Aufsatz 
Über die Gedichte Theodor Storms
Entstehung
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9.

Teil dieser Kritik, der den Liedern Rodenbergs gewidmet ist, spricht Storm seine Ansicht über die-Form, genau in dem Sinne aus wie in einem bisher unveröffentlichten Brief an Karl Goedecke aus dem November 1852; das Konzept dieses Briefes hat zum Vergleich vorgelegen. Autf diese ästhetischen Exkurse wird in der scharfen und abweisenden Kritik der hochdeutschen Gedichte von Klaus Groth Bezug genommen.(S. 76: die Form, wie deren Wesen im Literaturblatte mehrfache Erörterung ge- kunden hat-»). Womit nur die Artikel über Niendorf, Rodenberg. Preller gemeint sein können. Eine weitere Begründung ergibt der Umstand, daß die citierten Gedichte Prellers an anderer Stelle noch unter der Hut Storms stehen: das Mädchenlied in den⸗Deutschen Liebesliederns», das Genrebild⸗ im Hausbuch(IV. Aufl S. 671).

Unter anderem findet sich auch folgender Satz: Wie schon oft gesagt, dieschöne Form» ist ein Gefäß wo möglich ein goldenes, bereit, den mannigfachsten beliebigen Inhalt zu empfangen; die poetische Form in unserem Sinne sind nur die Conturen, welche den Körper vom leeren Raume scheiden-.(S. 24. 1. Absatz letzte Zeilen). Diese Worte, die mit einem kleinen Gedichte Storms(Ged. VII. Aufl. ff. S. 178 Eyrische Form⸗) auffällig übereinstimmen, haben zuerst die Vermutung veranlaßt, es sei der ganze Artikel von Storm geschrieben. Später hat ein Vergleich dieses Artikels mit dem erwähnten Brief an Goedecke und der citierten Zeilen mit dem ursprünglichen Text des genannten Gedichtes jeden Zweifel beheben können. Dieser erste Wortlaut, im Jahre 1883 aufgezeichnet, es handelt sich um eines der letzten Gedichte Storms sei als letztes Beweisstück mitgeteilt:

Es ist die Form kein Goldgefäß, In die man gold'nen Inhalt giesst; Die Form ist nichts als der Contour, Der einen schönen Leib beschliesst».

Zu Anfang des Jahres 1853 vielleicht etwas früher schon hat Storm in einem Husumer Blatt den ⸗Quickborn- besprochen, wie aus einem Briet an Fontane(Deutsche Rundsch. 87. Band S. 215) hervorgeht. Es hat indes dieser Artikel noch nicht autgefunden werden können. Einige Worte, die Storm aus einer seiner Kritiken in einem Brief an Mörike citiert,(Briefwechsel S. 27) mögen diesem Aufsatz angehôren, da sie sonst nirgends sich finden.

. Diesen Arbeiten schließt sich die Vorrede zu den ⸗Deutschen Liebes- liedern- an aus dem Jahr 1859, darin Storm über die deutsche Lyrik seit Joh. Chr. Günther bis auf Rückert und Immermann, über jeden Dichter im besondern, seine Meinung mitgeteilt hat. Wertvolle Urteile, die den Wunsch laut werden lassen. es möchten diese Seiten des sehr seltenen Buches neuerdings abgedruckt werden. Die gleichfalls die Lyrik berührende orrede zum Hausbuch⸗ aus dem Sommer 1870 ist von allen ähnlichen Schriften Storms, die in den Gesammelten Schriften⸗ keinen Platz fanden, am bekanntesten geworden.

Auf diese Gesammelten Schriften⸗ selbst, die wertvolle Beiträge zu einer Betrachtung seiner Lyrik enthalten und auf die bereits veröffentlichten

riefe Storms braucht nicht erst besonders hingewiesen zu werden. An ihnen und den vorerwähnten Aufsätzen Th. Storms würde nicht vorbei- gehen dürfen, wer es einmal unternehmen wollte, über die den deutschen ichtern nach Goethe innewohnenden ästhetisc hen Ansc hauungen eingehend

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