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bezeichnet. Gegen Ende des Monats fangen die Baumblätter an gelb zu werden, und die Eſchen⸗, Maulbeer⸗ und Pappelblätter werden eingeſammelt als Futter für die Schafe. Im Dezember werden die ſämtlichen Akazienhecken, welche jedes Bauerngütchen umgeben, bis auf etwa 1 ¼ m Höhe be⸗ ſchnitten, um Holz für den Winter zu bekommen. Außer den angeführten Kulturpflanzen werden in der Provinz noch angebaut Raps(Ravizzon), deſſen dürre Stengel zum Einſpinnen der Seiden⸗ raupen verwendet werden, hier und da etwas Lein, Hanf, Buchweizen(Gransarazeno), wenig Klee und Luzerne(Spagna oder Medica), die Hauptfrüchte aber ſind überall Mais und Weizen.
Zwiſchen dem Mais, beſonders am Rand der Acker, werden regelmäßig Fagiuoli(Phaſeolen, Buſchbohnen) angebaut, welche in der Ernährung des Volkes eine bedeutende Rolle ſpielen, da ſie mit etwas Mehl, Waſſer und zuweilen Schweinefleiſch(Dörrfleiſch) zu einer dicken Suppe(Minestra) gekocht, faſt täglich den Mittagstiſch des Contadino(Bauern) zieren, während die I'olenta(ein aus Maisgrütze, Waſſer und etwas Salz bereiteter Brei, der beim Erkalten feſt und dann in Stücke zerſchnitten wird), als tägliches Brod dient. Der Mais wird gewöhnlich gedibbelt, indem man mit der Ferſe des linken Fußes eine kleine Grube in den gut gelockerten Boden tritt, 3 bis 4 Mais⸗ körner hineinwirft, mit der rechten Fußſpitze zuſcharrt und bei trockner Witterung etwas andrückt. Oft werden auch Stufen gehackt, Miſt und Samen gleichzeitig hineingebracht und mit Erde bedeckt. Als Dünger verwendet man ganz vorzüglichen Maisſtrohdünger im ſpeckigen Zuſtande.
Der Mais iſt für Italien eine ganz unſchätzbare Pflanze und wenn die Entdeckung Ame⸗ rikas gar nichts weiter gebracht hätte, als den nördlicheren Ländern Europas die Kartoffel, den ſüdlicheren den Mais, ſo wäre ſie hierdurch ſchon eines der ſegensreichſten Ereigniſſe, welches die Geſchichte der Volkswirtſchaft zu verzeichnen hat. Es gibt keine Getreidepflanze, welche für Italiens Boden und Klima ſo geeignet iſt wie der Mais, er gedeiht auf beſſeren und geringeren Böden, wenn ſie nur tiefgründig genug ſind, verträgt anhaltende Hitze und Trockenheit und liefert dabei ſichere und hohe Erträge. Man ſät gewöhnlich pro Hektar 28 bis 30 Liter und erntet, wenn nicht zu viel Maulbeerbäume, Weinſtöcke und deren Stützbänme das Ackerland verſperren, das Hundertfache, ge⸗ wöhnlich aber aus den eben angeführten Urſachen nur 18 bis 24 Hektoliter pro Hektar. Dabei muß man aber bedenken, daß auf demſelben Stück Land und in demſelven Jahre neben dem Mais auch noch durchſchnittlich 4 bis 5 Hektoliter Bohnen und 1,5 bis 2,3 Hektoliter Wein geerntet werden, abgeſehen von den darauf gewonnenen Maulbeerblättern, die in manchen Jahren, wenn z. B. Hagel einen benachbarten Diſtrikt verwüſtet, zu ganz koloſſalen Preiſen bezahlt werden.
Der Weizen wird lange nicht in der Ausdehnung angebaut wie der Mais, man verwendet ihn hauptſächlich zu Pane(Weißbrot, meiſt ſehr hart), Pinze(eine Art Kuchen) und Pasté(Nudeln). Er wird gegen Ende Juni gemäht, ſogleich mit ſeinen eigenen Halmen in ſog. Mane d. h. kleine Gärbchen, wie man ſie zwiſchen zwei Hände faſſen kann, gebunden und auf Haufen ſog. Frate ge⸗ ſetzt, deren jeder aus 28 bis 30 Mane beſteht. Bald nach dem Einfahren wird gedroſchen, weil bei der großen Hitze die Körner leichter ausgehen und Verluſten vorgebeugt wird. Zum Ausdreſchen be⸗ nutzt man ſowohl Flegel als auch Dreſchmaſchinen. Auf die leer gewordenen Weizenäcker ſät man noch Cinquantino-Mais, der mit dem Spätmais im Oktober reif wird.—
Roggen findet man auf den ſandigen Böden in den früheren Uberſchwemmungsgebieten der Piave und Livenza, auch auf den leichten Böden des Hügellandes, aber in noch geringerer Menge als Weizen. Gerſte und Hafer werden ebenfalls nur wenig kultiviert.
Die Mohrenhirſe(Sorghum vulgare) wird in 2 Varictäten, als Sorgo nero und Sorgo rosso angebaut und ſchießt zu 3 Meter Höhe empor. Ihre Kultur iſt dieſelbe, wie die des Maiſes. Sie verträgt die Dürre ſehr gut, und die ganze Pflanze dient entweder als Grünfutter, oder die Ende September reifen Körner werden geſchroten und ungeſchroten als Futter für Schweine und Zugochſen verwendet, während die Rispen vorzügliche Kehrbeſen liefern. Man ſät 15 kg pro Hektar und erntet 16 Hektoliter pro Hektar.
Daß die ſämtlichen Felder, auf denen die Hauptbrodfrucht, Mais, gebaut wird, zugleich dem Weinbau und der Seidenzucht dienen, wurde bereits erwähnt. Die Weinſtöcke durchziehen in geradlinigen Reihen mit ihren Stützbäumen die Felder, und ſind im Süden der Provinz ſowie im übrigen Ober⸗Italien guirlandenartig von Baum zu Baum gezogen, während man ſie oberhalb Treviſo


