Aufsatz 
Die Wälder Europas während der Tertiärperiode im Vergleich zu denen der Jetztzeit
Entstehung
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freundlichen Schmuck des Laubwaldes*) Schöne Eschenwälder finden sich auch auf der

Insel Alsen. ²)

Von Populus tremula sind im Norden, in der grossen Nadelholzzone, kleinere Bestände, und Populus alba und Populus nigra bilden zuweilen kleine Wäldchen, so letztere in einer schmalen Zone der ungarischen Tiefebene, welche das ursprünglich waldlose, centrale Steppen- Gebiet umrandet ³)

Lindenwälder von Tilia grandifolia sind namentlich ia Esthland. ¹) Von grösserer Wichtigkeit ist jedoch die Winterlinde, Tilia parvifolia, welche an der Ostgrenze der Buche, am oberen Dnjepr und im mittleren Wolgabecken grosse Wälder bildet Tilia argentea endlich, welche der Balkanhalbinsel angehört und vereinzelt bis zum Plattensce geht, ⁵5) bildet in Mace- donien eine schmale, scharfbegrenzte Waldregion von hohen, unvermischten und weitverzweigten Stämmen.)

Von den Ulmen tritt U campestris in Süddeutschland und Italien hin und wieder waldbildend auf?) und U. montana am Lysterfjord.)

Waldbestände von Platanus orientalis sind am Athos und in Griechenland,*) hier na- mentlich am Taygetus, ¹⁰)

Alle übrigen im Verzeichniss angeführten, sommergrünen Baumformen kommen nur zer- streut in den Wäldern vor. Selbst die weitverbreiteten Ahorne vereinigen sich nicht zu reinen Beständen, wenn sie auch zuweilen, wie am Nordabhange der Alpen, durch die grosse Zahl der Individuen den physiognomischen Charakter der Landschaft mitbestimmen. ¹)

Von den immergrünen angiospermen Baumformen sind es allein die immergrünen Eichen, welche sich in Südeuropa zu selbständigen Wäldern vereinigen. Allein sie stehen den nordcuropäischen an Ilöhe des Wuchses erheblich nach und gehen sehr oft in Strauchform über, auch bilden sie immer lichtere Bestände. ¹²) Die physiognomische Wirkung des immer- grünen Waldes wird dadurch, dass er auf die Küstenregion und die niederen Höhen beschränkt ist, dass aber gerade hier die Entwaldung am ausgedehntesten ist, wesentlich abgeschwächt, und würde es noch viel mehr sein, wenn nicht die Cultur die Anpflanzung und Erhaltung der immergrünen Eichenwälder beförderte. Immergrüne Eichenwälder finden sich im ganzen Bereiche des mediterranen Gebietes, in Sicilien, in den Thalebenen von Estremadura, an dec Sierra Morena, an der Südküste Spaniens: ¹³) die immergrünen Eichen gehen in Frankreich sogar bis zur Loire. ¹³⁴) In Griechenland sind ebenfalls immergrüne Eichenwälder.

¹) Grisebach, Die Vegetation d. E I. p. 142. ²) Leunis, Synopsis I. p. 762.

³) Kerner, Vegetationsverhältnisse des mittleren und östlichen Ungarns etc. p. 1068. ²) Leunis, Synopsis. I§ 358.

) Grisebach, Die Vegetation d. E J. p. 105. ) ebenda I. p. 310. ¹) Leunis, Synopsis.

³) Blytt, Bot Jabresbericht. IV. p. 693.

) Grisebach, Die Vegetation d. E. I. p. 310. ¹⁰) Leunis, Synopsis.

¹1) Guthe, Lehrbuch der Geographie. p. 728. ¹²) Grisebach, Die Vegetation d. E. I. p. 288. 4⁰) ebenda I. p. 328. 44). ebenda II. p 286