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zuruͤckzuweiſen vermeinen.„Man laſſe die Kinder nur erſt zu Ver⸗ „ſtande kommen; es wird ſich dann alles geben!“— Freilich waͤre es ein großes Ungluͤck fuͤr die Welt, wenn nicht der bei der Jugend fruͤher oder ſpaͤter erwachende geſunde Menſchenverſtand das, was der Un⸗ verſtand vieler Eltern boͤſe gemacht und verdorben hat, großen Theils wieder gut machte. Aber gleichwohl iſt es ſehr unverſtaͤndig und ſehr gewiſſenlos dazu, das, was man ſelbſt zu thun verpflichtet waͤre, aus bloßer Bequemlichkeit dem eigenen Verſtande der Kinder zu uͤberlaſſen. Statt alles uͤbrigen, was ſich hieruͤber ſagen ließe, erlaube man mir nur eine kurze Fabel zu erzaͤhlen. Der Eigenthuͤmer eines Gartens kam im Vorſommer in denſelben, um zu ſehen, was der Gaͤrtner gepflanzt haͤtte: aber er fand auf den Gartenbeeten, ſtatt friſcher Pflanzen, nichts als Unkraut.„Was iſt das? ſagte er zu dem Gaͤrtner; warum jaͤteſt du das nicht aus, damit die nuͤzlichen Pflanzen Plaz gewinnen und gedeihen moͤgen?„Herr! erwiederte der Gaͤrtner, „wenn die Pflanzen, deren Saamen ich der Erde anvertraut habe, „einmal aufgegangen ſind und eine gewiſſe Staͤrke erlangt haben; dann „werden ſie bald die Oberhand uͤber das Unkraut gewinnen, und daſſelbe „gaͤnzlich erſticken.“ Werden ſie aber, ſprach der Herr des Gartens, aufgehen, und die Oberhand gewinnen koͤnnen, ſolange das Unkraut „alles uͤberzieht?“— Und um nun die Anwendung auf unſern Gegen⸗ ſtand zu machen, frage ich: Wird wohl der Verſtand in der Seele eines jungen Menſchen aufkommen und die Herrſchaft in derſelben gewinnen, wenn einmal Thorheiten, Unarten und boͤſe Gewohnheiten aller Art Beſiz davon genommen haben?— Doch wir lenken nach dieſer Abſchweifung wieder ein. 8* 9
Kein


