Aufsatz 
Gedanken zu einem französischen Lesebuch aus den Werken Friedrichs des Großen
Entstehung
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des Zuſammenhangs. Nachdem ſo das Poſitiv⸗Falſche beſeitigt iſt, ſchreitet man b) zur Beſprechung deſſen, was A nicht gewußt hat, obſchon er es wie ſeine Kameraden hätte wiſſen müſſen; man hat darauf zu halten, daß A auch hier, gleich allen andern Schülern, nicht nur receptiv ſich verhält, ſondern auch rezenſiv. Wird hier Fehlerhaftes produziert, ſo wiederholt ſich der Fall a); das Rich⸗ tige darf auch hier der Begründung nicht entbehren und muß dem A ins Gedächtnis gerufen werden, indem man es in die zugehörigen Gruppen einfügt oder genauer geſagt einfügen läßt.

II. Der Widerſpruch iſt nicht berechtigt.

Dann kehrt ſich das Verhältnis von A zur übrigen Klaſſe um, und auf die Entfernung eines ſo allgemeinen Irrtums wird noch mehr Sorgfalt zu verwenden, unter Umſtänden ſogar das Penſum noch ein Mal zu bearbeiten ſein, zu dem der Irrtum dem Lehrgange gemäß gehört.

Wenn ſo das Wiſſen der Schüler erſchöpft iſt, hat A die Ueberſetzung von neuem zu ver⸗ ſuchen und zwar nun mit richtiger Anwendung alles deſſen, was die Erörterung für die vorliegende Stelle zu Tage gefördert hat. Damit ſchließt dann die Analyſe. Ofters wird nun die Löſung der Aufgabe des KA damit ſchon gefunden ſein; dann geht man ſofort zu der nächſten Analyſe über.

Was dieſe Stufe dem Lehrer ganz Beſonderes leiſtet, das iſt: ſie liefert einen untrüglichen, abſolut zuverläſſigen Maßſtab für die Leiſtungen des Einzelnen und iſt zugleich ein ſehr inſtruktiver Indikator, welcher anzeigt, wie breit und wie tief der Unterricht eingedrungen iſt; den Schüler ſetzt ſie aber in den Stand, das Neue ſo aufzunehmen, daß es auf natürliche und richtige Weiſe aſſociiert wird.

Was die Analyſe noch ungelöſt gelaſſen hat, das iſt die Aufgabe der Syntheſe, zu der wir uns nun wenden.

Das Neue ſoll nicht ſchlechthin dem Schüler geboten werden; denn dann würde es nur durch den Zuſammenhang von dem Gedächtnis gefaßt oder appercipiert werden, und in den bei weitem meiſten Fällen wird dieſes Band nicht ſtark genug ſein, um das rein Sprachliche feſt zu halten, denn die beiden Dinge ſind zu heterogener Natur. Die Kunſt beſteht vielmehr darin die⸗ jenigen Beziehungen aufzufinden und im Geiſte wachzurufen, welche mit dem Neuen die größte Ver⸗ wandtſchaft haben. Das Neue kann nun die Sprache oder den Inlhalt betreffen, und der erſte Fall gliedert ſich wieder in Lexikaliſches und Syntaktiſches.

Es wird gut ſem von einem Beiſpiele auszugehen. Es lag der Satz vor: Telle était la situation de la France l'année 1740: respectée au dehors, pleine d'abus dans son intérieur etc. Der aufgerufene Schüler überſetzte richtig:So war die Lage Frankreichs im Jahre 1740: geachtet im...... voll von..... in ſeinem Innern. Keiner wußte Rat. Darauf erfolgte die Frage:Was wiſſen Sie von dem Worte dehors? Antwort: Es iſt ein Subſtantiv männlichen Geſchlechts. Frage: Wie heißt es alſo im Nominativ Singularis? A.: le dehors. Das Wort wird nun an die Tafel geſchrieben, damit es aus dem Kontext herausgehoben, der es doch nicht aufklärt, der Gegenſtand ſpecieller Aufmerkſamkeit werde. Fr.: Seht einmal das Wort genau an, kennt Ihr es vielleicht doch? A.: Es iſt aus de und hors zuſammengeſetzt, hors heißt außer, le dehors alſo die Außenſeite. Der Zuſammenhang ergiebt dann leicht die Bedeutung: Ausland. Etwas komplicierter iſt der zweite Fall, weil ein ſicherer Schluß über die Form des Wortes nicht möglich iſt. Es müſſen natürlich beide Teile der Disjunktion betrachtet werden. Fr.: Geſetzt das Wort hieße abu, würdet Ihr es rekognoscieren können? A.: nein. F.: Wenn es aber abus hieße? A.: Dann könnte es von einem lateiniſchen Wort abusus hergeleitet ſein, indem die Endung us abgefallen iſt. Dieſe Erſcheinung hat der Schüler ſchon ſo oft beobachtet, daß er mit ihr ganz vertraut iſt. F.: Was müßte das heißen? A.: Unnutzen, Mißbrauch. F.: Paßt das in den Gedanken an unſerer Stelle? A.: Ja. Die Schüler notieren ſich das Wort mit ſeiner lateiniſchen Verwandtſchaft, um es ſamt dieſer zur nächſten Stunde zu memorieren. Was hier der Lehrer dem Schüler ſuppeditiert, iſt anſcheinend nichts, in Wirklichkeit aber nichts Geringeres als Steigerung des Vertrauens in die eigene Kraft, die er zur Ueberwindung der Schwierigkeiten für nicht ausreichend erachtete. Wäre die Präparation des Satzes ſeine Aufgabe geweſen, ſo hätte er die unbekannten Wörter gewiſſenhaft im Lexikon aufgeſucht. Beim Niederſchreiben von le dehors die Außenſeite hätte er ſich höchſt wahrſcheinlich die richtige Ideenverbindung gebildet. Viel fraglicher iſt es ſchon, wenn man es nicht geradezu in Abrede ſtellen will, daß er auch bei abus anf das Richtige