Gedichten, als ein beredtes Bekenntnis der stets Heimatbedürftigen“.
Es enthält dieser Band außer den Gedichten Abschriften des ersten Briefes an Eduard Mörike aus dem Herbst des Jahres 1852, der seither bekannt geworden ist, ein Bruchstück eines bisher unveröffentlichten Briefes an Karl Goedecke mit sehr wertvollen Exkursen über das Wesen der lyrischen Form, daneben Zeitungsausschnitte, die eingeklebt sind: der Hamburger Correspondent und W. Menzels Literaturblatt mit Kritiken über die erste Ausgabe der Gedichte, endlich, von des Dichters Hand geschrieben, Sätze aus Goedeckes Vorrede zu Th. Colshorns,(«des Mägdleins Wunder- horn⸗) aus dem September 1851. darin der poetische Teil der ⸗Sommer- geschichten und Lieder“, wie schon anderen Ortes hervorgehoben wurde, höchstes Lob einerntet. Eingefügt sind ferner an drei Stellen Verse, welche von Kindern Storms stammen, darunter die Eingangs erwähnten seines Sohnes Karl. Was sonst der Band enthält, sind Gedichte Theodor Storms, 150 an der Zahl, 29 davon bisher umgedruckt, die sich auf alle Jahrzehnte seines Schaffens verteilen..
Von diesen Gedichten sind 67 datiert und zwar beginnt die nur selten durch undatierte Verse unterbrochene Folge von Angaben mit den Gedichten auf den Tod seiner Schwester Helene(Einer Todten 1. u. 2. a. a. O. S§. 45/46) November 1847 und schließt auf dem letzten Blatte mit dem wehmütigen Altersbekenntnis aus dem Oktober 1881, das zugleich eines seiner letzten(Gdedichte ist(a. a. O. S. 91).
So sehr ist hier auf eine genaue chronologische Anlage Rücksicht genommen, daß auch die erwähnten Briefe und Kritiken gehörigen Ortes eingefügt und zältere Verse, aus den Jahren 1840 und 41, die im Jahre 1851 auftauchen, als solche bezeichnet und mit einem erklärenden Vermerk, der die Zeit ihrer Entstehung andeutet, versehen werden. UImsomehr reizt es, das Geheimnis der 17 Gedichte zu durchdringen, die vor dem erwähn- ten aus dem November 1847 stehen.
Das vierte, ein Gſhſasel, ist datiert, aber dieses Datum verwirrt auf den ersten Blick.
Es ist in Segeberg, zden 1. Pſingsttag 1846» geschrieben, vermutlich gelegentlich eines Besuches bei seiner Braut Constanze Esmarch, die aus Segeberg stammte. Drei Gedichte, die diesem vorangehen, sind aber, nicht wie man erwartet, früher entstanden, sondern rühren aus einer späteren Zeit her, wie ihr Inhalt, Bekenntnisse jungen Eheglückes, deutlich verràt. Das erste und zweite. die beiden ersten dieses Bandes überhaupt, sind veröffentlicht(Morgens“ a. a. O. S. 55; zur Nacht S. 56) und können auf diese Angabe hin geprüft werden. Das Ghasel⸗ selbst ist ziemlich unzugänglich, mit der 3. Auflage(1858) verschwindet es aus den Gedichten. Dnd nun bietet sich die Erklärung: Storms Heirat fällt auf den 15. September 1846: die ersten drei Giedichte mögen im Herbst des Jahres 1846 oder nicht lange nachher entstanden sein. Für den neuen Haushalt wurde dieses neue Liederbuch⸗ angelegt: und diese drei Gedichte, die ersten, die das neue Leben gab, eröffneten als eine heimliche Hochzeits- musik den Band. So gewinnen die Verse des ersten an Bedeutung:
Die Rosen in deinem Garten Sprangen im Sonnenlicht;
Sie können kaum erwarten. Daß deine Hand sie bricht».


