Kollegen und Schülern gewidmet. Aus diesem Grunde habe ich als Beispiele für meine Aus- führungen hauptsächlich die drei in Heddernheim gefundenen Mithreen und ihre Ausstattungs- gegenstände gewählt, die in den Museen zu Frankfurt und Wiesbaden aufgestellt sind, wäh- rend die Berichte über ihre Auffindung mit den zum Verständnis erforderlichen Abbildungen in den Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung sowie in der Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte und Kunst den Frankfurter Geschichtsfreunden ebenfalls leicht zugänglich sind.
Da aber an die Grundrisse der Heddernheimer Speläen sich die ersten wie die letzten zusammenhängenden Untersuchungen über die Beschaffenheit der Mithrasheiligtümer geknüpft haben und andererseits die in ihnen gefundenen Gegenstände ganz besonders wertvoll gewesen sind für das Verständnis des Mithrasdienstes in der Form, wie er sich in den nördlichen Provinzen des römischen Kaiserreiches gestaltet hatte, so dürfte diese Beziehung auf unsere lokalen Funde auch für die den Fundstätten ferner wohnenden Leser, wenn meine kleine Arbeit ihnen in die Hände fallen sollte, nicht unzweckmäßig sein.
ist, hat seinen Grund— abgesehen von den oben betonten Beziehungen meiner Arbeit zur Lokalforschung— besonders darin, daß für dieses Bildwerk, welches ebenso wie die zu ihm gehörigen Rundfiguren der beiden Fackelträger zu den weitaus besten Erzeugnissen der pro- vinzialen Kunst auf diesem Gebiete gehört, dem Verfasser keine den sonstigen IIlustrationen seines Werkes an Güte entsprechende Photographie zu Gebote stand.
I. Der Mithraskultus.
Von allen Problemen der vergleichenden Religionsgeschichte hat in der neuesten Zeit kaum irgend ein anderes das Interesse der Forscher wie der gebildeten Laien in so hohem Grade in Anspruch genommen wie die Rolle, welche der Kultus des persischen Lichtgottes im römischen Reiche als lange Zeit ebenbürtiger Gegner des siegreich emporstrebenden Christentums gespielt hat. Eine Reihe von Ursachen wirkte zusammen, um Mithras, mit dessen Namen ehedem selbst Historiker und Theologen nur sehr vage Vorstellungen verbanden, in den Vordergrund des wissenschaftlichen, ja zeitweilig selbst des Tagesinteresses zu rücken. In den beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts sind besonders in Westdeutschland und Rumänien so viele Heiligtümer, Skulpturen und Weiheinschriften des felsgeborenen Gottes aufgedeckt worden wie in keiner früheren Periode. Der Renaissance der mithrischen Uber- reste folgte das Erwachen— von Wiedererwachen kann man hier kaum sprechen— des Interesses für sie und das, was sie bedeuten. Ein besonders glückliches Zusammentreffen aber war es, daß im Jahre 1899 ein monumentales Werk zum Abschluß kam, in welchem


