2. Die Einrichtungen in den naturwissenschaftlichen Räumen der Oberrealschule II zu Cassel.
Chemische Räume und Einrichtung derselben.
Das Lehrzimmer für Chemie(Länge 9,7 m, Breite 7 m) besitzt einen 4 ½⁄ m langen Expe- rimentiertisch, der in 22 mit Nummern und Aufschriften versehenen Schubladen verschiedener Höhe und Einteilung das notwendigste Handwerkszeug des Chemikers enthält. Gasdüsen sind reichlich vorhanden; zwei davon sind besonders weit gebohrt und befinden sich bei einer großen in die rischplatte eingelassenen Schieferplatte, welche die Strahlungen selbst sehr starker Wärmequellen gut verträgt. Für Wasserzu- und-abflüsse ist auch reichlich gesorgt: am einen Ende ist ein säurefestes Steingutbecken mit dreifachem Hahn, am andern ein vertieftes Bleibecken mit halb- hohem und hohem Hahn, sodaß dort auch hohe Gefäße bequem gefüllt werden können; der Ständer trägt einen Wasserdruckmesser. Die in den Tisch eingelassene pneumatische Wanne ist so ge- räumig, daß auch sehr große Zylinder darin untergetaucht werden können; selbstverständlich hat sie besonderen Zu- und Abfluß. Ein säurefestes Wasserbecken mit einfachem Hahn ist noch in der Nähe des Tisches an der Zimmerwand. Wasserzu- und-abfluß ist endlich noch im Wand- abzug für dort gebrauchte Gefäße. In einem Schränkchen des Tisches sind gesonderte, mit Druckmessern versehene Wasserpumpen für Saugen und Blasen untergebracht, von denen mit Hähnen versehene Röhren nach der Mitte des Tisches führen. An dem einen Ende des Tisches bemerkt man zwei bewegliche Schellen zur Befestigung von zwei Gasbomben, die bei Nicht- gebrauch nahebei in der Ecke des Zimmers stehen. Endlich hat der Tisch noch ein Gasabzugs- rohr, das mit verschiedenen Aufsätzen aus Glas oder Metall versehen werden kann, die bei Nichtgebrauch in einem Schränkchen darunter Platz finden. Von einer im Tisch angebrachten Quecksilberwanne wurde abgesehen; diese wird durch einen freibeweglichen, dichten, flachen Holzkasten ersetzt. Zuletzt trägt der Tisch zwei Steckdosen, die ihn mit der Akkumulatoren- batterie und der Lichtleitung(für Projektion) verbinden. Zur Abnahme des Batteriestromes dient eine fahrbare, mit Meßinstrumenten ausgestattete, gewöhnlich im Vorbereitungszimmer stehende Schalttafel mit zwei unabhängigen Stromkreisen; sie kann auch im Vorbereitungszimmer oder im Schüler-Laboratorium Verwendung finden. Zum Auffangen der Projektionsbilder ist ein Teil der Zimmerwand durch besonderen Anstrich hergerichtet; das Zimmer kann durch rote Moltonzuggardinen gut verdunkelt werden. Da Wert darauf gelegt wurde, möglichst nichts frei im Zimmer herumstehen zu lassen, stehen außer dem die gebräuchlichsten Säuren und Laugen enthaltenden Schrank unter dem Abzug noch vier hohe Schränke zur Verfügung: einer, rechts neben dem Abzug, nur für flüssige Chemikalien jeder Art; der linke enthält feste Stoffe in größeren Vorratsgefäßen. Dicht beim Experimentiertisch ist der Schrank für Glas- und Por- zellangefäße, während der für Stative, Brenner und ähnliches ein wenig entfernter ist.— Die durch einen leicht abhebbaren Pappkasten vor Verstäuben geschützte Klassenwage hat ihren Platz auf dem breiten Fensterbrett dicht beim Experimentiertisch.


