Aufsatz 
Über die Gedichte Theodor Storms
Entstehung
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Die Sehriften zur Kritik der Gedichte.

Die erste umfassende Würdigung erfuhren die Giedichte Storms in einem Aufsatz des Literaturblattes zum deutschen Kunstbiatt, der im De- zember 1854 erschien. Vorher schon hatte Karl Goedecke im Jahre 1851 nach dem Erscheinen der«Sommergeschichten und Lieder⸗ in einer Vorrede zu Th. Colshorns bekannter Anthologie auf diese innigen aus friede- voller Seele geflossenen Lieder- kurz hingewiesen, hatte Th. Fontane im gleichen Jahr neun dieser Gedichte in sein Dichter-Album aulgenommen. Im Literaturblatt ist der Verfasser nicht angegeben. Ed. Alberti, der in seinem Lexikon einen leider übel geratenen Versuch einer Bibliographie gibt, nennt Paul Heyse Man mag daran festhalten. Paul Heyse hatte den Verleger Duncker veranlaßt, Storms eben erwähnte Sommergeschich- ten und Lieder, herauszugeben; eine im gleichen Jahrgang des Literatur- plattes gleichfalls anonym veröffentlichte Studie über Mörike hat ihn zum Verfasser; ein Satz aus einem Briefe Storms an Möôrike endlich bringt ihn mit dem in Rede stehenden Aulfsatz in Verbindung(Mörike-Storm-Brief- wechsel S. 37. Von Paul Heyse, der mir vor einigen Wochen davon sprach, soll ein Artikel über mich demnächst im Literatur-Blatt zum Deutschen Kunstblatt erscheinen-). Dieser Brief ist im November 1854 geschrieben.

Vor Heyse, noch zu Anfang des Jahres 1854 hatte Robert Prutz im Deutschen Museum(S. 35 ⸗Alte und neue Menschen:) der Gedichte Storms rühmend gedacht. Seine und Heyses Worte sind noch heute wertvoll und nur Weniges, das später geschrieben wurde, koumt ihnen gleich. Beide heben die Innigkeit dieser Lyrik hervor.»die sinnlich-sinnige Seele des Dichters, die mit Natur und Leben und mit sich selbst den vertraulichsten Umgang pflege. Prutz zumal hat den empfangenen Eindruck trefflich um- schrieben. Gewisse entsetzliche Stunden des Abschiedes, gexwisse theuere bleiche Mienen, die der Tod ihm autf ewig verhüllt, stehen so fest in seiner Phantasie, daß er immer und immer darauf zurückkommt.... Aber diese Wehmut hat nichts Krankhaftes, nichts Gemachtes, noch hindert sie ihn die Schönheit der Welt und das Glück des Lebens übrigens mit dank- barem Herzen anzuerkennen. Heyse erwähnt, daß die Gedichte in ihrer Selbstgenüge und Sorglosigkeit gegen das Fremde an Mörike erinnern und hebt in anderem Zusammenhang ein Wort aus der Taufe, das ein unentbehrliches Requisit der ihm nachfolgenden Kritik geworden ist. Ihm deutet die verlöschende, schwachatmige Prosa der Geschichten auf einen wahren Resignationsstil-.

Was einzig fehlte, die Heimatinnigkeit dieser Lyrik zu betonen, blieb einem Berufenen, Klaus Groth, überlassen aut einigen Seiten, die im Jahr 1868, unmittelbar bevor die Gesammelten Schriften- erschienen, veröffent- licht wurden.

Emil Kuh hatte schon 1864 in einer kleinen Schrift ⸗Ueber neuere Lyrik- die heilige Alltäglichkeit, der Gedichte Storms gepriesen. In seiner umfangreichen Studie aus dem Herbst des Jahres 1874(Wiener Abendpost, November) sagte er nicht mehr als Heyse, Prutz und Groth und auch das Wenige nicht dem Dichter zu Dank. Der größere Teil seiner Arbeit be- handelte die Novellistik.

Eduard Tempelteys kleine Schrift(Th. Storms Dichtungen, Kiel 1867) ist äußerst selten geworden. Nach dem Vortrefflichen zu schließen, was