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Hektare beſteuertes Land, das im Norden der Provinz aus Hügeln und Bergen beſteht, die ſich zu 200 bis 350 Meter über das Meer erheben mit einem Hang von 20 bis 40° gegen die Horizontale.
Die Rücken der Berge ſind meiſt noch mit Wald oder Gehölz und Viehweiden bedeckt und nur an den ſteilen Abhängen oder an den tiefen Einſchnitten, in welchen die Flüſſe laufen, ſind dieſelben kahl, während die nördlich davon ſich ausbreitenden Alpen mit ihren häufig dolomitiſchen Kalkfelſen und ſchroffen Abhängen oft ein Bild faſt abſoluter Unfruchtbarkeit zeigen.
Die Hügel(Colline oder Colli) erheben ſich ſtufenweiſe wie die Wellen eines ſturmbe⸗ wegten Meeres und legen Zeugnis ab von den geologiſchen Vorgängen früherer Zeit. Die Mannig⸗ faltigkeit ihrer Bepflanzung mit Reben, Mais, Maulbeerbäumen, Kaſtanien, Cypreſſen, Buſchwerk, die maleriſch ſie ſchmückenden prachtvollen Kaſtelle und Villen bilden einen äußerſt lieblichen Kontraſt mit dem Grün der ſüdlich vor ihnen liegenden Ebene und den im Norden majeſtätiſch ſich erheben⸗ den, im Sonnenglanze weiß leuchtenden Alpen, die ihnen und dem übrigen Teil der Provinz Schutz vor den rauhen Winden gewähren.
Vom Fuße dieſer Colline(Hügel) etwa 110 Meter über dem Meeresniveau, erſtreckt ſich gegen Süden in immer geringerer Neigung, mit immer reicheren Waſſerzuflüſſen und mit immer fruchtbarer werdendem Boden bis in die Nähe Venedigs ca. 6 Meter über dem Meere, eine ſanft wellenförmige Ebene von 151 000 Hektaren Oberflächengehalt, dies iſt die treviſaniſche Ebene, ein Teil der venezianiſchen. Wenn die Hügel mit ihren ſtillen aber reizenden Thälchen(Valli), mit ihren lauſchigen Plätzchen auf der die weiteſte Ausſicht bietenden Höhe, mit ihren einſamen Grotten und Höhlen(Caverne), ein Bild der Ruhe und des Friedens bieten, ſo gibt die Cbene ein Bild recht regen Lebens. Da ſieht man auf den nach allen Richtungen gehenden Straßen die kleinen italieniſchen Pferde mit der leichten Carrozza in Windesſchnelle an den langſam ſich daher bewegenden Laſtwagen vorbeijagen, hier und da erblickt man neben den ſonſt vereinzelt in den Feldern liegenden Häuſern, eine Gruppe weiß angeſtrichener Häuſer bei einer Kirche, welche zuſammen ein Dorf(Villaggio) bil⸗ den, deſſen Bewohner, Handwerker, Pfarrer, Lehrer, Gaſtwirte und Krämer, durch ihre verſchiedenen Thätigkeiten ſchon den Verkehr etwas beleben; dort trifft man eine größere Vereinigung von Häuſern, ein Landſtädtchen(un Burgo), häufig mit Poſt⸗ oder Eiſenbahnſtation und hierdurch ſowie durch die wöchentlich darin abgehaltenen Märkte ſehr belebt.
Die Anpflanzung der Acker der Ebene gleichzeitig mit Mais und Reihen von Bäumen, um welche ſich bis zu den Äſten Reben ſchlingen, die dann guirlandenartig von Baum zu Baum gezogen werden, gewährt anfangs einen recht lieblichen Anblick, allein da man bei dieſer Art der Be⸗ pflanzung aller Ausſicht beraubt iſt, erſcheint einem die Ebene bald zu monoton und man ſehnt ſich
ſobald als möglich wieder heraus, um einen freien Blick zu gewinnen.
An Gewäſſern iſt die Provinz reich; 240 Waſſerläufe, beſtehend aus Flüſſen und Torren⸗ ten(Wildbächen), Bächen und Kanälen, durchziehen ſie wie ein Netz, und tragen weſentlich mit zur Bodengeſtaltung bei, weshalb wir ſie ſchon aus dieſem Grunde etwas näher anſehen müſſen. Die Flüſſe und Torrenten kommen meiſt aus den Alpen und vereinigen ſich in den zwei größeren der Provinz, der Piave und der Livenza, um mit dieſen dem adriatiſchen Meere zuzufließen. Das Gefäll derſelben iſt, wenigſtens anfangs, ſehr ſtark. Bei heftigen Regengüſſen im Gebirge ſtürzen ſie daher mit mächtigen Waſſerwogen, die bedeutende Maſſen Felstrümmer mit ſich führen, in die Ebene und lagern hier, wo ihr Gefäll und damit ihre Geſchwindigkeit und Transportfähigkeit geringer geworden, das Gerölle in dem Flußbette ab, welches dadurch ſo erhöht wird, daß die Waſſermaſſe nicht mehr Raum darin findet, über die Ufer ſtürzt, das anliegende Land auf weite Strecken überſchwemmt und mit Steingerölle und Kies überdeckt. Man ſucht ſich vor dieſen Ueberſchwemmungen dadurch zu ſchützen, daß man die Ufer durch Dämme in demſelben Verhältnis erhöht, als ſich der Boden des Flußbettes hebt und dadurch iſt es gekommen, daß der Waſſerſpiegel des Fluſſes an vielen Stellen höher liegt, als das benachbarte Uferland. Allein dieſe Erhöhung der Dämme hat ihre Grenzen; die Ablagerungen und damit das Steigen des Waſſerſpiegels gehen kontinuirlich weiter, mit der Höhe des Waſſerſtandes wächſt auch der Druck desſelben auf die Seitenwände der Dämme und jeder heftige Regenguß im Gebirge bringt auf's Neue die Gefahr eines Durchbruches und einer Ueberſchwemmung. Es muß daher von Zeit zu Zeit das Flußbett an den betreffenden Stellen von den Ablagerungen


