Aufsatz 
Zu Schillers Gedächtnis.
(Ansprache an die Schüler der Anstalt, gehalten am 9. Mai 1905.)
Entstehung
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4. Hermann beim Lindenbrunnen.(Nach dem V. und VI. Gesange

von Goethes»Hermann und Dorothea«.) I. Die Fahrt zum Lindenbrunnen(Veranlassung?); die Freunde trennen sich von Hermann und gehen nach dem Dorfe.(Nach dem V. und VI. Gesange kurz darzustellen!) II. Hermann beim Lindenbrunnen.

A.

B.

Hermanns Gedanken und Gefühle während seines Alleinseins:»Sorge, Argwohn und Zweifel und alles, was nur ein liebendes Herz kränkt.« Zwei Hauptbedenken: 1. ob Dorothea nur deshalb, weil sie arm und heimatlos und Her- mann wohlhabend ist, ihm folgen werde; 2. ob nicht schon ein anderer ihr Herz besitze.(VI, 235 250.)

Rückkehr der Freunde; ihre»himmlische und tröstliche« Botschaft, die Hermann»ohne Zeichen der Freude« aufnimmt. (VI, 220 234), worauf er ihnen seine Besorgnisse mitteilt und, ohne der langatmigen(worauf hinauslaufenden?) Rede des Apo- thekers Beachtung zu schenken, seinen Entschluß ausspricht, »sein Schicksal selbst zu erfahren:(VI, 275 294).

III. Während die Freunde in die Stadt zurückfahren, sieht Hermann in banger Erwartung(»vohne Gedanken«, d. h. traumverloren, ohne im Augenblicke einen bestimmten, klaren Gedanken fassen zu kön- nen) der wichtigsten Entscheidung seines Lebens entgegen.

5. Wechselspiel von Treue und Verrat in GoethesGötz von Ber-

lichingen.

I. Das in der deutschen Dichtung so oft behandelte Motiv der Treue und ihres Gegensatzes, der Untreue, des Verrates, des Wort- und Vertragsbruches, spielt in Goethes»Götz von Berlichingen« eine Hauptrolle, indem der Gang der Handlung geradezu auf einem Wechselspiel von Treue und Verrat aufgebaut erscheint.

II. A.

Götz

1. als Opler der Untreue(des Verrates): Überfall seines Buben(ein Vertragsbruch von Seite der Bamberger, der Vorgeschichte angehörend und gleich in der ersten Szene er- wähnt); zweimaliger Abfall Weislingens(der erste gehört der Vorgeschichte, der zweite der Handlung des Dramas an, sein Ziel ist die völlige Vernichtung des Gegners: das Todes- urteil gegen Götz!); der Vertragsbruch der Reichstruppen (Götzens Gefangennahme am Schlusse des III. Aktes!) und der Bauern(V. Akt);

2. als Wortbrüchiger(Verräter): sein Vertrag mit den Bauern- führern(Bruch der Urfehde).

B. Weislingen

1. als Wortbrüchiger(Verräter): sein Verrat an Götz(A, 1) und an Maria; 2. als Opfer der Untreue(des Verrates): der an ihm von Adel- heid 9 Franz geübte Verrat(»Untreue schlägt den eigenen errn*).