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Gerade diesem Umstande verdanken wir die große Zahl mithrischer Funde und brauchbarer Grundrisse wenigstens der Cella, während der zweifellos stets vorhandene, weil durch die Bedürfnisse des Kultus bedingte Pronaos wegen seiner ebenerdigen Lage und der leichten Konstruktion seiner Wände, an deren Stelle in manchen Fällen, wie z. B. beim ersten Mithreum von Heddernheimu¹), bloße Bretterverschläge mit Holzpfosten als Träger eines Schutzdaches getreten zu sein scheinen, nur geringe oder gar keine Spuren hinterlassen hat und daher oft übersehen ist. Dies war z. B. der Fall beim ersten Berichte über das zweite Mithreum von Carnuntum²), wo schon das Verhältnis zu dem angebauten Dolichenum einen Pronaos von gleicher Tiefe, wie er bei diesem erkannt war, anzunehmen nötigte. Derselbe hat sich dann auch bei späteren sorgfältigen Nachgrabungen gefunden, nachdem inzwischen beim dritten Mithreum von Carnuntum ein den Dimensionen der Cella entsprechender Vorraum mit einem auch sonst öfters bemerkten und vielleicht gleichfalls typischen Annexraum fest- gestellt worden war. ³)
Die Cella war an den Langseiten von etwa 1 m hohen und 1 ½ m breiten Podien begleitet, die auf der einen Seite durch die Außenwände des Speläums abgeschlossen, auf der anderen durch Stützmäuerchen mit flachen Brüstungen gegen die Cella abgegrenzt waren, so daß die auf ihnen, wahrscheinlich in kniender Stellung, den Zeremonien beiwohnenden Mysten in dieselbe hinabblicken konnten. Im Hintergrunde erhob sich der Boden der Cella öfters Zzu einem abgegrenzten Adyton, welches meist in der Breite der Cella trapezförmig oder apsis-
Jacobis Saalburgführer IV. Aufl. 1908, S. 34), brieflich ausführlicher mitzuteilen.Ich mache von seiner aus- drücklich erteilten Erlaubnis Gebrauch, indem ich seine Ausführungen, soweit sie hierher gehören, im Wortlaute wiedergebe;„Beim Mithreum der Saalburg liegt der Cellafußboden in derselben Höhe wie der Boden der Vorhalle, deren Pflaster größtenteils erhalten war. Diese Singularität gegenüber den bisher bekannten Mithreen dürfte sich am einfachsten durch die auf der linken Seite des Heiligtums gelegene, stark fließende Quelle erklären lassen, welche von einer den Boden des Mithreums schräg durchziehenden Wasserader gespeist wird. Es war also zu befürchten, daß bei einer in den Boden eingegrabenen Cella Wasser in das Innere eindringen und den Raum feucht halten würde..... Maßgebend für den Standort des Saalburg-Mithreums war wohl die Quelle, welche schon dem älteren, dahinter liegenden Metroon aus der Zeit des Antoninus Pius(C. J. L. XIII, 7458) diente. Vielleicht kam auch hierfür die Lage des Friedhofes in Betracht, der mit den orientalischen Heiligtümern weit ab südlich vom Kastell am Rande der zivilen Niederlassung seinen Platz erhielt.“ Diese Erklärung entspricht völlig der von mir gehegten und ausgesprochenen Überzeugung, daß die erwähnte Abweichung von der typischen Beschaffenheit der Speläen nur in zwingenden lokalen Ursachen ihren Grund gehabt haben könne. Dann aber müssen wir der für die Wahl des Platzes maßgebenden Nachbarschaft der Quelle und besonders auch des Gräberfeldes um so größere Bedeutung beimessen, ein Umstand, auf den ich an anderer Stelle bereits hingewiesen habe(vgl. S. 14). Doch darf ich nicht verschweigen, daßb an der oben durch Punkte angedeuteten Stelle Jacobi noch schreibt:„Ob übrigens dieser Typus(des Saalburg-Mithreums) einzig dasteht, bedarf noch weiterer Untersuchung, da von den Mithreen die wenigsten vollständig ausgegraben sind. Deshalb sind nur diejenigen unbedingt sicher, bei welchen die in das Innere hinabführenden Stufen nachgewiesen sind. In diesem Falle liegt das Terrain in Höhe des Podiumbodens“. PFerner:„Da die durchschnittliche lichte Höhe des Raumes sich leicht aus den erhaltenen Resten ergibt, muß das Saalburg-Mithreum ein vollständig frei stehendes Gebäude gewesen sein, während die übrigen, soweit sie nicht in eine Felswand eingeschoben sind, etwa nur zur Hälfte aus dem Boden hervorragten.“...
¹) Vgl. Nass. Annalen I, 1826, Tafel IV.
²) Vgl. Bericht des Vereins Carnuntum für die Jahre 1890, 1891= Archäologisch-epigraphische Mitteilungen XVI, S. 116, ff. Wien 1893, Tafel I.
²) Vgl. Bericht des Vereins Carnuntum für 1892— 94, S. 21, Fig. A und Cumont, Textes etc. II. p. 492.
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