Aufsatz 
Studien über das Klima von Iran : 1. Teil
Entstehung
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Teheran Sommerstation 300 m höher Teheran ʒ·nOaaa 1 Januar, Febr., März, April, Mai; Juni, Juli, August, Septbr.; Oktobr., Novbr., Dezbr., Jahr.

667 667,1 663,7 663,1 664,3 635,7 634,5 634,9 637,6 666,9 668,8 668,8 auf das Niveau von Teheran reduziert

667 667,1 663,7 663,1 664,3 659,7 658,5 658,9 661,6 666,9 668,8 668,8 664

Das Maximum des Luftdrucks fällt mit den niederschlagsreichen, das Minimum mit den regenarmen Monaten zusammen. Im Sommer gehört der südliche Teil von Iran zu dem Gebiet des Hauptminimums, welches Asien in dieser Zeit aufweist.

Um nun den jahreszeitlichen Gang der Winde, der eigentlichen Träger des iranischen Klimas, genauer kennen zu lernen, genügt es nicht allein, den jeweilig über Iran herrschenden Luftdruck in Betracht zu ziehen, wir müssen auch auf die mitbedingenden meteorologischen Vorgänge in den Grenzgebieten Irans eingehen.

Der durchgreifende Charakterzug des iranischen Klimas ist die fast strenge Gleich- mässigkeit der vorherrschenden Nordwest-, Nord- und Nordostwinde. Die Ursachen ihrer Entstehung sind zu allen Jahreszeiten klar ersichtlich. Im Winter erstreckt sich, wie die Karte der Luftdruckverteilung im Januar zeigt,¹) eine Zunge hohen Luftdrucks von dem grossen Barometermaximum in Ostsibirien nach Mitteleuropa herüber; sie findet sich etwa unter dem 530° n. Br. in Westsibirien, in Osterreich steigt sie bis zum 47. Breitegrad herab. Diese Linie hohen Luftdrucks, auf welche Woeikoff zuerst aufmerksam gemacht und sie diegrosse Achse des Kontinents genannt hat, stellt eine Art Wetterscheide zwischen den nördlich und südlich davon gelegenen Ländern vor; nördlich von ihr herr- schen die südwestlichen Winde vor, und überwiegt noch der Einfluss des Nordatlantischen Ozeans und des offenen Eismeeres, südlich davon machen sich die östlichen und nordöstlichen Winde und mit ihnen der kontinentale Einfluss geltend. Unter ihrem Einfluss steht also auch Iran, am unmittelbarsten der östliche Teil desselben. Sie bringen die kalte Luft Sibiriens bis an den Nordfuss der Gebirge, welche die turanische Ebene im Süden und die iran- ische Hochebene im Norden begrenzen. Da nun hier, besonders westlich von Herat, die gewaltige Scheidewand fehlt, welche das Eingreifen der nordasiatischen Witterungsver- hältnisse ausschliesst, so ist hier in nicht grosser Höhe, besonders durch den Trichter des Heri-rud-Thales die Möglichkeit eines Luftaustausches gegeben. Dieser Austausch wird aber nicht allein durch den angegebenen Umstand gefördert, sondern ganz besonders da- durch, dass die allgemeine Richtung der Isobaren über Iran und dem südlich gelegenen Ozean dem Luftzuflusse von Norden günstig ist. 2) Weiter nach Westen erhält die Luft jener Zunge höheren Luftdrucks ausser dem angegebenen Grunde ein um so grösseres Gefälle nach Süden, da der kaspische See und das schwarze Meer gleich den einzelnen Gliedern des Mittelmeeres wegen ihrer höheren Temperatur gegenüber dem Festland die Tendenz haben, über sich ein Barometerminimum mit den dasselbe cyklonisch umkreisen- den Winden zu erzeugen.³) Auf diese Weise ist dann, wie Hann ¹) bemerkt, das baro- metrische Depressionsgebiet beider Meere die Ursache, dass das Winterregengebiet der alten Welt soweit nach Osten in den Kontinent eingreift.

Vom Winter zum Sommer ändert sich die Luftdruckverteilung über dem asiatischen Kontinent bis zu einem durchgreifenden Gegensatz. Es bildet sich hier, während der Luft- druck sinkt, statt des Barometermaximums über dem erhitzten Lande im Spiel aufsteigen- der und niedersinkender Luftmassen ein Barometerminimum, das allerdings nicht gerade die Stelle des Wintermaximums einnimmt, sondern weiter südwestwürts zu liegen kommt und mit seinem Zentrum den grössten Teil Irans einnimmt. Zu gleicher Zeit bleibt der Luftdruck nicht allein im Süden über dem indischen Ozean, sondern auch im Norden Irans ein relativ hoher. Hier dringt nicht allein im August jene Zunge hohen Luftdrucks,

¹) Berghaus, Physikalischer Atlas, Nr. 33. ²) österreich. Zeitschr. f. Met. 1872, S. 188; Woeikoff, Die atmosphär. Zirkulation, Peterm. Mitt. Ergb. 38, S. 15; Die Klimate der Erde, 2. Bd., S. 292 f.; Hann, Handb. d. Kl., S. 430 f., 514 f. ³) Supan, Peterm. Mitt. 1888, S. 79.) Hann, Handb. d. Kl., S. 431.

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