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die Gegend unfruchtbar machend, sich ein trauriges Denkmal gesetzt.¹) Gallien war einst vom atlantischen Ocean bis zum Mittelmeer ein grosses Waldgebiet, ²) während man jetzt die be- waldete Fläche Frankreichs nur auf 9% schätzt ²) In Germanien hatte der grosse hereynische Wald nach dem Zeugniss der römischen Schriftsteller eine Länge von 60 Tagemärschen, jetzt sind nur vereinzelte Reste davon an den Abhängen übrig geblieben.¹) Island hatte selbst in der Blüthezeit seiner Kultur noch Wälder, wovon in Schlacke und Asche, sowie in Torf ein- geschlossene Trümmer von dicken Baumstämmen zeugen. Ausser der Birke war auch die Fichte vorhanden.) Scandinavien, Siebenbürgen, Polen und Russland besitzen noch heute ausgedehnte Waldflächen, die in manchen Gegenden auf ¼0 der Bodenfläche geschätzt werden. Städte und Dörfer nehmen hier gleichsam nur Lichtungen ein.“) Während in den Niederlanden die bewaldete Fläche nur 6% des Gesammtareals ausmacht, beträgt sie in Deutschland 25% in den russischen Gouvernements Archangel, Olonez und Wologda über 50% und in Scandi- navien sogar bis zu 64%.7) In Preussen hat der Regierungsbezirk Stralsund nur 14% be- waldete Fläche, Koblenz und Arensberg dagegen über 41%. ³)
Ueberblicken wir das gesammte bewaldete Gebiet Europas, so lassen sich nach dem physiognomischen Character der Bestände drei von einander gesonderte Waldformen unter- scheiden, die der Nadelwälder, die der sommergrünen und die der immergrünen Laubwülder.
Vermögen wir auch im allgemeinen diese drei Formen bestimmten Zonen zuzu- theilen, so die Nadelwälder dem Norden Europas und den höheren Regionen der Gebirge, die sommergrünen Wälder dem mittleren Europa und den Gebirgen Südeuropas, die immergrünen Wälder den Küsten und flacheren Höhen Südeuropas, so ist doch eine genaue Abgrenzung derselben in horizontaler wie in vertikaler Richtung unmöglich.
In Deutschland theilen sich die Nadelhölzer mit den sommergrünen Laubbäumen auch in die ebenen Gebiete. Ist doch die Kiefer der herrschende Waldbaum der sandigen Ebenen Brandenburgs, Pommerns, Niederschlesiens und Westpreussens und ebenso der Sandebene von Rastadt und Karlsruhe.) Ferner sind mehrere Nadelhölzer Südeuropas fast ganz auf die Re- gion der immergrünen Laubhölzer beschränkt, so die Pinie und die Cypresse. Sodann gehen die Birke und die Espe bis zu der nördlichen Waldgrenze, und namentlich die erstere bildet oft- mals in und über den nördlichen Nadelwäldern zusammenhängende Bestände. Und ausser den genannten Nadelhölzern gehen auch einige Laubbäume mit abfallenden Blättern in die immer- grüne Region Südeuropas, so die Eiche, die Ulme und die Pappel.
Obwohl die Anzahl der sommergrünen Laubbäume der Wälder Europas bedeutend grösser ist als die der Nadelholzarten, so sind doch in Betreff der Verschiedenheit des physiogno- mischen Ausdrucks der Wälder die Nadelhölzer vor den sommergrünen Laubbäumen ausgezeichnet.
¹) Guthe, Lehrbueh der Geographie. p. 426.
²) Reclus, bearbeitet von Ule, Die Erde, II. p. 300.
³) Grisebach, Die Vegetat. d. E. I. p. 155.
4) Reclus, bearb. von Ule, Die Erde. II. p. 300.
³) Unger, Versuch einer Geschichte d. Pf. p. 18.
⁸) Reclus, bearbeitet von Ule, Die Erde. II. p. 300.
⁷) Grisebach, Die Vegetat. d. E. p. 155 und Maron, Forststatistik etc. p. 2. *) v. Hagen, Die forstlichen Verhältnisse Preussens.
*) Maron, Forst-Statistik der sämmtlichen Wälder Deutschlands.


