Aufsatz 
Über die Gedichte Theodor Storms
Entstehung
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darin über die Novellen Storms enthalten ist bei Wehl finden sich reichliche Auszüge mag Tempeltey, selbst ein Lyriker von einigem Wert, auch über die Lyrik Storms Zutreffendes gesagt haben.

Erich Schmidt wandte sich in seinem Essav aus dem Jahre 1880 mehr den Novellen zu, immerhin unterließ er nicht, auf die auch der

Hauspoe nd zeinem lieben Claudius'schen Schlafgesindel' sich zu neigende lieser Dichtungen hinzuweisen, auf den chäuslichen Ton⸗- in de nndes Kampfes, auf die Verwandtschaft mit der Lyrik Eiche s. Heines, Mörikes. Diesen Ausführungen hat sich 1887 Paul Scl seinem Buche Theodor Storm, sein Leben und seine Dichtung-, der mfangreichsten, das bisher über den Dichter erschien, eng an-

lossen. Der Verfasser und Erich Schmidt selbst haben diese Gefolg- haft hervorgehoben.

Die große Zahl der anderen, die nachher über Storm schrieben, haben selbständig nichts wesentlich Neues vorzutragen gewußt.

In den Literaturgeschichten hat Th. Storm schon frühzeitig seinen platz erhalten, ein Verdienst von Robert Prutz, der in seiner-deutschen Literatur der(iegenwart⸗ den Anfang machte. Gottschall zwar ließ es sich nicht nehmen, in seiner Gieschichte der deutschen Nationalliteratur des 19. Jahrhunderts(1875) kleinliche Gehässigkeit mühsam verstellt zu Worte kommen zu lassen, und K. J. Schröer führte im gleichen Jahre in seinem dem gleichen Giegenstand gewidmeten Buche(Die deutsche Dichtung des 19. Jahrh.) Storm unter die Dorfgeschichtenschreiber,(S. 336) ohne mit einem Wort der Lyrik zu gedenken. Woraut Adolf Stern, der später in einem Essai zu dem gleichen Gegenstande zurückkehrte, in seiner Ge- schichte der neuern Literatur(VII. Band 1885 S. 219 ff) Storms Bedeutung zu umschreiben unternahm und seiner Lyrik insbesondere größten Wert zuerkannte. Es folgten andere seinem Beispiel.

Auch R. M. Meyer ist in seinem Buche über die deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts nicht karg in seinem I.ob gewesen. Freilich wird man ihm dafür nicht danken können, wenn man seine Worte nachprüfend, alles in dem stattlichen Band über Storm Giesagte damit zusammenhält. Denn es stimmt schlecht zu dem Satz(S. 487), daß der Dichter in der Epoche der Geibel und Bodenstedt die Künstelei gesuchter Metra gemieden habe zu(äunsten schlichter und einfacher Formen S. 477 wird die individuelle Versbehandlung gerühmt die andere Behauptung(S. 635), daß Heyse und Storm Glätte und Eleganz vertreten hätten oder gar jenes

ictum, das Storm. Heyse, Jensen, Ling und Grosse vereinigt, als die Gruppe derlyrischen Epikere, auf die alle Geibel stark gewirkt hat. Auch die rwähnung gesuchter Metra, die noch das Liederbuch spielend zeigen soll sie sind dort, soweit Storm regiert, nicht vorhanden gehört in die eihe der zahlreichen Flüchtigkeiten dieses Buches.

Es ist klar, dabz sich nicht leicht über Storms Gedichte ausführlich oder eigenartig schreiben ließ. Schon Heyse hatte Aehnliches bekennen müssen: ⸗Von Storms Liedern läßt sich wenig sagen, und dies gereicht Liedern zu demselben Ruhme wie Frauen⸗. Man konnte nicht auf die Stoffe, eingehen, es fanden sich keine. Es wurde auch nichts ⸗besungen-.

rlebnisse waren darin wiedergegeben, ein jeder Eindruck auf die Seele bezogen, aus ihr heraus in Wort und Rythmus erneut. Keine Oberfläch- lichkeiten, kein bunter Teppich ausgehängt. Bei einiger Ausführlichkeit sah man sich gleich genötigt, über das Wesen der L.yrik selbst zu schreiben,