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gleich gut und fehlerlos ſchreiben, ſo wird der Übung im ſofortigen Niederſchreiben dieſes fremdſprachlichen Stoffs alle Originalität und ihr eigentlicher Nutzen genommen; und außerdem wird bei einem der⸗ artigen Verfahren dem Lehrer und dem Direktor die vorhandene Verſchiedenheit der Schüler geradezu verdeckt. Daß aber alle richtig ſchreiben, wird niemals zu erreichen ſein und darf nicht auf die Ge⸗ fahr hin erſtrebt werden, daß man die Schule durch ihr Schreibweſen um einen bedeutenden Teil ihres beſten geiſtigen Lebens bringt.“ Hierzu füge ich noch, um ſchon hier den Kern meiner Denkweiſe klar zu ſtellen, meine damalige Erklärung der tiefer liegenden Urſache der ehemaligen Überbürdungsklagen und des Mißbehagens, das auch den Lehrer des Gymnaſiums gar oft beſchleicht.„Den höheren Schulen, die unſere männliche Jugend bilden, iſt weder das befriedigende Gefühl begeiſterten Strebens eigen, noch erfreuen ſie ſich trotz wirklich tüch⸗ tiger Leiſtungen des allgemeinen Beifalls. Von Behörden und Lehrern wird über dieſelben die Klage erhoben, ſie leiſteten zu wenig; die Schüler und deren Familien dagegen beſchweren ſich häufig über den Druck der Überbürdung, der auf den Schulen laſte. Bei oberflächlicher Betrachtung ſcheint es ſo, als ob, wenn der Druck der Überbürdung vorhanden ſein ſollte, die Klage über geringe Leiſtungen nicht erhoben werden könne; und ferner möchte man glauben, daß, wenn wirklich wenig geleiſtet wird, überbürdung nicht ſtattgefunden haben könne. Und doch ſtehen meiſtens Überlaſtung mit encyklopädiſchem Wiſſen, das nicht konzentriſch ineinander ſich einfügt, ſondern tot nebeneinander liegt und deshalb ſehr bald ſich verflüchtigt, und geringe, mit Miß⸗ mut ausgeführte Leiſtungen in dem Verhältnis von Urſache und Wir⸗ kung. Und dieſe Wahrheit tritt heute auf allen Gebieten des Unter⸗ richts zu tage: in der überſättigten Volksſchule, wie in jenen Inſti⸗ tuten der Univerſität, in denen man ſich nicht darüber klar iſt, daß nur dasjenige Wiſſen für die Forſchung begeiſtert und Beſtand hat, worin die Erkenntnis des Allgemeinen und Großen der Träger des einzelnen und des kleinen Wiſſens iſt.— Aber trotz der richtigſten Erkenntnis kann inmitten der allgemein herrſchenden Richtungen des Lebens, der Erziehung und des Unterrichts der Gegenwart die ein⸗ zelne Schule und der einzelne Lehrer die richtigen Wege nicht erfolg⸗ reich betreten. Es bedarf zuvor in Deutſchland einer Sammlung,


