Konstruktion und Material. Das Schulhaus ist im Innern und Kußern massiv. herge- stellt. Der Sockel des ganzen Gebäudes, ferner das Erdgeschoß-Mauerwerk derjenigen Bau- teile, die an der Straße liegen, haben Sandsteinverblendung erhalten. Aus dem gleichen Material sind die Fensterumrahmungen und architektonischen Gliederungen der Vorderfronten. Die übrigen Ansichtsflächen sind geputzt. Die Haupttreppe, die Nebentreppe im östlichen Quer- flügel, und die Treppe, die vom Erdgeschoß nach der Turnhalle führt, sind aus Granit, alle übrigen Nebentreppen aus Eisenbeton hergestellt. In dem ganzen Gebäude sind Decken aus Eisenbeton verwendet worden. Hiervon sind nur ausgenommen die Räume des östlichen Quer- flügels im dritten Obergeschoß, die eine geputzte Holzdecke erhalten haben, ferner die Aula, in der eine Kassettendecke aus Holz ausgeführt ist, und der Gesangsaal, welcher von einem Muldengewölbe in Monierkonstruktion überdeckt ist.
Schulhof. Der Schulhof hat eine Größe von 1675 qm, sodaß auf jeden Schüler bei
voller Besetzung aller Klassen etwa 195= 2,33 qm Spielplatz entfallen. Die Bepflanzung mit
Bäumen ist so erfolgt, daß ein genügend großer Platz für die Freiübungen der Schüler erhalten bleibt.
Baukosten. Die Gesamtkosten einschließlich Bauleitung dürften die anschlagsmäßig vorgesehene Summe von 750 000 Mark nicht überschreiten. In dieser Summe sind die Kosten der inneren Einrichtung einbegriffen.
Bauausführung. Die Skizzen des ganzen Bauobjektes sind vom Verfasser bearbeitet; auch lag, unter Oberleitung des Stadtbaurates Höpfner, die Entwurfsbearbeitung und die Aus- führung in dessen Händen, während die betriebstechnischen Einrichtungen, wie Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Ent- und Bewässerung u. dgl. vom Stadtbaumeister Schneider bearbeitet wurden. Bei der Bearbeitung für den bautechnischen Teil standen Architekt Butte, Dipl.-Ingenieur Heck- hoff, die Techniker Telschow und Keßler, und für den betriebstechnischen Teil Bauassistent Schmidt, und Techniker Quanz zur Seite. Die örtliche Bauaufsicht wurde vom Bauwart Jungmann und die schriftlichen Arbeiten vom Hilfszeichner Baumann bewirkt. Die tatkräftige, dankenswerte Mit- arbeit des Direktors Dr. Dewitz und der fachwissenschaftlichen Lehrer der Anstalt hat wesentlich zum Gelingen des ganzen Bauwerkes beigetragen. Die Erd- und Maurerarbeiten sind vom Bau- unternehmer Rumpf-Cassel, die Zimmerarbeiten vom Zimmermeister Eckhardt-Cassel und die Steinhauerarbeiten von der Firma Lüdecke in Bremke ausgeführt worden. Die Ausmalung der Aula ist von der einheimischen Firma Wellerdick, und die übrigen Maler- und Anstreicher- arbeiten sind von der Firma Schmidtmann& Co. bewirkt worden. Die vielen übrigen Arbeiten sind von einer großen Zahl Einzelunternehmer hergestellt worden. Auswärtige Firmen sind nur in geringem Umfange zugezogen.
Aus den vorstehenden Schilderungen wird ersichtlich sein, daß bei dem Neubau der Oberrealschule II der Pädagoge und der Architekt ständig bestrebt waren, vorbildlich zu wirken. Dabei hat sich die Einzeldurchbildung den vielseitigen hygienischen und schultechnischen For- derungen, die an eine derartige Lehranstalt gestellt werden, unterordnen müssen, ohne daß da- bei die ästhetische Wirkung der gesamten Anlage leidet.


