Aufsatz 
Der Neubau der Oberrealschule II zu Cassel / von Heinrich Arnolt
Entstehung
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man nach der einen Seite in das Zimmer für die biologischen UÜbungen, nach der anderen Seite in das Vorbereitungszimmer und dann in den Sammlungsraum. An den letzteren schließt sich noch ein kleines Zimmer für den Sammlungsverwalter an. Im Kellergeschoß befindet sich ein verdunkelbarer, heizbarer Raum, der zu Wachstumsversuchen unter Lichtabschluß und als Überwinterungsraum für lebende Pflanzen dient. Von weiteren Einrichtungen sind die zwei Schulgärten zu nennen.

Das Unterrichtszimmer. Länge 10,50 m, Breite 6,27 m. Das Unterrichtszimmer hat ein ansteigendes Podium mit zehn Bankreihen und 50 Sitzplätzen. Die Bänke sind mit Klappsitzen und hochklappbaren Pultplatten versehen. Letztere können in Brusthöhe horizontal festgestellt, werden, sodaß die Schüler auf diese Weise zeichnen und Gegenstände vor sich hinstellen können. Ein großer, 3 m langer Tisch mit Gaseinrichtung und Wasserablauf dient zu Ver- suchen und Aufstellen der zu erklärenden Objekte. Mittelst eines fahrbaren Tisches können die Gegenstände aus dem Sammlungszimmer herangeholt werden, auch können auf ihm Apparate zu pflanzenphysiologischen Versuchen vor der Unterrichtsstunde im Vorbereitungszimmer auf- gestellt und zusammengesetzt werden. Der Projektionsapparat ist für Makro- und Mikropro- jektion, sowie zur Projektion horizontal liegender, durchsichtiger Körper eingerichtet.

Raum für die biologischen Übungen. Länge 7,72 m, Breite 6,27 m. Drei große Schränke an der Rückwand des Zimmers dienen zur Aufnahme der Mikroskope und der Uten- silien, die zu makroskopisch-anatomischen und zu mikroskopischen UÜbungen nötig sind, wie Bestecke, Glasschalen, Färberreagentien, Sezierschalen usw. An sieben dreisitzigen, mit je drei verschließbaren Schubladen versehenen Arbeitstischen können die biologischen Beobach- tungen angestellt werden; ein achter kleinerer Tisch dient dem Lehrer. Die Mikroskope(von der Firma Winkel in Göttingen) besitzen umlegbares Stativ mit dreifachem Revolver für die Objektive 1, 3 und 6 und 2 Okulare. Auch dieser Raum ist mit einer großen Wandtafel ausgestattet, ebenso mit Gas- und Wasseranschluß.

Vorbereitungszimmer. Länge 3,66 m, Breite 6,33 m. Die Mitte des Zimmers nimmt ein 3 m langer Arbeitstisch ein. Ein Aquarientisch an der Fensterseite trägt in zwei Etagen zwölf vierseitige Glasaquarien und ein Terrarium. In zwei Schränken sind die Chemikalien und die Glassachen sowie die Präparatengläser untergebracht. Ein Spültisch, ein Schreibtisch, ein Thermostat, ein Dampfsterilisierapparat und ein Trockenschrank vervollständigen die Ein- richtung. Für Gas- und Wasseranschluß ist gesorgt Dieser Raum kann außer durch die Heizkörper der Niederdruckdampfheizung auch noch durch einen Gasofen geheizt werden, um so die Benutzung auch während der Ferien und an den Tagen, an welchen die Dampfheizung nicht im Betrieb ist, zu gestatten.

Der Sammlungsraum. Länge 14,40 m, Breite 7,97 m. Die systematisch geordnete Sammlung ist in vier großen, 5 m langen, allseitig verglasten Doppelschränken, welche den Mittelraum des Zimmers einnehmen, untergebracht. Fünf weitere Schränke mit verglaster Vorderwand enthalten die Schmetterlings- und Käfersammlung, eine pflanzliche Produkten- sammlung, die Handbibliothek, die Glassachen und Apparate zu pflanzenphysiologischen Ver- suchen und die Sammlung der mikroskopischen Präparate nebst zwei Mikroskopen zur Benutzung für die Lehrer. Die Diapositive sind in einem kleinen Kastenschrank enthalten. In zwei Ge- stellen können 100 Abbildungen auf Rollen Aufnahme finden. Für die anderen Abbildungen auf Pappe und Leinen ist noch ein 9 m langes, von allen Seiten durch Holzwände geschütztes, mit Türen versehenes Gestell vorgesehen. Ein aus Zinkblech gefertigter Desinfektionskasten, ein Arbeitstisch und ein Regal sind ebenfalls in diesem Raume aufgestellt.