verdruͤßlicher Umſtand bei der Sache iſt das, daß, wenn aus dem offenen, witzigen Kopfe, dem guten Genie(in der obigen Bedeutung
dieſer Woͤrter) aller Bemuͤhungen der Lehrer ungeachtet, nichts
weiter, als aufs hoͤchſte ein flacher, armſeliger Halbwiſſer, und ein fader, unertraͤglicher Geck obendrein, und aus dem Jungen von dem beſten Herzen und dem weichen lenkſamen Gemuͤthe, ein jaͤmmerlicher Affe wird, der jedem boͤſen Beiſpiele nachahmt und jedem verkehrten Rathe folgt,— gewoͤhnlich niemand anders, als Lehrer und Erzieher die Schuld davon zu tragen bekommt. O wie noͤthig iſt es, daß auch die liebenswuͤrdigſten Neigungen der Natur, zu welchen gewiß auch die elterliche Liebe gehoͤrt, von der Vernunft geleitet und beherrſcht werden, damit ſie nicht— ich will den gelindeſten Ausdruck waͤhlen— in Schwachheiten ausarten, deren Folgen oft nicht zu berechnen ſind!— Indeſſen darf hier nicht unbemerkt bleiben, daß— zwar ſelten, aber doch zuweilen— auch der Fall vorkommt, daß die Eltern oder
die fruͤhern Erzieher eine zu uͤble Meinung von ihren Kindern oder⸗
Zöͤglingen hegen. Die Sorge fuͤr ihr Wohl macht ſie aͤngſtlich: und wie leicht geſchieht es, daß einem aͤngſtlichen Gemuͤthe das, was ſeinen Wuͤnſchen entgegen iſt, bedeutender, bedenklicher erſcheint, als es in der That iſt! daß mithin ganz gewoͤhnliche kindiſche Unarten, welchen mit ein wenig Klugheit und Feſtigkeit leicht geſteuert werden koͤnnte,
unnoͤthige oder doch uͤbertriebene Beſorgniſſe erwecken! Oft kommt
hierzu noch der Unwille, daß man bei allem guten Willen und bei aller angewandten Muͤhe— vielleicht blos aus paͤdagogiſcher Ungeſchicklich⸗ keit— nur ſo wenig bei dem jugendlichen Gemuͤthe hat ausrichten koͤnnen. Zum Gluͤcke koſtet es einem einſichtsvollern und geuͤbtern Erzieher oft nur wenig Zeit und Muͤhe, um den Knaben, den man ihm als
ein
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