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durch die Mondnacht, eine Mittagsstunde in dem Garten seiner Eltern waren oftmals der ganze Inhalt⸗.—
Aus gleich früher Zeit stammt ein zweites, in grünes Leder gebunde- nes, viel dünneres Bändchen.(Mrs 2). Es ist am Ende des Jahres 1836. also ein Jahr nach Storms Ankunft in Lübeck geschrieben und enthält in reinlicher Abschrift in 11 Stücken eine Auswahl der bis dahin entstandenen Gedichte, wie es aus dem ersten Blatte heibit eseinen Eltern als ein Beweis seiner L.iebe und Hochachtung gewidmet von H. W. Storm zum Weih- nachten 1836⸗.
An diese beiden reiht sich der Zeit nach ein drittes Manuskript (Mrs 3): dreißig mit Gedichten und dem ersten T'ext der Schneewittchen- szenen beschriebene Seiten eines Heftes. Auf der ersten Seite findet sich am Ende einer Notiz, die auf die erwähnten Szenen Bezug nimmt.— sie wird an zukommender Stelle mitgeteilt werden— auch diese die Gedichte betreffenden Worte: ⸗Die Verse stammen aus meiner Studentenzeit. nachdem ich von Berlin wieder in Kiel war. Husum 18./1. 1870. Th St.“ Geemeint ist die Zeit von Michaelis 1839 bis Michaelis 1842.
Es sind zumeist ein-, höchstens zweistrophige Giedichte.(iedichtstrophen vielmehr, daraus wie aus dem folgenden zum groben Teil der Schmerz um ein versagtes Liebesglück klagt:
Ich kann dir nichts. dir gar nichts geben, In keinem Glück bedarfst Du mein; In fremden Landen wirst du leben. In fremden Armen glücklich sein.-
Jenes Erlebnis klingt hier an, das noch aus andern Versen tönend. meines Wissens auch aus dem-Immensee⸗, wie kein anderes in seinem Leben Storms Schaffen beeinflußt hat. Nur zwei von diesen Gedichten. die indes später entstanden sein mõgen, als jene Notiz verrät, hat Storm veröffentlicht(Abschied I. II. Ged. VII. Aufl. ff. S. 254/55).
„Auch eine Art Album mit groben gelben Blättern⸗, aber nicht lang und schmal, vielmehr in breitem Quartformat, in braunes Leder gebunden und mit kargem Goldschmuck versehen, so stellt sich ein vierter Band dar,(Mrs 4) der unter allen die meisten bekannten Gedichte enthält neben einer Fülle noch unveröffentlicher. Fände sich nicht auf dem Rücken in kleinen Goldbuchstaben dieses frohe Wort: ⸗Neues Liederbuch:, man hielt es für eine Familienchronik, das Predigten- oder Gebetbuch eines(eeistlichen.
Oeffnet man indes, so wird man unerwarteten Schmuck gewahr. Auf die Rückseiten sind spiegelnde Farbendrucke eingeklebt. Zwei Rococo- damen vor den letzten Bäumen eines Waldes in das Gras gelagert, den Blick talabwärts auf dem einen, auf dem andern, Häuser eines Dorfes an einem Fluß und eine Mühle: selige Zopf- und Puderzeit und blühende Dortstille, dabei eine Zeit lang Storms Muse abwechselnd verweilte. Beide Stücke ohne jeden künstlerischen Wert. Ihm aber mögen in pietätvollem Gedenken an das urgroßmütterliche Haus, in Erinnerung an das Wester- mühlener ldyll, dem mehrere Sommer seiner Jugend gehörten, diese Blätter einen eigenen Glanz gehabt haben.
An anderer Stelle folgen als frei eingefügte Blätter: ein Dorfarzt, die Radierung eines Unbekannten— radierte Blätter waren Storms„spezielle Liebhaberei⸗(v. Preuschen, Erinnerungen an Th. St. S. 196) und ein letztes Blatt, ein Farbendruck aus den dreißiger Jahren, Husum selbst in


