Aufsatz 
Spezieller Lehrplan für den Religionsunterricht des Realprogymnasiums
Entstehung
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bootfahrt von Coblenz bis Rüdesheim durch das unvergleichlich malerische Fheinthal verbunden werden konnte, ohne dass ein Uebernachten auswärts nötig war und dennoch reichlich Zeit zum Beschauen und Bewundern des Siegesdenkmals und seiner herrlichen Umgebung blieb. Das herrliche Sommerwetter, welches die landschaftlich rei⸗ zendste Gegend Deutschlands im schönsten Lichte erscheinen liess, zeigte sich erst recht vorteilhaft in der Beleuchtung der glänzenden Statue des Denkmals durch die goldenen Strahlen der scheidenden Abendsonne. Um diese Zeit waren alle Teilnehmer auf dem Niederwald angelangt und der Unterzeichnete machte die Schüler auf das grossartig⸗schöne Denkmal zunächst im ganzen aufmerksam und gab dann eine Erklärung der wichtigsten Teile desselben, wobei er die Bedeutung der verschiedenen Reliefs und der einzeln stehen- den Figuren hervorhob. Ferner erwähnte er, wie zu den Terrassen vor dem Denkmal und dem 25 Meter hohen Unterbau die verschiedenen deutschen Gaue Steine gesandt, wie zu der 10,5 Meter hohen Statue der Germania 700 Ctr. Erz erforderlich gewesen seien; wie es dem Schöpfer derselben, Prof. Schilling in Dresden, gelungen sei, in ihrem Ant⸗ litz den Ausdruck stolzer Kraft mit edler Weiblichkeit zu vereinigen, wie es aber auch als ein Meisterwerk der Technik anzusehen sei, dass es die v. Müller'sche Erzgiesserei in München verstanden, die Auffassungsweise des ersten Künstlers in treuem und lebhaftem Ausdruck durch das Erz wiederzugeben. Alle Einzelnheiten in der Auffassungs⸗- und Dar⸗ stellungsweise der Germania seien erwogen und bedeutungsvoll, so insbesondere, wie sie die mit einem Lorbeerkranze geschmückte Kaiserkrone als Sinnbild deutscher Einigung mit der Rechten hochhalte, während sich die Linke auf das mit Lorbeer umrankte Schwert stütze. Das in reichen Falten niederwallende Gewand sei mit Adlern und Juwelen ge⸗ schmückt. In solcher imposanten Stellung schaue die Germania von ihrem hohen Stand⸗ punkte nicht nach dem Lande des Erbfeindes, sondern den deutschen Rhein hinauf in das deutsche Vaterland, zu ihren Füssen deutsche Weinberge und in ihrem Rücken deut- schen Eichenwald. l)ieses in jeder Beziehung als gelungen und grossartig zu bezeichnende Denkmal sei nicht nur ein Siegesmonument, sondern auch eine bleibende Friedensbürg⸗ schaft durch die Wiederaufrichtung des deutschen Reiches Wie aber die Germania über den am Denkmal genannten Namen der Schlachten trone, welche geschlagen werden mussten, um die Einheit und Macht Deutschlands zu erlangen, so müsse vor allem das einige deutsche Vaterland von allen Deutschen stets hoch und hehr gehalten werden. Bei dem grossen Relief angekommen, wurde daran erinnert, dass dasselbe den Kaiser zu Pferd umgeben von deutschen Königen und Fürsten, von Bismarck und 150 Generalen und Corpsführern darstelle, um uns zu zeigen, welchen grossen Männern das deutsche Volk ganz besonders seine Einheit und Macht zu verdanken habe. Wie von selbst kam dann nach dieser erklä- renden Darstellung der Untereeichnete in der anschliessenden, an die Schüler gerichteten An⸗ sprache zu der Aufforderung zu einem weithinschallenden Hoch auf unseren greisen Helden⸗- kaiser, in das auch das anwesende Publikum einstimmte. An dasselbe schloss sich die Kaiserhymne an. Mit gleicher Begeisterung ward nun auch die Wacht am Rhein gesungen. Nach kurzer Ruhe ging es in bequemerer Weise hinunter, als wir hinaufgestiegen waren. In fröhlicher Stimmung hatten wir Frankfurt bald erreicht; jedoch konnten wir hier den Schnellzug nicht benutzen, weil unser Ansuchen darum von der resp. Eisenbahn-Direktion wegen des um jene Jahreszeit sehr regen Verkehrs nicht bewilligt worden war. Der Personenzug brachte alle Teilnehmer gesund und wohlbehalten nach Mitternacht wieder nach Marburg zurück. So war denn diese Turnfahrt für die Schüler und die führenden Lehrer eine ebenso angenehme als lehrreiche und erhebende gewesen, welche lange in Er, innerung bleiben wird.

Unter Leitung der Herren Dr. Schäfer und Fladung besuchten die Schüler der Tertia und Quarta mit Benutzung der Eisenbahn zu ermässigten Fahrpreisen Wetzlar, die Sophienhütte, das Kloster Altenberg, die Stadt Wetzlar nebst Schloss.