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melmann in edelmütiger Weise angebotene Unterstützung anzunehmen, sagt er:»Ja, mein teurer Freund, ich nehme das Anerbieten mit dank- barem Herzen an— nicht weil die schöne Art, womit es getan wird, alle Nebenrücksichten bei mir überwindet, sondern darum, weil eine Verbind- lichkeit, die über jede mögliche Rücksicht erhaben ist, es mir gebietet. Dasjenige zu leisten und zu sein, was ich nach dem mir gefallenen Maß von Kräften leisten und sein kann, ist mir die höchste und uner- läßlichste aller Pflichten.«
Das Charakterbild des edlen Mannes wäre jedoch kein vollständiges, wenn wir nicht auch seiner warmen, begeisterten Vaterlandsliebe gedächten, von deren Feuer die beiden Dramen-Die Jungfrau von Or- leans«⸗ und»Wilhelm Tell« ganz durchglüht sind, die sich aber auch in anderen Dichtungen auf das schönste offenbart und oft in der knappen Form eines einzigen Satzes ihren vollendetsten, zündendsten Ausdruck fin- det. Von Munde zu Munde gehen die goldenen Worte aus dem»Lied von der Glocke«:
»Heil'ge Ordnung, segenreiche Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und freudig bindet, Die der Städte Bau gegründet... Und das teuerste der Bande Wob, den Trieb zum Vaterlande!«
Und von der Bühne herab vernehmen und vernahmen Hundert-
tausende den Mahnruf Dunois' in der»Jungfrau von Orleanse: »Für seinen König muß das Volk sich opfern, Das ist das Schicksal und Gesetz der Welt-,— »Nichtswürdig ist die Nation, die nicht Ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre-
und das schöne Wort der gottgesandten Streiterin:
»Was ist unschuldig, heilig, menschlich gut, Wenn es der Kampf nicht ist ums Vaterland?«
Nicht minder begeisternd und zu herrlichen Taten der Vaterlands- liebe entflammend wirkten und wirken die berühmten Worte des edlen Freiherrn von Attinghausen im»Tell«:
»Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen!⸗
und der Schwur der Eidgenossen auf dem Rütli:
»Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, In keiner Not uns trennen und Gefahr!⸗


