Aufsatz 
Versuch einer Gesellschafts-, Rechts- und Staatslehre für Schüler : 1. Teil
Entstehung
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211. Albert Kremer, Sohn des verſtorbenen Metzgers Konrad K. in Weilburg, geb. 3. April 1882, aufgenommen in V. 10. April 1893;

212. Julius Sternberg, Sohn des Seifenfabrikanten Salomon S. in Weilburg, geb. 21. Sept 1882, aufgenommen in V 10. April 1893;

213. Otto Bertram, Sohn des Hüttendirektors Eugen B. in Siegen, geb. 10. Aug. 1879, aufgenommen in III 21. April 1897.

Am 7. 9., 11. und 12. September fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren:

Deutſcher Aufſatz: Dispoſition und Inhalt von Schillers Glocke.

Franzöſiſche Arbeit: üÜberſetzung eines Stückes aus Chuquet, La guerre 1870 71, chap. I ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche.

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Die landwirtſchaftliche Brennerei mit beſonderer Berückſichtigung der chemiſchen Vorgänge bei derſelben.

Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Jemand verkauft am 3. März durch einen Bankier für 6000 M. 4 prozentige Obligationen zum Kurſe von 105(Zinstermin 1. April, 1. Okt.), Proviſion pC, Courtage ½ pC, Stempel 0,90 M. Wieviel erhält er? b) Geometrie: Die zweimal gebrochene Grenze NOPdO zwiſchen zwei Grundſtücken A und B ſoll in eine geradlinige Grenze verwandelt werden, welche von N ausgeht. c) Arithmetik:

18= 8*6 2

d) Stereometrie: Der Innenraum einer Scheune iſt 18 m lang, 9,5 m breit und 4,5 m hoch, ihr ſchräges Dach hat eine innere Giebelhöhe von 3,1 m. Wieviel ebm lichten Raumes können in ihr zur Lagerung ver⸗ wandt werden, wenn eine Tenne von 5 m Breite frei bleiben ſoll?

Landwirtſchaftliche Arbeit: Auf welche Weiſe kann der Landwirt ſich gutes Saatgut verſchaffen?

Am 23. Sept. folgte ihre mündliche Prüfung, bei welcher Herr Geh. Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt als Kommiſſar der Königlichen Staatsregierung den Vorſitz führte, und Herr Domänenpächter Knapp⸗Hof Gnadenthal das Kuratorium vertrat. Allen 3 Abi⸗ turienten wurde das Zeugnis der Reife einſtimmig zuerkannt.

Vom 27. Sept. bis zum Ende des Sommerhalbjahrs war der Direktor beurlaubt, um an dem internationalen Geographenkongreß in Berlin teilzunehmen.

Am 29. Sept. fand die öffentliche Prüfung für das Sommerhalbjahr ſtatt, deren Ord⸗ nung folgende war:

Vormittags 9 1 12 Uhr: V. Erdkunde Fechner, Rechnen Bauer; IV. Mineralogie Fechner, Botanik Bauer; III. Chemie Freybe, Botanik Krausbauer. Nachmittags von 2 ½ 4 Uhr: II. Franzöſiſch Gotthardt, Botanik Kienitz⸗Gerloff; I. Franzöſiſch Ottmann, Betriebslehre Helmkampf.

Am 30. Sept. wurde das Sommerhalbjahr mit der Cenſur und Verſetzung geſchloſſen.

Am 17. Okt. wurde das Winterhalbjahr eröffnet und das neue Mitglied des Lehrer⸗ kollegiums, Herr Lehrer Petry, in ſein Amt eingeführt. Karl Petry, geboren am 22. Juli 1864 zu Ems, beſuchte das dortige Realprogymnaſium. Oſtern 1881 beſtand er die Abgangsprüfung an genannter Anſtalt. Seine Ausbildung als Lehrer erhielt er am Semi⸗ nar zu Dillenburg. Im Herbſt 1885 wurde er mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen. Vom 10. November 1885 bis zum 1. April 1886 war er zur Vertretung eines erkrankten Lehrers nach Biebrich berufen. Am 1. Mai 1886 erhielt er ſeine Anſtellung als Lehrer an der Volksſchule zu Weilburg. Im Jahre 1888 beſtand er die zweite Lehrerprüfung. Während des Winters 1890/91 beſuchte er die Turnlehrerbildungsanſtalt zu Berlin. Für den folgen⸗ den Kurſus wurde er im nächſten Jahre als Hilfslehrer an dieſelbe Anſtalt berufen. Bis zum Herbſte 1899 war er dann wieder an der Volksſchule zu Weilburg thätig.

Am 22. Okt. konſtituierten ſich, nach dem Vorgange der Vereinigung ehemaliger Schüler der Landwirtſchaftsſchule, auch die ehemaligen Winterſchüler zu einemWeilburger Winter⸗ ſchulverein(Vorſitzender Herr Bürgermeiſter Hepp in Seelbach bei Aumenau, Schriftführer Herr Oberlehrer Dr. Helmkampf,, welcher in jedem Wintermonat eine Sitzung abhält.