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Auch Ilex acuifolium und Laurus nobilis erreichen in Südeuropa die Höhe eines Baumes, aber zu selbständigen Wäldern vereinigen sie sich nicht, und die am Parnass ¹) befindlichen Lorbeerhaine sind wohl nur Reste aus der Blüthezeit des alten Griechenland.
Der immergrüne Charakter der Küsten Südeuropas wird weniger durch den Wald hervorgerufen, als durch eine sehr reichhaltige, immergrüne Strauchvegetation, die der Cisten . 5 9„.„ 5 3 Oleander, Myrten, Zwergpalmen und zahlreicher Dornsträucher, welche sehr oft zu der selbst- ständigen Formation der Maquis vereint, die weitesten Räume bedecken, so z. B. in Corsika —... ₰ 8⁸„ auf den dalmatinischen Inseln und am Nordgestade des ägäischen Meeres ²)
Noch mehr aber wird der immergrüne Charakter beeinflusst von der Cultur der Agrumen der Oliven, der Karube und der Dattelpalme, welche, zur Baumhöhe sich erhebend und zu grösseren Beständen vereinigt, förmliche Wälder bilden(wie der Conca d'oro bei Palermo aus Agrumen bestehend ³) und mit den Morus-, Mandel- und Granatbaumanpflanzungen einen Ersatz bieten für die vernichteten, natürlichen Wälder.
Wodurch aber die drei südlichen Halbinseln Europas vor dem übrigen Europa noch mehr bevorzugt werden, ist, dass auch die mitteleuropäischen Formen nicht fehlen, dass diese zum Theil, wie die Pappeln, Eichen und Ulmen, in die immergrüne Region hinabsteigen, oder doch, wie die Buche, die Ahorne, der Birn- und Apfelbaum, in den Gebirgen wiederkehren.
Dazu kommt noch, dass die Nadelhölzer Mittel- und Südeuropas, mit Ausnahme der Pichte, Lärche, Arve und der Knieholzkiefer, die höheren Gebirgsregionen Südeuropas bewohnen, und dass zu diesen Coniferen in Südeuropa noch mehrere charakteristische Formen hinzu- treten, welche gerade die immergrüne Region bewohnen und den Wechsel des Colorits der Landschaft steigern.
Die Pinie, ein hoher, schöner Baum mit gewölbter Krone, bewohnt die Küstengegenden fust aller Mittelmeerländer. Berühmt ist der Pinienwald Ravennas, schöne Pinienwälder sind auch auf einem Zweige des Apennin, am linken Ufer des Arno zwischen Florenz und Pisa, in der provence, am ägäischen Meere, namentlich in Andalusien bis zur Sierra de Gredos.¹,
Die Cypresse mit ihrem obeliskenartigen?) Wuchse und dem dunkeln Grün der schuppigen Blätter ist durch die Cultur weit verbreitet worden, und wenn sie auch selten zusammenhängende Waldungen bildet, wie in Südgriechenland und Kretas,) so ist doch der Cy- pressenhain eine dem Süden eigene Erscheinung und der erste Eindruck, welchen der Nord- länder empfängt, nachdem er den Gürtel des Kastanienwaldes durchschritten hat.)
Auch die Aleppokiefer, P. halepensis, und die beiden Seestrandkiefern, P. Pinaster und P. maritima, von welchen die erstere ostwärts nicht über Dalmatien ⁸) hinausgeht, aber westwärts bis zur Gironde reicht und dort zum Schutze gegen die Dünen angepflanzten und
X )) Leunis, Synopsis. ¹) Grisebach, Die Vegetation d E. I p. 330. ³) Fischer, Beiträge zur phys. Geogr. d. M. p. 122. ⁴) Grisebach, Die Vegetation der Erde. I. p. 314. ⁵) Grisebach, ebenda. 1. p. 318. 6) Leunis, Synopsis. 1) Grisebach, Die Vegetation der Erde. I. p 318. ³) Grisebach, ebenda. I. 315.


