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an einen grossen Verlust, der alle treuen Unterthanen alljährlich in tiefe Trauer versetzen wird.
Am 27. Januar d. Jj. wurde zum ersten Male der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in gleicher Weise festlich begangen, wie es bei den wiederholten Aktus an dem Geburtstage des hochseligen Grossvaters Kaiser Wilhelm I. üblich geworden war. Die Feier wurde mit Chorgesang, Schrift- lektion und Gebet eröffnet, worauf Chorgesänge mit Declamationen von Liedern und Gedichten folgten, welche in Beziehung zum festlichen Tage standen. Hieran schloss sich die Festrede, in welcher Herr Oberlehrer Dute die geschichtliche Entwicklung der deutschen Flotte bis auf unsere Tage in interessanter Weise schilderte und bei der reichen deutschen Hansa des Mittelalters länger verweilte. Mit der Kaiser- Hymne schloss denn auch diese erste Geburtstagsfeier unseres Kaisers, der an diesem Tage in das Mannesalter eintrat. Möchten derselben zum Wohle und Segen des Deutschen Volkes und Landes recht viele dieser frohen Feiern folgen.
Am 9. März morgens 8 Uhr wurde die erste(redenkfeier an den Tod Sr. Maj. des hochseligen Kaiser Wilhelm I. abgehalten. Dieselbe begann und schloss mit einem Choral. Herr Oberlehrer Dute legte seiner Gedächtnisrede das in jeder Weise vortreffliche, von seltener Demut und von wahrhaft christlichen Gedanken und Ge— fühlen zeugende Konfirmations-Bekenntnis, welches Prinz Wilhelm am 8. Juni 1815 nach der im preussischen Königshause herrschenden Sitte ablegte, zu Grunde. Er hob unter anderem hervor, wie dieses Bekenntnis des achtzehnjährigen Prinzen vom achtzigjährigen Kaiser, nachdem er in seinem langen Leben Erfolge errungen habe, wie kaum je ein Fürst, noch dieselbe strenge Richtschnur für sein Denken und Handeln gewesen sei.
Die zweite Gedenkfeicr fand am 22. März d. J. mit Gesang, Schriftverlesung, Gebet und einer Ansprache des Herrn Leimbach statt. Der Redner gedachte der seltenen und unvergleichlichen Feier des 90. Geburtstages des hochseligen Kaisers und Königs Wilhelm I.— des 22. März 1887— und insbesondere des an diesem Tage erschienenen Kaiserl. Erlasses. Hieran schloss der Redner eine Schilderung des Kranken- und Sterbelagers des unvergesslichen Fürsten und es wurden insbesondere die letzten Worte des Sterbenden mit seelsorgerlichen Zurufungen und Tröstungen den Schülern in schriftgemässer erbaulicher Weise ans Herz gelegt.
Am 31. Oktober v. J. fand in der letzten Vormittagsstunde, wie es in den Jahren seit 1883 üblich geworden war, eine Erinnerungsféier zur Eanführuug der Teformalion statt. Der Religionslehrer des Realprogymnasiums, Herr Pfarrer Schindewolf, sprach über das Leben des grossen Reformators Luther mit Beziehung auf seine 95 Thesen.
Auch in diesem Schuljahr fand beim Schulschluss am 23. Dezember eine litur- gische Weihnachtsfeier statt.
Nachdem durch Erlass des Herrn Unterrichtsministers vom 17. Juni 1886 — UII 250— und Verfügung Kgl. Prov.-Schulkollegiums vom 9. August 1886 (S. 3530) Turnfahrten über die Dauer eines Tages die einzuholende Genehmigung letztgenannter hohen Behörde bedürfen und sich in dieser Erschwerung deutlich eine Abneigung gegen länger dauernde Turnfahrten ausspricht, sah man auch in dem letzten Schuljahr von einem grösseren Ausflug der oberen Klassen ab und begnügte sich mit folgenden Excursionen. Am 14. jJuni v. J. fuhren die Schüler der II und OIII, in Begleitung der Herren Schürmann und Haase mit der Eisenbahn über Giessen und Wetzlar nach Sinn; gingen von hier über die Dianaburg und Greifenstein nach Weilburg, von wo sie mit der Bahn zurückfuhren. Die Schüler


