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In einem Gedenkblatt», das im gleichen Jahr im Sommer 1888 in Lindaus Nord und Süd»(47. Band) erschien, erwähnte Ferdinand Tönnies die Fülle der in den Volksbüchern Biernatzkis veröffentlichten Gedichte und wies darauf hin, daß die Mehrzahl von ihnen später durchgreifende Umarbeitung erfabren hätten. Mit einigen neuen Mitteilungen aus dem Leben Storms suchte er Schützes Buch zu ergänzen.
Mit der Zeit erfuhren die Hilfsmittel zu einer Darstellung vonlStorms Leben einen großen Zuwachs. Sein Briefwechsel mit Mörike und Kuh, einige Briefe, die er in seiner letzten Lebenszeit an den Herausgeber der Deutschen Dichtung gerichtet hatte, andere an Fontane aus den fünfziger Jahren wurden veröffentlicht. Neuerdings erst hat Hermione von Preuschen ihren Teil beigesteuert(Deutsche Revue August 1899). Es kamen die Blätter hinzu, die L. Pietsch den Jahren von Storms freiwilligem Exil in Potsdam und Heiligenstadt widmete, und das IV. Kapitel in Fontanes errinnerungsreicher Schrift über den Tunnel.
Am Ende sind Heimat-Erinnerungen Jensens hinzugekommen. Wertvoll wegen der Fülle neuer Nachrichten, die sie bringen, dürften sie durch die Art ihres Vortrages vorbildlich bleiben für alle, die sich diesem Dichter darstellend werden nähern wollen, denn mit schöner Menschlichkeit ist hier der Versuch gemacht, Storms Wesen aus reiner Anschauung abzuzeichnen ohne jenes sekundäre, wenn auch gefügigere Hilfsmittel des Kontrastes, dessen sich Fontane, den Näherstehenden sogar zum Aerger, in seinen Aufzeichnungen bedient hat.*)
Die Schriften, in denen Storm selbst über sein Leben berichtet hat, sind nach seinem Tode um die karge Zahl einiger nachgelassener Blätter- bereichert worden, die vornehmlich das Westermühlener-Idyll schildern. Erwähnung verdient ein in die ⸗Gesammelten Schriften⸗ nicht aufgenom- menes Zerstreutes Kapitel-, das über das Husum des 17. und 18. Jahr- hunderts und einige noch in der Jugendzeit des Dichters gepflegte mittel- alterliche Gebräuche in behaglicher Breite berichtet.
Die letzte Arbeit, die alle bisherigen Befunde, mit Ausnahme der Mitteilungen Fontanes, der Herm. von Preuschen, Jensens zusammengefaßt, die Ereignisse nach eigenem Ermessen bewertend, ist E. Schmidts Beitrag für die allgemeine Deutsche Biographie aus dem Jahre 1893. An so hervor- ragender Stelle veröffentlicht, werden diese Blätter in der Folge am meisten benützt werden. Es mag daher nicht unpassend sein, auf einige Irrtümer aufmerksam zu machen, die zu erwähnen das Thema der nachfolgenden Blätter sonst keine Gelegenheit mehr gibt.
Nicht Storms Urgroßvater mütterlicherseits-(Allgem. Deutsche Biogr.
36. Band S. 448) war polnischer Abstammung— gemeint ist der Pfarrer
laussen im Kirchdorfe Holm(im südl. Schleswig)— sondern der Vater
von Storms Großmutter väterlicherseits, wie Storm selbst in einem Brief
an Kuh angibt(Westermanns Monatshefte 67. Band S 271). Der Urgroß-
vater mütterlicherseits war Senator Friedrich Woldsen, ⸗der letzte große Kauf- —Q—C—C—C—C—ꝭ—ꝭ—ꝭ—OQ—Q—Q—C—Q—Q—Q—Q—Q—Q—
3*) Zu bemerken bleibt, daß Storm nicht, wie Jensen— a. a. O. S. 502— an- nimmt, nur eine größere Reise, nach Stuttgart zum Besuche Mörikes, unternommen. Vielmehr hat er das Salzkammergut und den Genfer See, Baden-Baden und einige tädte Westfalens und der Rheinlande kennen gelernt.— Auch hat zu dem Gedicht Ein Sterbender“, das viel früher und zwar 1864 erschien, nicht erst der Tod des Vaters
nlaß gegeben. Endlich kann die S. 505 mitgeteilte Briefstelle nur auf ⸗Ein Bekennt- nis, nicht aber auf den Schimmelreiter, bezogen werden.


