Aufsatz 
Über die Gedichte Theodor Storms
Entstehung
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zu berichten. Für ein schwierigstes Kapitel, wofür bisher wenig Fleiß und geringes Verständnis tätig waren, hat ihm hier ein Berufener vor- gearbeitet.

Biographie.

Ausreichende Kunde von dem Leben Th. Storms vermittelte zuerst E. Pietsch in Westermanns Monatsheften im Jahre 1868, dem gleichen, in dem die ersten sechs Bände der ⸗Gesammelten Schriften, ausgegeben wurden. Die biographischen Daten, die Pietsch mitteilt, beruhen auf eigenen Angaben Storms. Es scheint ihm sogar ein Konzept des Dichters vorgelegen zu haben, was dieser in einem Brief an E. Kuh(Westermanns Monatshefte 67. Bd. S. 270) ausdrücklich erwähnt. Das gleiche Jahr brachte den zweiten Band von Ed. Albertis Lexikon der Schleswig-Holstein- Lauenburgischen-Eutinischen Schriftsteller, darin im Anschluß an eine kurze Lebensskizze der Versuch einer Bibliographie sich findet. Leider sind Albertis Angaben durchaus unvollständig, deshalb irreleitend und wegen der Druckfehler ohne jeden Wert; das Gleiche gilt von dem im zweiten Nachtragsbande(1885/86) Enthaltenen. Neues über Storms Eltern und Vorfahren und seine eigene Jugend enthielt erst wieder die Studie von E. Kuh in der Wiener Abéndpost im November 1874, wofür der Ver- fasser einige Briefe Storms an ihn hatte benützen dürfen Aber im all- gemeinen blieb noch immer Pietsch der alleinige Gewährsmann. Daran änderte auch Erich Schmidts Essai aus dem Jahre 1880(Deutsche Rund- schau 20. Band) nicht viel, der, um einen Zusatz über das Leben im Hause Storms bereichert, in erweiterter Form in den Charakteristiken- (1886) wieder zum Abdruck gelangte. DPietsch, Kuh. E. Schmidt haben Paul Schützen die Daten für sein 1887 zu des Dichters siebzigstem Ge- burtstag erschienenes Buch geliefert. Aus Carl C. T. Litzmann kurz vorher veröffentlichter Schrift über Emanuel Geibel benützte er bloß Storms Brief über Joh. Ant. Röse, nicht aber die andern Mitteilungen, des Dichters letzte Gymnasial- und Universitätsjahre betreffend.

Schützes Buch hatte eben nicht den Zweck, dem Eeben Storms und seinem Werke nachzuforschen. Der Verfaßer stellte blob zusammen, was sich an verschiedenen Orten verstreut fand; ein paar Nachrichten verdankte er Storm selbst. So entstand nicht viel mehr als ein zu einem Buch erweiterter Festartikel, darin die wenigen bekannten Daten über des Dichters Leben mit Hilfe überlanger Citate aus den Gedichten und Novellen um- schrieben, nicht aber in diesen selbst die Spuren neuer bisher unbekannter Erlebnisse aufgedeckt wurden. Es muß übrigens bei der Beurteilung dieses Buches daran erinnert werden, daß es Schütze unter dem Druck eines schweren Leidens schrieb, dem er auch bald erlag.

Kurz nach dem Tode Storms veröffentlichte Feodor Wehl sein an- sprechendes Buch. Es pleibt der beste Bericht über Storms Leben. Wehl erzählt, was er bei Pietsch, Schmidt und Schütze erfahren. Einiges haben ihm Jensen und Ernst Ziel mitgeteilt. Alles ist schlicht und einfach(in fortlaufender Erzühlung) wiedergegeben, wie das ergänzend Neue über die letzten Lebensjahre, die letzte Krankheit, den Tod und was ihm folgte. Zwei Briefe des Dichters(und ein sonst nirgend mitgeteiltes Gedicht an Jensen*), die diese Schrift enthält, erhöhen ihren Wert.

*) Neuerdings von Jensen in seine Heimat-Erinnerungen(a. a. 0. S. 508) aufgenommen.