— 17—
Das Vorbereitungszimmer für Chemie(Länge 6,5 m, Breite 7 m) zeigt in der Mitte einen großen, ähnlich wie im Lehrzimmer ausgerüsteten Doppelexperimentiertisch, auf dem größere Versuchsanordnungen längere Zeit zum Ausprobieren stehen bleiben können. An einer Ecke desselben ist für Werkarbeiten eine Stahlplatte eingelassen und kann ein Schraubstock angebracht werden. An der dem Lehrzimmer zunächstliegenden Längswand des Zimmers ist die anorganische Chemikaliensammlung für feste Stoffe in zwei Schränken rechts und links des Gasabzugs untergebracht; im Abzugsschrank stehen große Vorratsflaschen für die wichtigsten Säuren und Laugen, sowie für die im Laboratorium gebrauchten Lösungen. Daran schließt ein Ablauftisch mit darüber befindlichem Ablaufbrett, beide mit senkrechten Stäben versehen, und schließlich der große Spültisch, über dem Hähne in verschiedener Höhe, Haken für die Spülbürsten und ein Warmwasserapparat an der Kachelwand angebracht sind, wührend Flaschen mit den zur Reinigung der Gefäße besonders nötigen Stoffen auf dem breiten Hinterrande des Tisches Platz finden. Die gegenüberliegende Längswand wird von vier mit verschließbaren Schrank- und Schubfächern versehenen, mit Gas, Wasser und den wichtigsten flüssigen Chemi- kalien ausgestatteten Arbeitsständen der Lehrer eingenommen. Daneben ist noch ein Glasblase- tisch, der auch die große Korkbohrmaschine trägt, untergebracht; darüber ist ein Gaswandarm mit Schnittbrenner zum Biegen der Glasröhren. Ein besonderer Gasofen dient zum Heizen dieses Zimmers in einer Zeit, wo die allgemeine Dampfheizung außer Betrieb ist. Ein Schrank für die organischen Chemikalien und einer für Apparate, Glas und Porzellan stehen an der Querwand nahe dem Eingang.
Im hieran anschließenden Sammlungszimmer für Chemie(Länge 6,5 m, Breite 7 m) wird die Mitte von einer mit verglasten Aufsätzen versehenen Schrankgruppe eingenommen, die in 10X 8 zweckmäßig eingeteilten Küsten die Sammlung für Mineralogie und Geologie ent- hält. Für mineralogische Arbeiten steht in dem Erker ein großer Tisch mit Anschluß an Gas und elektrisches Licht. Neun Schränke stehen an den Wänden: drei für die nicht ständig nötigen Apparate, drei für besondere Versuchszusammenstellungen, je einer für Karten und Tafeln, für Präparate, Kristall- Modelle u. a., für die Arbeitsgarderobe der Lehrer.
Das chemische Schüler-Laboratorium(Länge 9,7 m, Breite 7 m) enthält acht frei- stehende Arbeitstische zu je zwei Plätzen, sodaß der Lehrer leicht an jeden Platz herantreten kann. Jeder Platz hat Gas-Doppelhahn, jeder Tisch einen Wasserhahn und tiefes Bleibecken, das zugleich als pneumatische Wanne dienen kann. Da die Schülerarbeiten meist„in gleicher Front“ stattfinden, so wenden alle Schüler das Gesicht dem auf erhöhtem Podium stehenden Experimentiertisch des Lehrers zu, der zwar des Raumes wegen einfacher und kleiner als der Tisch des Lehrzimmers gehalten werden mußte, aber doch die Möglichkeit vollständigen Unter- richts bietet. Aus diesem Grunde sollen auch noch Sitzgelegenheiten(Hocker) für die Schüler beschafft werden. Die für alle 16 Arbeitsplätze gleichen Sätze von flüssigen Chemikalien sind auf einem einzigen niedrigen Aufsatz untergebracht; denn nur so ist es möglich, dem ganzen Raume eine solche UÜbersichtlichkeit zu geben, daß der Lehrer nicht nur von seinem Arbeits- platze, sondern auch von jeder Stelle des Zimmers aus die Tätigkeit jedes einzelnen Schülers genügend beobachten kann. Jeder Arbeitsplatz zeigt ein nur durch Schnappschloß verschließ- bares Schrankfach zur Aufnahme der zu allgemeinem Gebrauch bestimmten Apparate, sowie vier, besonders eingeteilte, verschließbare Schubkästen für die jedem Schüler zugewiesenen Geräte. Zur Ergänzung dieser 64 Kästen sind noch 48 gleiche in einem langen Wandschrank vorhanden. Auf diesem befinden sich drei Schränke für feste und flüssige Chemikalien, sowie für größere Glas- und Porzellangefäße, die nur bei besonderen Versuchen ausgeteilt werden.


