Aufsatz 
Lehrplan für den französischen Unterricht / Realprogymnasium Marburg
Entstehung
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der UIII und IV reisten unter Führung der Herren Dr. Schäfer und Hölzerkopf gleichfalls mit der Bahn nach Giessen, von hier nach Nauheim; gingen dann nach Münzenberg, von wo sie das frühere Kloster Ahrenstein besuchen wollten; des ungünstigen Wetters wegen mussten sie jedoch nach Butzbach gehen. Auf beiden Eisenbahnfahrten hatten Lehrer und Schüler Preisermässigung. Die Schüler der V und VI begleiteten die Herren Oberlehrer Dute und Schneider nach Gossfelden und zurück über Cölbe.

Wie der letzte Sommer sehr reich an Regen und karg an heiteren Tagen war, so war unser Ausflugtag leider nicht einer dieser wenigen letzteren. Es blieb uns der Trost vieler Mitleidender. Der Unterzeichnete konnte an der Turnfahrt in dem verflossenen Jahr nicht teilnehmen, da an demselben Tage die Dizesan-Synode zu Ziegenhain abgehalten wurde, welcher er als einer der Abgeordneten der reformierten Gemeinde Marburgs anzuwohnen hatte.

Klassenspaziergänge an Stelle des Nachmittagsunterrichts fanden nach Vorschrift während des Sommers etwa allmonatlich statt; in ähnlicher Weise im Winter. Während der in diesem Jahre ziemlich lange dauernden Eisbahn auf der Lahn war Anordnung getroffen, dass ein Teil des Turnunterrichts durch Schlittschuhlaufen unter Aufsicht des Herrn Turnlehrers Schneider ersetzt wurde.

Nur am 4. Juni v. J. war der Unterricht von 2—3 Uhr wegen grosser Hitze ausgesetzt worden.

Abgesehen von einigen schwereren rankheitsfällen— Diphtherie, zum YJeil Scharlach—, welche jedoch keinen tötlichen Ausgang hatten, war der Gesundheits- zustand der Schüler ein befriedigender, wenn auch ein öfters vorkommender Plusten unter denselben nicht selten eine Störung im Unterricht mit sich brachte. Der Gesundheitszustand der Lehrer war im ganzen befriedigend; denn, abgesehen davon, dass einige Lehrer wenige Tage durch Unwohlsein verhindert waren zu unterrichten, konnte IIerr Böhmel nur im NMonat Juni wegen Krankheit keinen Unterricht erteilen, und Herr Haase musste sich zur Herstellung seiner Gesundheit vom 26. Februar bis zum Schlusse des Semesters zu Wilhelmshöhe aufhalten, wo er Heilung seiner Krankheit suchte und fand. Die Stunden des Herrn Böhmel wurden von Herrn Fladung freundlichst übernommen, während die Stunden des Herrn Haase unter die Lehrer verteilt wurden, mit Ausnahme der Gesangstunden, welche zu über- nehmen Herr Lehrer Louis Trusheim von hier so freundlich war, wofür hier schuldigst gedankt wird.

Wie nun schon seit einem Decennium hat Herr Leimbach auch im verflossenen Schuljahr mit den Schülern der Sekunda in einer Abendstunde Sonnabends einige klassische Werke gelesen und erklärt, um diesen Schülern eine grössere Bekanntschaft mit unserer Literatur zu vermitteln.

Um bei unseren Schülern auch einige Kenntnis der wichtigsten Dichtungen der griechischen Klassiker zu ermöglichen, wurden diese in passenden Stunden, wie Vikarialstunden, bei dem Unterzeichmelten gelesen.

Die von dem llerrn Geheimerat Dr. Stauder bei seiner Inspicierung der Anstalt empfohlene UÜbung der Sekundaner im freien Portrag wurde von dem Onter- zeichneten auch im letzten Schuljahr fortgesetzt. Die verschiedenen hierzu geeigneten Themen waren aus der im vorigen Programm mitgeteilten grösseren Anzahl ausgewählt.

Zum Schlusse der Chronik des Realprogymnasiums im verflossenen Schuljahr sei noch in Kürze der Bestrebung einer Anzahl Bewohner Marburgs gedacht, welche darauf gerichtet war, das gegenwärtige Realprogymnasium in eine lateinlose Tcealschule umzuwandeln. Diesem Vorgehen lag wohl die— wie statistisch nachgewiesen—