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oder Razza montanina), von der wir einmal 9 Stück vier⸗ bis ſechsjähriger Kühe zum Preiſe von 1691 fcs aus der Nähe Bellunos bezogen. Ich ließ ſämmtliche Kühe wiegen, eine vierjährige mit 315 Kilogr. hatte das geringſte, eine ſechsjährige mit 500 Kilogr. das höchſte Gewicht, erſtere wurde mit 168 fcs(alſo der Zentner Lebendgewicht mit 26,6 fcs) letztere mit 231 fes(der Zentner Lebend⸗ gewicht mit 23,1 fes) bezahlt. Das Geſammtgewicht der vier⸗ bis ſiebenjährigen Kühe betrug 3290 Kilogramm, der Geſammtpreis wie oben geſagt 1691 fes, das Durchſchnittsgewicht einer Kuh dem⸗ nach 365 Kilogramm, der Durchſchnittspreis 187 fes 83 Centeſimi. Auch von der Razza Friulana (Friaul, Provinz Udine) beſaßen wir einige Tiere, welche etwas geringer in Körperſchwere und von teils weizenfarbiger, teils rotbrauner Haarfärbung waren.
Gerühmt wird die Raſſe der sette communi(der ſieben Gemeinden deutſcher Abſtammung in der Provinz Vicenza), welche namentlich auf den jeden Montag zu Tiene(nördl. von Vicenza) ſtattfindenden Viehmärkten vertreten iſt, und da unſere vorher genannten Raſſen im Milchertrage hätten beſſer ſein können, ſo beſchloß Herr Graf v. Collalto, den noch erforderlichen Bedarf an Melk⸗ vieh hier anzukaufen. Wir reiſten per Bahn über Venedig nach Vicenza, übernachteten hier und ſetzten morgens 5 Uhr die Reiſe pro Wagen nach Tiene fort, wo wir um 7 Uhr anlangten. Leider fanden wir aber eine ſehr dürftige Auswahl in dem, was wir ſuchten, und mißgeſtimmt darüber waren wir im Begriffe den Rückweg anzutreten, als noch zu guter Stunde uns mitgeteilt wurde, daß in dem nur 1 Stunde von Tiene entfernten Schio ein fittuario(Pachter), Herr Cavedon Domenico einen„ganzen Stall voll“ ſehr ſchönen Viehes zu verkaufen habe. Kurz entſchloſſen, fuhren wir in unſerer Carrozza, die wir für 22 fces im Hôtel de la ville zu Vicenza gemietet hatten, nach Schio(Skio). Herr Domenico war bald gefunden und zu unſerer Freude fanden wir die uns ge⸗ wordene Mitteilung vollkommen beſtätigt. Die etwa 60 bis 70 Stück zählende Heerde befand ſich teils auf der Weide in unmittelbarer Nähe der Wohnung, teils im Stalle, und obgleich die Tiere nicht zur Raſſe der sette communi gehörten, zeigten ſie ſo übereinſtimmende Formen mit derſelben daß wir 15 Stück trächtige Kühe im Alter von 3 bis 6 Jahren und einen Toro(Bullen) von 11 Monaten auswählten. Signor Domenico wollte jedes Stück einzeln(a minuto) verkaufen und nur mit Mühe gelang es, ihn zum Verkauf ingrosso zu bewegen. Er forderte darauf pro Stück 18 Napoleoni à 21 fcs, nach vielem Handeln wurden wir endlich zu 15 Nap. pro Kuh und 12 Nap. für den Bullen kaufeseinig. Die Tiere ſtammten nach Herrn Domenicos Angaben aus Welſchtirol und ſollen der Meranraſſe angehören. Sie erinnerten ſehr an den Oberinnthaler Schlag, überhaupt durch den, allen gemeinſamen Rand um das Maul(Rehmaul), den helleren Streifen über den Rücken rötlichen Schopf und Ohrmuſcheln, an das einfarbige Gebirgsvieh der Schweiz. Kopf und Hals der Tiere waren dunkler gefärbt, als der weißgraue oder braungraue übrige Körper und alle beſaßen einen ſchwarzblauen oder vielmehr bleigrauen Naſenſpiegel. Das Gewicht der Tiere betrug zwiſchen 350 bis 450 Kilogramm. Die Kälber fielen ſchwer. Ein von mir unmittelbar nach der Geburt gewogenes Kalb hatte ein Gewicht von 41 Kilogramm, mit dem vierten Tage 45 Kilogramm, mit dem dreizehnten Tage nach der Geburt 53 Kilogramm, während ein anderes nach der Geburt 40 Kilogramm, drei Tage darnach 44 Kilogramm, am ſiebenten Tage 50 Kilogramm, am zwölften Tage 54 Kilogramm und am zwanzigſten Tage nach der Geburt 61 Kilogramm wog. Der jährliche Milch⸗ ertrag einer Kuh belief ſich auf 1600 bis 2000 Liter, alſo der tägliche auf 4,4 bis 5,48 Liter einzelne Kühe gaben 6 bis 6,5 Liter ſehr fettreiche Milch täglich. Die Verwertung der Milch ge⸗ ſchah teils durch direkten Verkauf, teils durch Verarbeitung derſelben zu Fett⸗ und Magerkäſe. Der zur Käſefabrikation beſtmmten Milch wurde von Mitte März bis anfangs Juli, während der kurzen Laktationsperiode der Schafe, die von dieſen gewonnene Milch beigemiſcht. Die bei der Käſebereitung ablaufende Molke wurde abermals in Keſſel gebracht, etwas Molkeneſſig zugegoſſen und unter be⸗ ſtändigem Umrühren bis zur Siedetemperatur erhitzt, wobei ſich der„Zieger“ in der Volksſprache „Puina“, in der buona lingua„Ricotta“ genanut, abſcheidet. Er iſt ſowohl friſch(Puina fresca), als geräuchert(Puina secca) eine Lieblingsſpeiſe des Volkes. Die geräucherte Puina hat die Form von Backſtein⸗ oder Schachtelkäſe und wird ſelbſt von verwöhnten Zungen, namentlich wenn ein bicchiere di vino die Mahlzeit würzt, nicht verachtet.
Die folgende Tabelle, ein Auszug aus dem dortigen Milchregiſter von 1872, gibt den monat⸗ lichen Milchertrag der genannten Tiere und die gewonnenen Milchprodukte an.


