—
Denn von den ommerFrünen Laubholzarten vereinigen sich nur wenige zu grösseren, zusammen- hängenden Beständen, die Eiche, die Buche, die Birke und die Kastanie. Von diesen nimmt die Eiche den grössten Raum ein, indem sie auf dem Continent zwei grosse Waldgebiete bildet, das eine zwischen dem finnischen Meerbusen und der Steppengrenze,) das andere von Nord- albanien über Serbien bis zu den russischen Laubwaldungen und nordwärts von Sau und Drau bis zum Bakonywald. ²) In Deutschland sind die Eichenwaldungen durch die Buche und das Nadelholz mehr oder weniger verdrüngt worden Schöne Eichenwaldungen finden sich noch in Anhalt an der Elbe und in Schlesien an der Oder. Auch England und Frankreich haben noch 2: 3; 3„ wpieg AIner Schöns 3 S 1
prächtige ichenwälder aufzuweisen. Piner der schönsten Wälder Siciliens, der Rocea Busam- bra, über 300 Quadr.-Klm. gross, das chemalige Jagdgebiet der bourbonischen Könige, ist wesentlich aus sommergrünen Eichen zusammengesetat. ³)
Die Buche, welche der Eiche gegenüber im Nachtheil ist, indem sie nur eine einzige Art bildet, bewohnt ein viel kleineres Gebiet, aber in den Pyrenäen, Alpen, Apenninen, Kar- pathen, besonders in Norddeutschland und Dänemark bildet sie ausgedehnte Wälder. In Deutsch. land befinden sich die schönsten Buchenbestände an der Ostsee, am Wesergebirge, am IIar⸗ und am Spessart.B) Russland hat nur in seinen westlichen Provinzen Buchenwälder.
Dhie Birke kam in West- und Südeuropa ursprünglich nur eingesprengt vor. In reinen zeständen findet sie sich in Deutschland erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Schönen Birken- wuchs findet man erst östlich der Oder, in den russischen Ostsceprovinzen. ⁵) Die Birke bildet na- mentlich an den Ufern der nordwärts gerichteten Flüsse Russlands grössere Bestände, hier allerdings mit Weiden und spen gemischt und oft zur Strauchform übergchend.
So bedeutungsvoll die Kastanie auch in der französischen Zone des Buchenklimas sein mag, so ist doch ihr Vorkommen als Waldbaum in Mitteleuropa wesentlich durch die Cultur bedingt, und die Kastanienwälder, welche sich in Frankreich, in Belgien, im Elsass, an der Ilardt und in Rheinpreussen) bis nach Nassau hinein vorfinden, sind nur Culturwälder. Erst in Südeuropa, von den Alpen bis Sicilien, von der Sierra Nevada bis zum Pontus, bildet die Kastanie einen geschlossenen Waldgürtel unterhalb der Buchenregion, der jedoch ebenfalls ur-
sprünglich durch die Cultur hervorgerufen sein dürfte.
Von den übrigen sommergrünen Laubbäüumen treten nur wenige waldbildend auf.
In Corsika und an dem südlichen Apennin nimmt Alnus cordifolia einen bedeutendem Antheil an der Zusammensetzung der Wälder?) und ist oft zu unvermischten Beständen vereinigt.
Am schwarzen Meere tritt Corylus Colurna in unvermischten Waldbeständen auf,*) und südlich vom Bernina sind grosse Wälder von Corylus Avellana.
Der Westseite der norwegischen EFjelde(600— 610 n. Br.), wo die Nadelhölzer zurück- treten, verleiht die Esche, Fraxinus excelsior, welche sonst nur selten Wälder bildet, den
¹) Grisebach, Die Vegetation d. E. I. p. 90.
2„ ebenda I. p. 159.
²) Fischer, Beiträge zur physischen Geographie der Mittelmeerlünder, p. 135 u. 136.
*) Ratzeburg, Standortsgew. u. Unkr. etc. p. 398. Grisebach, Die Vegetat. d. E. I. p. 158. ³) Pfeil, Kritische Blütter für Worst- u. Jagdwissenschaft. p. 198. 6) v. Klöden, Hlandbuch der physischen Geographie. p. 750.
¹) Grisebach, Die Vegetat. d. E. I. p. 300.
*) v. Klöden, Ilandbuch der physischen Geographie. p. 750.


