Aufsatz 
Versuch einer Gesellschafts-, Rechts- und Staatslehre für Schüler : 1. Teil
Entstehung
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Doß 205 bis dun 24. Mai dauerten die Pfingſtferien.

m 6. Juni beehrte Herr Dr. Kremp, Direktor der Landwirtſchafts ſtedt in Braunſchweig, die Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte dem diatscule da heltie Klaſſen ſowie einer Seminarſitzung bei.

Vom 8. bis zum 10. Juni war Herr Oberlehrer Dr. Helmkampf beurlaubt, um die Ausſtellung der deutſchen Landwirtſchafts⸗Geſellſchaft in Frankfurt zu beſuchen. Am 10 Juni folgten ihm die Schüler der drei oberen Klaſſen nebſt Prof. Dr. Ottmann Ober⸗ lehrer Freybe und dem Direktor, um unter ſeiner Führung die Ausſtellung zu beſichtigen

Am 19. Juni fand eine Sitzung des Kuratoriums ſtatt, in welcher Herr Petry, Lehrer an der Volksſchule hierſelbſt, dem Magiſtrat zur Beſetzung der vakanten Elementarlehrerſtelle vorgeſchlagen wurde.

Vom 2. bis 31. Juli dauerten die Sommerferien. Während derſelben wurden in dem Nebengebäude der Anſtalt zwei Räume als Klaſſenzimmer(für V und IV) und im Haupt⸗ gebäude zwei bisherige Klaſſenzimmer als botaniſch⸗zoologiſche und landwirtſchaftliche Samm⸗ lungs⸗ und Arbeitsräume hergerichtet und die botaniſch⸗zoologiſchen und landwirtſchaftlichen Sammlungen in denſelben aufgeſtellt. Wir haben für dieſe wichtige Verbeſſerung der Stadt Weilburg und Sr. Excellenz dem Herrn Miniſter für Landwirthſchaft, Domänen und Forſten zu danken, welcher dazu eine außerordentliche Beihülfe gewährt hatte; außerdem iſt rühmend zu erwähnen, daß den Herren Prof. Dr. Kienitz⸗Gerloff und Oberlehrer Dr. Helm⸗ kampf bei den bezüglichen ſehr erheblichen Arbeiten Herr Kandidat Fechner mit großem Eifer behilflich war.

Unterm 12. Juli wurde von den Herren Miniſtern für die geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten und für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten dem Herrn Ober⸗ lehrer Dr. Gotthardt der Charakter als Profeſſor beigelegt.

Am 24. Juli beehrten Se. Excellenz Herr Oberpräſident v. Zedlitz⸗Trützſchler und Herr Regierungspräſident Dr. Wentzel die Anſtalt mit ihrem Beſuch, konnten aber nur die zum Teil noch in der Einrichtung begriffenen Räume beſichtigen.

Am 21. Aug. beehrten die Herren Geh. Regierungsräte Dör. Müller von Berlin, Hildebrandt und Kroſſa von Wiesbaden ſowie Herr Landesdirektor Sartorius von Wiesbaden die Anſtalt mit einem Beſuche, um den Lehrerkurſus(vergl. unten S. 55) einer Beſichtigung zu unterziehen, deren Ergebnis wie im vorigen Jahre ein allſeitig befriedigen⸗ des war.

Am 28. Auguſt fand im engeren Kreiſe der Schule eine Feier des 150. Geburtstages Göthes ſtatt, bei welcher Herr Prof. Dr. Ottmann die Feſtrede hielt.

Am 2. Sept. wurde das Sedanfeſt gefeiert, nicht wie ſonſt durch einen Ausflug, ſon⸗ dern durch ein Schulfeſt auf Webers Berg. Es hatte ſich nämlich einige Monate zuvor ein Verein ehemaliger Schüler der Landwirtſchaftsſchule zu Weilburg gebildet(Vorſitzender Herr Mühlenbeſitzer Hermann Moſer in Weilburg, Schriftführer Herr Fechner), und das Lehrer⸗ kollegium kam dem Wunſche desſelben, das Feſt mit der Schule zuſammen zu feiern, gern entgegen. Auch zahlreiche auswärts wohnende Schüler waren, zum Teil aus weiter Ferne, zu dem Feſte gekommen; und ſo nahm dasſelbe, trotz des ungünſtigen Wetters, einen höchſt angeregten Verlauf. Die Feier begann nachmittags 3 Uhr mit einem Geſange der Schüler und einer Anſprache des Direktors; alsdann folgten Geſänge und dramatiſche Aufführungen der Herren Kurſiſten, Preisturnen der Schüler unter Leitung des Herrn Oberlehrers Freybe, wozu der Verein den erſten Preis geſtiftet hatte, Vorführungen des hieſigen Turnvereins unter Leitung des Herrn Lehrers Petry, endlich Tanz, der, nachdem die ganze Feſtgeſell⸗ ſchaft in Form eines Fackelzuges in die Stadt zurückgekehrt war, im Deutſchen Hauſe fortge⸗ ſetzt wurde. Die von auswärts gekommenen ehemaligen Schüler beſichtigten am nächſten Tage noch die neuen Einrichtungen der Schule und beſuchten die Gräber der Herren Prof. Dr. Nauhaus und Dr. Henkelmann, an denen Kränze niedergelegt wurden.

Zur Reifeprüfung für das Sommerhalbjahr waren folgende 3 Schüler der I. Klaſſe zu⸗ gelaſſen: