Aufsatz 
Lehrplan für den französischen Unterricht / Realprogymnasium Marburg
Entstehung
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dürfniszuschusscs handeln können, wobei nur noch nach denselben Normen ver- fahren werden könnte, welche bei Bewilligung derartiger Zuschüsse allgemein massgebend sind. R

Die Stadt Marburg wird bei weiterer Prüfung der Eingabe des Herrn Prof. Stengel vor allem diesen Gesichtspunkt festzuhalten, ausserdem aber auch da- von auszugehen haben, dass ich eventuell darauf hinwirken würde, an Stelle des Freul progymmasiums der IHöheren Bärgerschule von sechs Jahreskursen den For- zug vor der fealschule von sieben Jahreskursen zu geben. Sollte die Stadt Marburg gleichwohl die angeregte Angelegenheit verfolgen wollen, so wolle das Königl. Provinzial-Schulkollegium durch den Rektor Hempfing übersichtlich darlegen lassen, wie in den Jahren 1883—1888 nicht blos die Frequenz in den einzelnen Klassen des jetzigen Realprogymnasiums sich entwickelt hat, sondern auch welchen Berufsklassen die Väter der Schüler während dieser Zeit angehört und, soweit dies sich angeben lässt, welchen Berufsklassen die Schüler nach ihrem Austritte aus der Anstalt sich zugewandt haben.

(Unterschrift.)

An das Königl. Prov.-Schulkollegium zu Cassel.

Cassel, den 17. Dezember 1888.

Abschrift lassen wir dem Curatorium auf die Eingabe vom 23. Oktober d. J.(J.-Nr. 2262) zur Kenntnisnahme und Kusserung zugchen, ob Hach dler vorliegenden Entscheidung des Herrn Unterrichtsministers die Umwandlung des Realprogymnasiums in eine Realschule oder in eine höhere Bürgerschule von demselben weiter ins Auge gefasst wird. 1

Im letzteren Falle erwarten wir Vorlage der in dem zweiten Absatz des vorstehenden Erlasses geforderten Ubersichten.

Die Anlagen folgen zurück.

(gez.) Graf Eulenburg. An das Kuratorium des Realprogymnasiums.

Nach dieser höchsten Entscheidung konnte niemand mehr zweifelhaft sein, dass eine Umwandlung des Realprogymnasiums fernerhin von keiner Seite mehr beab- sichtigt werden würde. Konnte man doch zwischen den Zeilen der Erlasse der beiden vorgesetzten Behörden lesen, dass auch sie unter den gestellten Bedingungen eine Fortsetzung der Angelegenheit nicht erwarteten. Selbst bei den meisten Unter- zeichnern der Petition um Ums randlung war es eine unerlässliche Bedingung, dass ein Wegfall des Staatszuschusses nicht in Frage kommen dürfe. Auch wollte man ja nicht die empfohlene höhere Bürgerschule ohne Latein hier errichten, weil allgemein bekannt geworden war, dass diese Schule sich nur für sehr grosse Städte eignet. Auch war durch die Verhandlungen über die Umx randlungsfrage bekannt geworden, dass die lateinlose höhere Bürgerschule wegen ihres Lehrplanes eine ganz isolierte Stellung einnimmt und dass dieselbe das wissenschaftliche Zeugnis zum einjährig- freiwilligen Militärdienst nur nach dem Bestehen eines besonderen Examens unter dem Vorsitz eines Regierungs-Kommissars gewähren kann. Noch sei bemerkt, dass die oben genannte, eventuell zu entwerfende Zusammenstellung der Väter unserer Schüler nach den Berufsklassen in den letzten fünf jahren kaum ein anderes Resultat als das vom vorigen Jahr ergeben haben würde. Eine Zusammenstellung der abgegangenen Schüler nach den von ihnen gewählten Berufsarten würde aber keine

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